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Hallenbad Urexweiler: Wie geht's weiter?

Marpingen. Eine Entscheidung über die Zukunft des sanierungsbedürftigen Hallenbades in Urexweiler hat der Marpinger Gemeinderat vertagt. Zwar legte ihm die Rathausverwaltung zwei Firmenangebote für eine Reparatur vor – zwischen 32.000 und 46.000.Euro teuer. Doch den meisten Kommunalpolitikern blieben zu viele Fragen, um jetzt für oder gegen eine Reparatur zu stimmen.

Besorgt über  desolate Situation

Da reichten ihnen auch nicht die Informationen der Saarbrücker Gesellschaft Famis, die unter anderem für Städte und Gemeinden Gebäude verwaltet und betreut (Facility-Management). Die hatte ihren Mitarbeiter Sven Peter geschickt. Der erklärte, dass im Hallenbad die Leitungen für den höhenverstellbaren Beckenboden, die Kontakte und der Steuerungsschrank mit der Elektronik komplett ersetzt werden müssten. Dazu lägen aktuell die Preisvorschläge eines Saarbrücker Unternehmens sowie eines Anlagenbauers für Bädertechnik aus dem Raum Hannover vor. Erhebliche Unterschiede gebe es zwischen den beiden unter anderem bei den Personalkosten von gleich mehreren 1000.Euro. Peter Kessler.(CDU) zeigte sich besorgt über die desolate Situation im Hallenbad: „Jetzt haben wir dort zwei Baustellen“ – die leck geschlagenen Hydraulikleitungen und den Steuerungsschrank. Ihm war unklar, warum eigentlich die gesamte Steuerung gegen eine neue ausgetauscht werden soll. Ob hierbei nicht gespart werden könne. Schließlich habe es die alte doch bisher getan. „Oder können wir sie nicht mehr bedienen?“ Famis-Fachmann Peter wiegelte ab. Diese 15.Jahre alte Technik sei in den Jahren „zusammengebastelt“ worden. Nur die saarländische Firma Schul, die vor Jahren das Programm entwickelt habe, wisse Konkretes. Das Problem nur: Schul ist seit Sommer pleite, steht also nicht mehr zur Verfügung.

Kessler ließ nicht locker, fragte nach den Lecks im Leitungssystem: „Wie viele ungewisse Stellen haben wir?“ Peter hatte darauf keine Antwort. Erst wenn das Wasser abgelassen wird, könnten Experten dies herausfinden. Doch ein neues Leitungssystem solle das mehrere Jahrzehnte alte komplett ersetzen.

Nach all diesen wenig konkreten Infos erklärte denn auch SPD-Fraktionschef Volker Weber: „Im Prinzip wissen wir jetzt eigentlich gar nichts.“ Weder zu den definitiven Ausgaben noch zu dem Leck. „Zudem wissen wir nicht, wie es finanziert wird.“ Im Gemeindehaushalt war jedenfalls bislang die Badreparatur nicht vorgesehen. Und Bernd Müller, sein Kollege von der CDU, ergänzte: „Ist mit diesen Angeboten alles abgedeckt? Ist das Schwimmbad dann wieder ganz? Und: Wie lang? Das will ich genau wissen.“ Lediglich auf eine der Fragen bekam der CDU-Fraktionsvorsitzende von Sven Peter (Famis) ein klares Ja: dass mit dem Auftrag alle Reparaturen erledigt werden.

Paul Schäfer (parteilos) wies auf die Sanierungskosten von 2010 hin, die nach seinen Angaben sogar 500.000.Euro verschlungen haben sollen. Darunter sei auch der „hoch gelobte Hubboden“ gewesen. „Und jetzt hört sich das alles andere als fachmännisch an.“

Urexweilers Ortsvorsteherin Margret Geiger.(CDU) wollte „Untertöne“ während der Ratssitzung vernommen haben, die den Fortbestand des Bades in Frage stellten. Sie verteidigte darauf: „Wir haben ein Gemeindeentwicklungskonzept, das auf Naherholung setzt. Darin hat das Schwimmbad einen hohen Stellenwert, vor allem für Kinder, nicht nur aus Urexweiler.“

Bürgermeister Werner Laub.(SPD) schlug ob der zahlreichen ungeklärten Fragen vor, noch nicht über die Sanierung abzustimmen. Vielmehr soll sich der Bauausschuss – „vielleicht auch in einer Sondersitzung“ damit befassen. Zumal das Projekt noch nicht finanziert sei. Der Rat stimmte zu. Außer Paul Schäfer: Er enthielt sich.

Hintergrund

Das Urexweiler Hallenbad war 2010 für 220.000.Euro modernisiert worden. Allein für den in der Höhe verstellbaren Beckenboden gingen von der Gesamtsumme 65.000.Euro drauf: 50.000.Euro für die Hydraulikstempel, die den Boden heben und senken; 15.000.Euro für den Antriebsmotor laut Informationen aus dem Marpinger Rathaus. Wegen dieser Arbeiten war das Bad vergangenes Jahr von Ende Juni bis Mitte November zu. Weil Hydrauliköl an einer undichten Stellen ins Schwimmwasser geriet, war das Hallenbad auf Geheiß des Gesundheitsamtes ab Juni erneut geschlossen. Mitte Juli gab die Verwaltung das Bad wieder frei – allerdings mit Einschränkungen: Der normalerweise zwischen 90.Zentimeter und 1,80.Meter Beckentiefe verstellbare Boden wurde auf 1,25.Meter festgestellt. hgn

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