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Haltepunkt Burbach: Grüne gegen Grüne

Burbach. Dass bei der Deutschen Bahn alles immer super läuft, wird wohl nicht einmal deren Chefetage behaupten. Das heißt aber nicht, dass man der Bahn jede falsche oder nicht ganz perfekte Planung in die Schuhe schieben kann – zum Beispiel den neuen Haltepunkt für Regionalzüge in Burbach. Der sei zu weit vom Burbacher Markt weg, somit ein Schildbürgerstreich, also ein Musterbeispiel für Fehlplanung, haben die Stadtrats-Grünen der Bahn vorgeworfen. Dass ausgerechnet die Grünen mit einer solchen Kritik vorpreschen, wundert die Bahn.

Die Bahn tue in Sachen Regionalverkehr nur das, was die Bundesländer bestellen und bezahlen, erklärte gestern ein Bahnsprecher in Frankfurt. Der neue Haltepunkt in Burbach sei so vom saarländischen Umwelt- und Verkehrsministerium in Auftrag gegeben worden. Und das wird von einer Ministerin und zwei Staatssekretären geführt, die der grünen Partei angehören.

Die Bahn habe einen anderen Standort vorgeschlagen, sagt der Bahnsprecher. Dieser Haltepunkt liegt zwar nicht näher am Markt, aber näher am ITPark – einem Ort, an dem viele Tausend Menschen arbeiten. Gegen diesen Standort in der Nähe des IT-Parks habe das Ministerium nichts gehabt, sagte Ministeriumssprecherin Sabine Schorr gestern. Aber auf Wunsch der Stadt habe man sich mit der Bahn auf den jetzt geplanten Standort geeinigt. Die Stadt hält den jetzt geplanten Standort für sinnvoll, weil er näher am Markt ist, bestätigte Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer gestern. Auch sie kann die Kritik der Grünen nicht verstehen.



Dass, wie die Grünen kritisieren, ein „Umweg über die Eisenbahnbrücke“ machen muss, wer an den Burbacher Markt will, sei eine Kostenfrage. Rund zwei Millionen Euro würde eine Unterführung direkt vom Bahnsteig aus kosten, sagt die Dezernentin. Das müsste die Stadt selbst bezahlen. Erst wenn mindestens 1000 Fahrgästen pro Tag einen Bahnhof nutzen, sei die Bahn zu „einem komfortableren und barrierefreien“, also behindertengerechten Ausbau verpflichtet, erklärt Wandel-Hoefer. In Burbach steigen pro Tag aber nicht mehr als 200 Leute am Tag ein und aus.

Wenn die Saarbrücker Politik später eine Unterführung wünscht, sei das aber machbar. Die Bahn baue so, dass eine Unterführung nachträglich leicht verwirklicht werden könne. Eine solche Unterführung hält die SPD-Stadtverordnete Dorit Wolter für Quatsch. Man fühle sich da nicht sicher, und verschmutzt sei so eine Unterführung auch ständig. „Die Bürger wollen keine Unterführung“, sagt sie. So sieht man das auch im Ministerium. „Solche finstren Löcher baut man heutzutage nicht mehr“, sagt Sabine Schorr. Die Bahn ist zwar nicht verantwortlich, aber zu allem bereit – wenn Stadt und Land es zahlen.
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