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Haushaltsloch: Schwalbach schrumpft sich gesund



Schwalbach. Bis Januar will Schwalbach ein Gemeindeentwicklungskonzept (Geko) erstellen: Anders als der Name vermuten lässt, stehen da keine teuren Projekte drin, „sondern da steht drin, was nicht mehr geht“, sagt Bürgermeister Hans- Joachim Neumeyer. Oder schöner: Wie es trotz leerer Kassen dennoch geht. Schwalbach soll eine „attraktive Wohngemeinde rechts der Saar“ bleiben, für junge Familien und Senioren. Das ist bei einem Haushaltsloch von 19 Millionen Euro und einem Haushaltssicherungskonzept nicht einfach.

Die Gemeinde muss in den nächsten fünf Jahren laut Sicherungskonzept jährlich 240 000 Euro einsparen. Auch dabei hilft das Geko. Es bildet zunächst ab, was da ist: Wie setzt sich die Gemeinde heute demografisch zusammen? Wie ist die Infra-, wie die Vereinsstruktur? Welche Leerstände und Kosten gibt es? Die Fakten sammelte Kernplan, die Gesellschaft für Städtebau und Kommunikation mbH aus Illingen. Als Zweites gibt das Geko eine Prognose: Wie entwickelt sich die demografische Lage, wie die Finanzlage in zehn oder 15 Jahren? Wie könnte man jetzt schon darauf reagieren?

„Um Ideen für eine zukunftsfähige Struktur zu sammeln, gingen wir im März mit einer großen Gruppe an drei Samstagen durch alle Gemeindeteile und schauten, was man wo machen kann“, sagt Neumeyer. Beispiel: Im Jahr 2010 kostete die Erhaltung aller gemeindeeigenen Einrichtungen wie Hallen, Kitas, Feuerwehr 1,545 Millionen Euro, das sind 86 Euro pro Einwohner. Unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung errechnete der Kernplan bis 2030 eine Erhöhung auf 100 Euro pro Einwohner und Jahr. Neumeyer: „Kostensteigerungen sind da noch nicht drin. Aktuell kommen schon mit der Strompreiserhöhung nochmals 35 000 Euro zu den 1,545 Millionen dazu.“ Um solche Zahlen zu senken, sind alle Ideen willkommen. Welche umgesetzt werden, ist offen. „Wir müssen über Komprimierungen nachdenken.“

Beispiel: „Wir haben sieben Sportplätze für 17 800 Einwohner, aber immer weniger Kinder.“ Es gibt zwar 180 Vereine, aber manches Sportzentrum nutze nur ein Verein. Auch leiste die Gemeinde sich in den drei Bezirken Schwalbach, Hülzweiler und Elm jeweils ein Feuerwehrgerätehaus. „Man sollte darüber nachdenken, ob sich nicht ein Standpunkt für ein gemeinsames Gerätehaus findet, das alle drei Löschbezirke innerhalb der gesetzlich vorgegebenen acht Minuten erreichen können“, sagt Neumeyer. Das seien große Herausforderungen. „Ich möchte, dass alle gemeinsam entscheiden und ihr Kirchturmdenken abschalten. Es nutzt nichts, in Parteifarben eigene Süppchen zu kochen.“

Die Umsetzung des Geko dauere: „Meine Amtszeit, 2019 ist die erste um, reicht dafür nicht“, sagt der Bürgermeister. Das Geko selbst, das Schwalbach 2011 auf den Weg brachte, „haben wir nicht erfunden, das gibt es andernorts schon länger“. Nicht zuletzt, weil es Basis für künftige Zuschüsse wird. Die Kosten von 30 000 Euro für das Geko selbst trägt die Gemeinde nicht komplett: Das Land zahlt 75 Prozent davon.  Bürgerbeteiligung erwünscht: in den Ortsräten Hülzweiler, 19., Elm, 26., Schwalbach, 28. November, jeweils 19 Uhr.

Im Internet: www.schwalbach-saar.de


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