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Hat Energiewende Folgen für die Saar-Industrie?

Saarbrücken. Nach Ansicht von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ist die Energiewende „eine Operation am offenen Herzen, und das während eines Marathonlaufs“. Er ist trotzdem davon überzeugt, dass der Umbau der deutschen Energielandschaft ein Erfolg wird. Bei der Abstimmung liege noch einiges im Argen. Das sagte Altmaier gestern auf einem energiepolitischen Kongress der CDU-Landtagsfraktion in Saarbrücken.

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Meiser, forderte, dass die Energiewende nicht zulasten der saarländischen Industrie und Kraftwirtschaft gehen dürfe. Die Kraftwerke „werden weiter zum Vorhalten von Regelenergie benötigt“. Dieser Strom wird gebraucht, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Tim Hartmann, Vorstandsmitglied des Energieversorgers VSE, forderte einen finanziellen Ausgleich für Kraftwerke, die wegen des Vorrangs für erneuerbare Energieformen künftig seltener Strom produzieren können. Mit den Subventionen zum Umbau der Energielandschaft „müssen wir trotzdem besser haushalten, damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen“. Es dürfe nicht sein, dass „wir weiter mit viel Geld die Herstellung chinesischer Photovoltaik-Module unterstützen“, sagte Hartmann.

Für Albert Hettrich, Präsident des Saarhüttenverbands, hat die Energie-Diskussion inzwischen „religiöse Züge angenommen, wo nur noch zwischen gut und böse unterschieden wird“. In Wirklichkeit herrsche große Ratlosigkeit. Bei weiter steigenden Energiekosten würde der saarländischen Stahlindustrie das Geld für Investitionen fehlen. Wenn der Strompreis um einen Cent nach oben geht, „hat das für unsere Stahlkocher Mehrkosten von elf Millionen Euro zur Folge“, so Hettrich. Werner Spaniol, Landesvorsitzender Saar des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU), forderte, dass die Strompreise trotz der Energiewende bezahlbar bleiben müssen. Mittelfristig müssten die grünen Energie-Erzeuger ohne Subventionen auskommen.

Professor Marc Piazolo von der Fachhochschule Zweibrücken forderte dazu auf, verlässliche finanzielle Anreize für die Bürger zu schaffen, in energetische Maßnahmen zu investieren. „Hier schlummert ein großes Potenzial.“ Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer schloss sich dem an. „Es müssen endlich klare Förder-Rahmenbedingungen zwischen dem Bund und den Ländern vereinbart werden.“ low

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