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Hanspeter Georgi: Abschaffung der Studiengebühren war ein Fehler

Hanspeter Georgi, Ex-Wirtschaftsminister und Vorstand des AKW, fordert im Rahmen einer notwendigen Bildungsoffensive auch eine Kooperation der Hochschulen in der Großregion.

Hanspeter Georgi, Ex-Wirtschaftsminister und Vorstand des AKW, fordert im Rahmen einer notwendigen Bildungsoffensive auch eine Kooperation der Hochschulen in der Großregion.

Das Saarland muss verstärkt in Bildung investieren, um einem drohenden Verlust von Hochqualifizierten zu begegnen, so das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Studie des Hamburger Weltwirtschafts-Institut und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers.

Mit der Bildungsoffensive sollte laut Georgi allerdings nicht erst in der Universität, sondern schon so früh wie möglich angesetzt werden. „Wir müssen die Begeisterung für Wirtschaft und Technik schon viel früher in der Schule wecken“, sagt er. Als hervorragende Beispiele nennt er unter anderem das Programm „Begeisterung Technik“ der St. Ingberter Firma Festo oder eine Initiative von SAP in St. Ingbert, wo Kinder mit Lego-Robotern experimentieren können. „Das bräuchten wir häufiger“, sagt er.

Als großen Fehler bezeichnet Georgi die Abschaffung der Studiengebühren. „Mit dem Nulltarif locken wir die Leute an, die mit ihrer Zeit nicht effizient umgehen“, sagt er. Zukünftige Fach- und Führungskräfte könne man damit nicht gut ins Saarland locken, postuliert der Ex-Wirtschaftsminister. Dass das Saarland die Ausbildung von Fachkräften dringend verstärken muss, zeige laut Georgi die aktuelle Situation in den Unternehmen. Die bekämen schon jetzt nicht ausreichend Personal aus dem Saarland. „Bei der ZF kommt die Hälfte der Fachkräfte von Außerhalb“, sagt er.

Mängel sieht Georgi aber auch in der Infrastruktur: „Es wäre dringend nötig, den Science Park 3 auf den Weg zu bringen“, sagt er. Dabei gehe es weniger um Gebäude, sondern um Flächen, die sich in räumlicher Nähe zu dem bestehenden Science Park und der Universität befinden. Das sei ein guter Standort für einen weiteren Unternehmenspark. „Wir verzichten hier auf Entwicklungspotenzial“, sagt er.

Versäumnisse sieht Georgi auch beim Infrastrukturausbau, wo wichtige Projekte wie die Verschwenkung der Autobahnen A1 und A623 gar nicht mehr vorgesehen seien. Auch beim Zugverkehr müsse das Land darauf achten, dass die in einem „Jahrhundertprojekt“ erstmals geschaffene Ost-West-Schnellverbindung durch das Saarland nicht wieder an Bedeutung verliere.

Doch nicht nur das Land sieht der frühere Wirtschaftsminister in der Pflicht. „Wir haben im Land Unternehmen, die mit ihren Produkten oft führend in der Welt sind“, sagt er. Diese müssten mehr in die Öffentlichkeit treten statt nur zurückhaltend zu kommunizieren. „Diese Unternehmen sollten mehr über ihre Erfolge reden. Das hilft letztlich auch dem Standort.“

 

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