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Hat Elfjähriger Gewaltvideo verschickt?

Saarbrücken. Ein elf Jahre alter Junge, Schüler der fünften Klasse einer erweiterten Realschule im Saarpfalz-Kreis, ist ins Visier der Ermittler geraten. Seine Lehrer haben die Polizei informiert. Der strafunmündige Schüler soll vor knapp zwei Wochen in der Schule aufgefallen sein, als er mit seinem Handy ein Video mit gewaltverherrlichenden Szenen, einen Pornofilm und Bilder von verbotenen rechtsextremen Kennzeichen gezeigt und an zwei seiner Mitschüler verschickt habe. Das Handy wurde von Lehrern eingezogen und der Polizei übergeben.

Georg Himbert, Sprecher der Landespolizeidirektion, bestätigte gestern auf Anfrage entsprechende Informationen unserer Zeitung. Zwei Handys des Kindes seien beschlagnahmt worden. Die beiden Mitschüler, an die Videos adressiert worden seien, hätten ihre Handys der Polizei freiwillig zur Auswertung überlassen. Nach einer ersten Grobsichtung sei davon auszugehen, dass neben dem Gewaltvideo und dem Film mit pornografischen Darstellungen auch Fotos von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen auf einem Mobiltelefon, das der elfjährige Junge in den Unterricht mitgebracht hatte, abgespeichert seien. Die sichergestellten Handys werden allerdings noch, so Himbert, von Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) detailliert ausgewertet. Ergebnisse dieser Untersuchungen liegen bisher noch nicht vor. Himbert: „In diesem Fall liegt Vieles noch im Unklaren.“

Wie weiter zu erfahren war, soll eines der Handys möglicherweise dem Lebensgefährten der Mutter des Elfjährigen gehören. Wenn dem so ist, stellt sich die Frage, wie der Fünftklässler in Besitz des Gerätes gekommen ist? Unter Umständen können sich die Ermittlungen der Polizei auch gegen die Erziehungsberechtigten des Jungen richten. Ob das Jugendamt über den Vorfall informiert wurde, war gestern nicht zu erfahren. Erste Konsequenzen soll die betroffene erweiterte Realschule gezogen haben. Angeblich hat die Schulleitung ein striktes Handyverbot auch während der Pausen verfügt.


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