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Hausärzte: Versorgung im Saarland gefährdet?

 Saarbrücken. Der drohende Mangel an Allgemeinmediziner stand im Mittelpunkt des 26. Saarländischen Hausärztetages am Samstag in Saarbrücken. Wie Dr. Jürgen Bethscheider, der Vorsitzende des Saarländischen Hausärzteverbandes, erklärte, wird in zehn Jahren etwa die Hälfte der 682 Hausärzte das Rentenalter erreicht haben. Um diese Zahl aufzufangen, würden pro Jahr 27 neue Ärzte gebraucht. „Derzeit kriegen wir lediglich zehn neue Ärzte“, sagte er. Der Verband sieht die zukünftige Patientenversorgung gefährdet – seine Mitgleider diskutierten darüber mit Vertretern von gesetzlichen Krankenkassen und Politik.

Medizinische Leistungen von Pflegekräften erbringen lassen

Um den Versorgungsmangel von Patienten entgegenzuwirken, soll das geplante Versorgungsstrukturgesetz der schwarz-gelben Regierung neue Möglichkeiten schaffen, dass Kommunen selbst die medizinische Versorgung in die Hand nehmen. Volker Schmidt (SPD), sprach von einer „kleinräumigeren Versorgungsstruktur, bei der die Kommunen die Voraussetzungen schaffen müssen“. Tobias Hans (CDU) sieht das ähnlich, sagte jedoch: „Kommunen sind hier gefordert, dürfen aber nicht noch stärker finanziell belastet werden.“ Angelika Kraus vom Amt für soziale Angelegenheiten der Stadt Saarbücken kann sich vorstellen, bei der Einrichtung von kommunalen Zentren medizinische Leistungen von anderen Berufsgruppen, etwa von Pflegekräften, erbringen zu lassen. Das allerdings sahen die Allgemeinmediziner kritisch, fehle es doch an der notwendigen Kompetenz und helfe es nicht, den Ärztemangel zu verhindern.


Neuer Lehrstuhl für Allgemeinmedizin soll kommen

Ein weiteres Thema: Der neue Lehrstuhl für Allgemeinmedizin soll kommen. Diese Woche sollen die entsprechenden Verträge unterschrieben werden. Bethscheider sprach über die Finanzierung des Lehrstuhls, betonte, dass von den 250 000 Euro jährliche Kosten die saarländischen Ärzte 150 000 Euro tragen werden. Der Lehrstuhl sei eine Möglichkeit, dem drohenden Mangel entgegenzuwirken. Der Vorschlag von Karlheinz Delarber von der AOK Saarland, „den Notendurchschnitt zu senken, um den Einstieg ins Studium zu erleichtern“, stieß allerdings auf Ablehnung. Auch musste er sich dem Vorwurf stellen, die Krankenkassen benachteiligten die Allgemeinmediziner, seien ungerecht bei der Honorarverteilung. Unsichere und nicht planbare Einkünfte, die wachsenden Ansprüche an Bürokratie und Betriebswirtschaft machten den Beruf nicht attraktiv.

Das Berufsbild zu ändern forderte daher Ulrich Weigeldt, der Vorsitzende im Bundesverband des Deutschen Hausärzteverbandes. Sein Vorschlag: aus der Praxis heraus Aufgaben delegieren, auch ärztliche Kompetenzen abzugeben. Eine Möglichkeit sei „Verah“, die Qualifizierung einer medizinischen Fachangestellten zur Versorgungsassistentin. Sie übernimmt dann artzentlastende Aufgaben, wie Beratung in Versorgungsfragen. hth

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