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Handy-Verbot an Völklinger Schulen: Mobiltelefone teilweise auch in den Pausen tabu

Kein Handy im Unterricht – für die Pausen aber und Klassenfahrten gelten individuelle Regeln: Das hat eine Nachfrage bei Völklinger Schulen ergeben. Am Albert-Einstein-Gymnasium hatten die Verantwortlichen ab dem Schuljahr 2012/2013 Handys auf dem Pausenhof zugelassen: „Wir fanden, einer Schule, die Schwerpunkt Informatik auf dem Programm stehen hat, steht ein pauschales Handy-Verbot nicht gut zu Gesicht“, sagt Schulleiter Wolfgang Pfaff. Nachdem aber ein Schüler die Treppe hinunter fiel, weil er durch sein Handy abgelenkt war, und zwei weitere Schüler über Abfallkörbe stolperten, war Schluss. „Wir beobachteten auch kritisch, dass sich Gruppen auf dem Hof separierten, neue Apps betrachteten, dass das Handyspiel im Mittelpunkt stand, Handymarken und -preise diskutiert wurden, keine Kommunikation mehr stattfand, vor allem bei den Unterstufen-Schülern“, erinnert sich Pfaff. Jetzt ist das Handy auch während der Pausen tabu.

Noch etwas fiel auf, vor allem den Deutschlehrern: „Noch nie waren Fünftklässler so schlecht in Rechtschreibung wie in den vergangenen zwei Jahren“, berichtet Pfaff. Die Lehrer bemerkten, dass die Kinder Kürzel aus der Handy-Sprache übernahmen, Groß- und Kleinschreibung ignorierten. Vor zwei Monaten startete die Gegenmaßnahme: Eine von fünf Stunden Deutsch wöchentlich wird für ein Diagnosediktat verwendet, „das nicht in die Note einfließt – allenfalls, wenn sie gut ist“, erklärt Pfaff.

Auch am Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium bleiben die Handys im Unterricht ausgeschaltet, wie Schulleiter Gerd Kraemer berichtet. „Während der Abiturarbeiten müssen sie sogar abgegeben werden“, das sei landesweit geregelt. Momentan können die Schüler aber ihr Handy auf dem Schulhof benutzen. Zwei bis drei Mal im Jahr komme es zu Zwischenfällen, zu Mobbing über Handy. Dann beschimpften sich die Betroffenen als „Blödmann“ oder Schlimmeres. „Das passiert eher bei jüngeren Schülern.“ Es gebe an der Schule Überlegungen, restriktiver mit dem Thema Handy umzugehen. Eine Arbeitsgruppe hat sich bereits gebildet, aus Eltern, Lehrern und Schülern. Das Ergebnis wird auf der nächsten Schulkonferenz Ende Juni präsentiert.

Rund 2000 Schüler besuchen das Berufsbildungszentrum (BBZ) Am Bachberg. Gerade mal zehn, schätzt Schulleiter Detlev Merten, hätten kein Handy. „Heute meinen die Schüler ja, ohne Handy ganz hinten in der sozialen Hierarchie zu stehen“, meint er. Die Benutzung ist in der Hausordnung geregelt, die jeder Schüler ab Klasse 10 erhält. Danach muss das MTG (Mobile Telekommunikationsgerät) ausgeschaltet in der Schultasche aufbewahrt werden. Wird es benutzt, kann es eingezogen werden. So etwas wird im Klassenbuch registriert. Handys generell einzusammeln, hält Merten für rechtlich bedenklich.

An der Gemeinschaftsschule Sonnenhügel herrscht grundsätzlich „Handyverbot im Unterricht und in den Pausen“, berichtet Schulleiterin Gisela Bodamer. Klingelt ein Handy trotzdem, wird es vom Lehrer bis 14 Uhr einbehalten und kann im Sekretariat abgeholt werden. Auf Klassenfahrten sei das Gerät eine Brücke nach Hause, es darf also mit.

Da klingt bei der allgemeinen „Handy-Mania“ diese wahre Geschichte kaum glaubwürdig. Eine 15-Jährige, die ein Völklinger Gymnasium besucht, hatte bis Weihachten nur ein altes, unscheinbares Handy, weil sie sich, fast als einzige in der Klasse, nicht für Handyspiele, Musik und Filmchen interessiert. Sie spricht lieber live mit ihren Freundinnen und Freunden. Als das Handy verloren ging, kaufte der Papa ein schickes, neues. Nur widerwillig nahm sie das Geschenk an. Und lässt es meist immer noch in der Tasche. Davon träumen so manche Eltern.
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