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Hans-Friedrich Willimzik ist Saarlands erster Landestierschutzbeauftragter

Dr. Hans-Friedrich Willimzik ist im Redefluss kaum zu stoppen. Seine Begeisterung ist ihm anzumerken. Er will anpacken, etwas bewirken. „Tierschutz ist ein Fass ohne Boden. Es gibt sehr viel zu tun“, sagt der 63-jährige Tiermediziner. Diesen Aufgaben wird er sich ab heute in besonderem Maße widmen: Der Landtag wählte ihn gestern zum ersten Tierschutzbeauftragten des Saarlandes.

Die ehrenamtliche Funktion hatte das Parlament per Gesetzesänderung 2013 geschaffen. Die Tierärztekammer und die Tierschutzstiftung Saar hatten Willimzik daraufhin für den Posten vorgeschlagen. „Ich bin gar nicht gefragt worden“, sagt er lachend, „aber im Ernst: Ich bin schon lange im Tierschutz engagiert und freue mich natürlich auf die Aufgabe.“ Im Landtag wurde er von allen fünf Fraktionen unterstützt.

Willimzik ist unter anderem ehrenamtlich für die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und die Tierschutzstiftung Saar tätig. In Zukunft ist er im Land Ansprechpartner Nummer eins für die verschiedenen Gremien, die Medien und die Bevölkerung. „Herr Willimzik wirkt seit vielen Jahren an verschiedenen Stellen im Bereich des Tierschutzes mit. Auch beruflich ist er als Leiter einer tierärztlichen Klinik mit dem Thema bestens vertraut“, unterstreicht Gisela Kolb, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

Der Leiter der Kleintierklinik Köllertal in Püttlingen hat sich bereits einen Überblick verschafft und seine Schwerpunkte für den Beginn seiner Amtszeit festgelegt. „Ganz wichtig ist für mich die Kennzeichnung für Hunde und Katzen. Dadurch können die Halter ausfindig gemacht werden. In Österreich werden beispielsweise seit der Einführung der Hundekennzeichnung viel weniger Tiere ausgesetzt“, erklärt der Veterinär. In diesen Bereich fällt für ihn daher auch die Thematik der Fundtiere, die etwa an Autobahnraststätten zurückgelassen werden. „Viele Fundtiere sind nicht zuzuordnen. Eine Kennzeichnung würde für eine erhebliche Entlastung der Tierheime sorgen“, ergänzt er.

Ein weiterer Punkt ist die Katzenkastration. Hierbei geht es Willimzik insbesondere um verwilderte Tiere. „Viele haben gesundheitliche Probleme wie beispielsweise Katzen-Aids. Die Tiere leiden ganz erheblich. An dieses Problem muss in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und dem Ordnungsamt fachkundig herangegangen werden“, sagt der Experte.
Herangehen will der Püttlinger auch an die aktuelle Debatte um das neue Jagdgesetz (wir berichteten mehrfach). In dieser emotional geführten Diskussion der Tierschützer und Jagdanhänger möchte Willimzik zu einer Versachlichung beitragen und beide Parteien an einen Tisch bekommen.

Um seinem neuen Aufgabengebiet gerecht zu werden, wird Willimzik in seiner Klinik, die er 1981 gründete, kürzer treten. „Wir sind ein Dreier-Team in der Geschäftsleitung und haben abgemacht, dass ich ab dem 1. Januar 2014 nur noch halbtags in der Klinik arbeite“, erklärt der Frankreich-Liebhaber. Mehrmals im Jahr fährt er in das Nachbarland: „Das hat wiederum auch mit dem Tierschutz zu tun. Die Franzosen achten die Tiere in den meisten Fällen mehr als wir.“

In seinem bevorzugten Urlaubsland hat es dem gebürtigen Niedersachsen das Département Indre-et-Loire angetan. Seinem Hund, einem neunjährigen Mastiff, hat er den ungewöhnlichen Namen „Indre-et-Loire“ gegeben. Das Tier hört auch auf den nicht minder extravaganten Namen „trente-sept“ – das französische Zahlwort für 37, die Ordnungsnummer des Départements.

Bevor sich Willimzik aber Gedanken über einen neuerlichen Ausflug Richtung Frankreich macht, hat er im Saarland erst einmal alle Hände voll zu tun. Denn an Arbeit wird es dem neuen Landestierschutzbeauftragten sicherlich nicht mangeln. „Ich will Leute um mich versammeln, die sich der Thematik annehmen und mit mir Projekte lösen. Geredet wird immer viel, ich will auch etwas tun.“
 
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