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Hartz IV: Zahl der Empfänger geht zurück

Saarbrücken. Die Zahl der Hartz -IV-Empfänger ist im vergangenen Jahr saarlandweit um 9200 Personen zurückgegangen – und zwar von 84 600 auf 75 400. Das teilte der Chef der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit (BA), Otto-Werner Schade, mit. Einen größeren Rückgang habe es im vergangenen Jahr lediglich in Bayern gegeben. Von diesen 75 400 Frauen und Männern bekommen 55 200 Arbeitslosengeld II, weil sie als erwerbsfähig gelten, 20 200 – meist Kinder – erhalten Sozialgeld. Die Hartz -IV-Empfänger leben in rund 40 260 sogenannten Bedarfsgemeinschaften (Singles, Alleinerziehende, Paare oder Familien mit Kindern). Ein Jahr zuvor waren es noch knapp 44 000 gewesen.

Im statistischen Durchschnitt umfasst eine Bedarfsgemeinschaft 1,9 Personen. Nach Berechnungen der Bundesagentur sind 8,8 Prozent der saarländischen Bevölkerung auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Damit liege das Saarland, so Direktionsleiter Schade, hinter Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen auf Rang fünf. Den Rückgang der Hartz -IV-Empfänger führt die Regionaldirektion auf die gute Konjunktur im vergangenen Jahr zurück. Allerdings halfen auch Programme der BA, dass etliche Bezieher von Arbeitslosengeld II wieder Beschäftigung fanden. Für diese Fördermaßnahmen hat die BA im Jahr 2008 im Saarland knapp 61 Millionen Euro aufgewendet. Rund 45 300 Personen durchliefen während des vergangenen Jahres eine Beschäftigungs- oder Qualifizierungs-Maßnahme, im Jahr 2007 waren es 42 600. Dazu zählt auch der Beschäftigungszuschuss.

Unternehmen, Kommunen oder soziale Einrichtungen erhalten 75 Prozent des Tariflohns, wenn sie einen Langzeitarbeitslosen einstellen. Hinzu kommt, dass die BA die Sozialversicherungsbeiträge übernimmt. 600 Frauen und Männer fanden auf diese Weise wieder eine reguläre Beschäftigung. Rund 1000 jüngere Arbeitslose konnten sich mit Hilfe der Hartz -IV-Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) auf einen Beruf vorbereiten oder eine Ausbildung durchlaufen. Die ARGEn zahlten im vergangenen Jahr 202,3 Millionen Euro an Arbeitslosengeld II und Sozialgeld, 5,6 Millionen Euro weniger als im Jahr 2007. Die Hartz -IV-Durchschnittsfamilie bezog im vergangenen Jahr 843 Euro pro Monat, ein Jahr zuvor waren es 827 Euro gewesen.

Für dieses Jahr hat man sich zum Ziel gesetzt, dass sich die Zahl der Hartz -IV-Empfänger „zumindest nicht erhöht“, hieß es bei der Regionaldirektion. Dies sei ein ehrgeiziges Ziel, da rund zwei Drittel der Bezieher von Arbeitslosengeld II keine Berufsausbildung vorweisen könnten oder andere Defizite wie Sprachprobleme haben.

Von  Lothar Warscheid 
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