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Hausknatsch bei Krankenkasse IKK Südwest

Die Saarbrücker Krankenkasse IKK Südwest kommt nach wie vor nicht zur Ruhe.

Die Saarbrücker Krankenkasse IKK Südwest kommt nach wie vor nicht zur Ruhe.

Bei der Innungskrankenkasse (IKK) Südwest hängt der Haussegen wieder schief. Im Frühjahr erhielt Vorstand Frank Spaniol die fristlose Kündigung, weil er sich, so der Vorwurf der IKK, 30 000 Euro von IKK-Konten habe überweisen lassen, der keine Gegenleistung gegenüber gestanden habe. Zuvor war ihm in einem anonymen Brief „von Mitarbeitern und Führungskräften“ der IKK unter anderem vorgeworfen worden, dass er ein „überaus autoritärer und menschenverachtender Diktator und Egozentriker“ sei und einen „aggressiven und hochgradig verletzenden Führungsstil“ gepflegt habe.

Danach wollte die neue Führung unter Geschäftsführer Jörg Loth reinen Tisch machen. Die Mitarbeiter sollten sich ihren Frust bei einem Ombudsmann von der Seele reden. Für dieses Amt wurde Wolfgang Asmus ausgewählt, ehemaliger Präsident des Landgerichts Kaiserslautern. Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte & Touche wurden beauftragt, Konten und Zahlungsströme der IKK unter die Lupe zu nehmen. Die Ergebnisse beider Aufträge sollen in der nächsten Verwaltungsrats- Sitzung am 29. August behandelt werden.

Inzwischen erheben Mitarbeiter schwere Vorwürfe gegen das Ombudsmann-Verfahren. Es sei dazu genutzt worden sei, unliebsame IKK-Beschäftigte kaltzustellen und zu entfernen, sagen sie. Die Prozedur sei „zur Stasi-Show“ verkommen, beklagen sich einige. Sie werfen dem Vorsitzenden des IKK-Verwaltungsrats, Rainer Lunk, vor, dass er dem Ombudsmann fünf Namen von Führungskräften gegeben haben soll, „über die Herr Asmus bei den Mitarbeitern recherchieren sollte“. „Das ist ein Skandal, der in einem demokratischen Land seinesgleichen sucht“, heißt es aus Kreisen der IKK-Beschäftigten dazu.

Asmus weist diese Vorwürfe mit Nachdruck zurück. Es hätten sich insgesamt 175 Mitarbeiter bei ihm gemeldet. Deren Angaben seien anonym behandelt worden. Auch der Verwaltungsrat wisse die Namen nicht. Er habe dem Gremium seine Dokumentation anonym übergeben. Auch sei auf ihn kein Einfluss von Seiten des Verwaltungsrats ausgeübt worden. Dies bestätigt auch Verwaltungsrats- Chef Lunk. Er sei der einzige Ansprechpartner von Asmus gewesen. Die Anonymität von dessen Gesprächspartnern sei stets gewahrt gewesen. Als Arbeitsgrundlage habe Asmus unter anderem eine Mitarbeiter- Liste mitsamt den Funktionen erhalten.

Auch der IKK-Personalrat verteidigt den Ablauf des Ombudsmann-Verfahrens. „Wir haben es initiiert und die Ombudsperson beauftragt“, erinnert Gerd Deffner, stellvertretender Vorsitzender der Mitarbeitervertretung. Zur Verwirrung trug bei, dass auch Lunk Gespräche mit Beschäftigten führte. „Diese Mitarbeiter sind auf mich zugekommen“, sagt er. Insgesamt 26 Frauen und Männer hätten sich aus eigenem Antrieb bei ihm gemeldet, mit denen er dann die vertraulichen Gespräche geführt habe. „Sie wurden dazu auch vom Personalrat dazu ermuntert“, sagt Deffner. Die Dokumentation von Asmus will Lunk um seine „Gesprächsergebnisse ergänzen und auswerten“, wie er in einem Brief schreibt. Der Fall eines Mitarbeiters, der sich schriftlich über das Ombudsmann-Verfahren beschwert hatte, sei im Kontrollgremium besprochen worden. Diese Beschwerde soll das Verwaltungsrats- Mitglied Thomas Schuck, ein ehemaliger Mitarbeiter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Mainz-Worms, als Respektlosigkeit gegenüber dem Gremium empfunden haben: „Was bildet sich dieser Dreckschreiberling eigentlich ein? Wenn er das Wort Verwaltungsrat hört, hat er die Hände an die Hosennaht zu legen“, sollen seine Worte gewesen sein. Schuck bestätigt das Zitat im Wesentlichen.

Nach Ansicht einiger Verwaltungsräte geht es nicht mehr allein um zerstörtes Vertrauen. Die rheinland-pfälzische Fraktion in dem Gremium „will neue Fürstentümer haben“, klagt ein Ratsmitglied. Ein Kollege habe ihm am Telefon zu verstehen gegeben: „Die saarländische Mafia muss weg.“ Der Hang der Nachbarn zu mehr Dezentralität wird von anderen Mitgliedern bestätigt. Lunk verneint das. Die IKK werde im Saarland keine Kompetenzen verlieren.

Es sei beschlossen, am Saarbrücker Eurobahnhof eine neue Hauptverwaltung zu bauen. Die ersten Aufträge seien vergeben, sagt IKK-Geschäftsführer Loth. Derzeit sind die 1100 IKK-Mitarbeiter im Saarland auf 14 Häuser verteilt. Die Krankenkasse beschäftigt insgesamt 1800 Mitarbeiter. Allerdings sollen auch die in die Jahre gekommenen Gebäude in Kaiserslautern und Ludwigshafen auf Vordermann gebracht werden.

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