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Hat die Quierschieder Tafel Spenden unterschlagen?


Da droht ein Riesenskandal: Weil sie Spenden unterschlagen haben sollen, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen drei Vorstandsmitglieder des Quierschieder Vereins Die Tafel.

Quierschied. Der gemeinnützige Verein soll eigentlich gespendete Lebensmittel an Bedürftige verteilen. Doch in Quierschied könnte es ganz anders gelaufen sein.Bedienen sich bei dem angeblich gemeinnützigen Verein „Die Tafel Quierschied“ Vorstandsmitglieder selbst, statt die von Geschäften gespendeten Lebensmittel umgehend an Bedürftige zu verteilen?
Diese Frage klärt derzeit die Staatsanwaltschaft Saarbrücken.
Bernd Meiners, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, bestätigte gestern auf Anfrage Ermittlungen wegen Verdacht der Unterschlagung gegen drei Verantwortliche des Vereins. Unter ihnen ist auch der frühere Vorsitzende der Links-Partei in Quierschied, Reinhold Z.. Meiners konnte allerdings keine Details zu dem Verfahren nennen. Der Kriminaldienst der Polizei in Sulzbach sei mit den Ermittlungen beauftragt. Dort wurden nach Informationen unserer Zeitung in den letzten Tagen ehemalige Helfer der „Tafel“ als Zeugen gehört.
Ins Visier der Ermittler ist offenbar insbesondere Vereinschef Helmut J. geraten. Ex-Mitglieder werfen ihm vor, Fahrzeuge des Vereins wiederholt für private Zwecke genutzt zu haben. Zudem soll er Lebensmittel für den Eigenbedarf entnommen haben. Angeblich seien auch Speisen und Getränke aus Beständen der Tafel, die etwa 600 Bedürftige im Sulzbach- und Fischbachtal betreut, für eine private Geburtstagsfeier „gebunkert“ worden.

Ein weiterer Vorwurf:
Gespendete Lebensmittel sollen an einen Imbissstand und ein Altenheim geliefert worden sein, statt sie an Bedürftige zu verteilen. Ein Ex-Tafel-Helfer berichtet von logistischer Unterstützung der Links-Partei.
Ins Rollen kamen die Ermittlungen der Saarbrücker Staatsanwaltschaft durch eine anonyme Strafanzeige, die offensichtlich von einem Insider stammt. Darin wird auch auf Verbindungen der Tafel-Spitze zum Ortsverein der Links-Partei hingewiesen. Pikant: Aus den Reihen der Tafel sei der Ortsverein der Links-Partei entstanden. Ein Vorstandsmitglied der Partei soll neue Genossen mit Lebensmitteln der Tafel belohnt haben.
Gegenüber der Saarbrücker Zeitung sagte ein ehemaliger Tafel-Helfer, er sei beauftragt worden, eine Kühltruhe aus dem Inventar des Vereins mit Tafel-Auto zum Anwesen des zweiten Vorsitzenden Rene I. zu bringen. Dort habe die Gründungsversammlung der Links-Partei stattgefunden. In der Truhe seien Getränke gekühlt worden. estätigt wurde, dass ein Kühlwagen der Tafel beim Sommerfest der Linken in Göttelborn zum Einsatz kam. Rene I. und Reinhold Z., Schatzmeister der Tafel und Ex-Ortsvorsitzender der Linken, wiesen gestern die Vorwürfe als „haltlos“ und „absoluten Blödsinn“ sowie „an den Haaren herbeigezogen“ zurück. Ein Anwalt sei eingeschaltet. Die Tafel habe sich beim Linken-Fest präsentiert, zudem seien dort Rest-Lebensmittel dem Verein gespendet worden. Tafel-Chef J. war gestern nicht zu erreichen. szn/ek

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