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Hallen und Sportplatznutzung: Saarbrücker Vereine sollen mehr zahlen

Die Saarbrücker Rastbachtalhalle.

Die Saarbrücker Rastbachtalhalle.

Die Verwaltung will die Hallengebühren für Sportvereine und private Sportgruppen kräftig anheben. Je größer die Halle, desto höher die Gebühr. So soll das Training in einer Halle bis 250 Quadratmeter zum Beispiel künftig einen Euro pro Stunde kosten, für eine Turn- und Sporthalle bis 600 Quadratmeter würden drei Euro pro Stunde fällig, wenn der Stadtrat den Plänen in der Sitzung am 2. Juli zustimmt. Sportdezernent Harald Schindel meinte gestern, bisher sei die Gebühr in fast jeder Halle unterschiedlich hoch gewesen. Wenn nun jeder Verein die Mitgliederbeiträge um 50 Cent oder einen Euro pro Jahr erhöhe, seien die neuen Gebühren kein Problem. Die großen Vereine hätten bereits ihre Zustimmung signalisiert, betonte Schindel. Der TV Altenkessel (TVA) hat rund 600 Mitglieder, sagt der erste Vorsitzende Detlef Jacobs.

Die Gebührenerhöhung wäre eine „hohe Belastung“. 5500 Euro gebe der TVA jährlich für das Training in den Hallen aus und nutze unter anderem die Jahnturnhalle, die Rastbachtalhalle und die Halle des Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasiums. Die Gebühr in der über 1000 Quadratmeter großen Rastbachtalhalle soll nun von 4,37 auf 6 Euro pro Stunde steigen. Jacobs hat ausgerechnet, eine 40-prozentige Gebührenerhöhung würde den Verein weitere 2500 Euro pro Jahr kosten: „Das Geld müssen wir irgendwo einsparen, entweder bei Sportgeräten oder Lehrgängen.“ Eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge schließt der Vereinsvorsitzende aus. Er werde nun auf die Stadtverordneten in Altenkessel zugehen, damit der Verein möglichst wenig belastet wird. Nach Angaben Schindels wird der TVA 2426 Euro pro Jahr mehr bezahlen müssen.

Der Verein nutze aber auch die sehr großen Hallen, die am teuersten seien. Stephan Schaeidt, erster Vorsitzender des ATSV Saarbrücken, lehnt die Gebührenerhöhung ab: „Diese Belastung können wir nicht hinnehmen.“ Der Verein nutze nicht nur die eigene Halle in Alt-Saarbrücken, sondern zum Beispiel auch auf der Hohen Wacht (44 Prozent höhere Gebühr) sowie die Hallen Rastbachtal und Knappenroth. Schaeidt ärgert, dass es nie eine offizielle Mitteilung der Stadtverwaltung über die höheren Hallengebühren gegeben habe. Schindel entgegnet, die Verwaltung habe sehr wohl mit dem ATSV geredet. Die Mehrbelastung von 320 Euro pro Jahr sei keine Riesensumme, meinte der Dezernent. Schaeidt kündigte trotzdem an, er wolle nun einen Protestbrief an die Verwaltung schreiben.

Er gibt aber zu, dass eine Gebührenerhöhung den ATSV nicht so hart wie andere Vereine treffen würde, weil er einen Zuschuss von der Stadt für die vereinseigene Halle bekomme. Wenn die Stadt nun die Gebühren erhöhe, müsse auch der Zuschuss steigen, fordert Schaeidt. Die Vereine wollen nach seinen Angaben nun die Demo vor der Stadtratssitzung am 2. Juli gegen die Einsparungen bei den Schwimmbädern nutzen, um auch gegen die neuen Hallengebühren zu protestieren. Die Vereine müssten übrigens auch mehr für die Sportplätze bezahlen, fügt der Vereinsboss hinzu. Schindel verteidigte die Gebührenerhöhung.

Seit 2005 seien die Hallengebühren konstant geblieben. Die Erhöhung bei Hallen und Plätzen solle 55 000 Euro jährlich in die Kasse der Stadt spülen und ein Beitrag zu den geforderten 800 000 Euro sein, die die Verwaltung bei Schwimmbädern und Sportanlagen sparen müsse. Schindel betonte, die Stadt wolle keinen Gewinn machen, sondern dafür sorgen, dass die Hallen weiterhin in einem ordentlichen Zustand sind. Die höheren Gebühren seien zu verkraften.
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