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Handwerk leidet unter säumigen Zahlern

Saarbrücken. Das saarländische Handwerk leidet enorm unter der schlechter werdenden Zahlungsmoral ihrer Kunden. Auf diesen Missstand weist der Präsident der Handwerkskammer (HWK) des Saarlandes, Hans-Alois Kirf, in einem Gespräch mit unserer Zeitung hin. Dies treffe sowohl auf die privaten Kunden als auch auf die öffentliche Hand zu. Viele würden „jede Kleinigkeit dazu nützen, mit der Begründung angeblicher Mängel Geld zurückzuhalten“. Andere wiederum würden den Zeitraum, bis die Rechnung beglichen werden muss, „bis zum letzten Datum ausdehnen“, kritisiert Kirf.

Diese sich verschlechternde Zahlungsmoral koste das saarländische Handwerk rund 110 Millionen Euro an Außenständen und Zinslasten. Pro Betrieb seien dies im Durchschnitt 10.000 Euro. Außerdem sei es für viele Unternehmen deutlich schwieriger geworden, Kredite von den Banken zu erhalten. Außerdem seien die Zinssätze für die Firmenkredite gestiegen.

Kirf, der vor wenigen Wochen für eine weitere fünfjährige Amtszeit als HWK-Präsident wiedergewählt wurde, will sich dafür einsetzen, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die knapp 11.700 Handwerksbetriebe im Land mit ihren rund 73.000 Beschäftigten verbessern. Dazu gehöre auch, dass sich die Kammer im politischen Umfeld weiterhin auf einem ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz auf handwerkliche Leistungen beim privaten Wohnungsbau oder der Altbau-Sanierung beharrt.

Im benachbarten Frankreich, wo dieser Steuersatz auf fünf Prozent gesenkt worden sei, „haben die Unternehmen volle Auftragsbücher“. Kirf ist davon überzeugt, dass dies auch in Deutschland möglich sei und der Staat „am Ende sogar mehr Steuern einnimmt als jetzt“. Denn es werde für die privaten Bauherren immer unattraktiver, Schwarzarbeiter zu beschäftigen. Wenn ein großer Teil der mit Schwarzarbeit erwirtschafteten Gelder in den regulären Kreislauf zurückfließe, „haben alle etwas davon – nicht zuletzt die Sozialkassen“.

Sollte hier kein politischer Durchbruch erzielt werden will Kirf zumindest erreichen, dass die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen bei Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen noch weiter ausgeweitet wird. Seit Beginn des Jahres 2009 ist dieser Bonus auf 20 Prozent von 6000 Euro Rechnungsbetrag erweitert worden. Damit können private Bauherren jährlich bis zu 1200 Euro direkt von der Steuerschuld abziehen. Kirf will, dass diese Summe auf 2400 Euro nochmals verdoppelt wird.

Fokus auf dem Nachwuchs

Eine weitere Aufgabe der HWK sei auch, für einen ausbildungsfähigen und -willigen Nachwuchs zu sorgen. „Wir müssen verstärkt dafür werben, dass Handwerksunternehmen attraktive Arbeitgeber sind“, sagt der HWK-Präsident. Von der Landesregierung fordert er, „die Vorschulförderung noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken“.

Nur so könne erreicht werden, dass später in der Schule Chancengleichheit sichergestellt werden kann. Es sei ein Skandal, dass immer noch 7,5 Prozent aller jungen Leute „die Schule ohne Abschluss verlassen“.






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