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Haustadter Drohne sucht nach Tanja Gräff

Von SZ-Redakteurin Margit Stark

Trier/Haustadt. Präzise lenkt Peter Detzen sein Minifluggerät samt Kameras in die roten Felsen an der Mosel nahe Trier, zielsicher über Bäume und Gestrüpp hinweg. Kann die ein Kilo schwere Drohne des Haustadters die vermisste Tanja Gräff orten? Wird der viermotorige Flieger die Polizei endlich einen Hinweis auf 21-Jährigen bringen? – eine Hoffnung, die während des gut vierstündigen Einsatzes mehr und mehr schwindet.



Einblicke in Felsvorsprünge

Auch vier Jahre nach dem Verschwinden der Studentin suchen die Ermittler fieberhaft die junge Frau, um den Fall aufzuklären – dieser Tage mit Hilfe des passionierten Modellfliegers aus der Gemeinde Beckingen. „Ich hatte die Aufgabe, meine Drohne in das unwegsame Gelände mit steilen Felsen Felsvorsprünge zu lenken, das per Hubschrauber wegen Felsüberhängen und Baumbewuchs nicht eingesehen werden konnten“, beschreibt der Elektrotechniker seinen Part bei der erneuten Suche nach Tanja Gräff, die nach einem Sommerfest 2007 spurlos verschwand. „Die Trierer Polizei hat mich gebeten, bei diesem Einsatz mitzumachen“, erzählt der Tüftler aus der Gemeinde Beckingen. Der linke Steuerknüppel gibt Impulse für die Geschwindigkeit, der rechte für die Höhe.

Seit Kindesbeinen an hat er sich dem Modellflug verschrieben – ebenso dem Bau solcher Luftakrobaten. Glasfaser verstärkter Kunststoff ist der Stoff, aus dem der 61-Jährige seine Drohne geformt hat. „Alle Teile habe ich gefertigt“, verrät der Haustadter.

Gut ein halbes Jahr braucht’s nach seiner Darstellung schon – von der Zeichnung bis zum fertigen Flieger. „Zunächst als Modellfluggerät konzipiert und geflogen, habe ich schnell weitere Einsatzmöglichkeiten entdeckt“, berichtet Peter Detzen. Das Innenleben der Drohne: hochmoderne Technik – ein Höhensensor beispielsweise. „Ist die gewünschte Höhe erreicht, wird der Mikrokopter eingeschaltet, der automatisch die Höhe hält“, erläutert er. Per Knopfdruck kann nach seiner Darstellung ein GPS-System zugeschaltet werden, das die Drohne dann per Satellitensignal auf Position hält.

Zwei Kameras an Bord

 Gegen eine ungewollte Drehung in der Horizontalen hat der Haustadter seine Minimaschine gewappnet – mit einem Kompass-Sensor, wie er sagt. „Beim Schwebeflug mit aktivem GPS kann jederzeit mit der Fernsteuerung eingegriffen und die Position verändert werden.“ Zwei Kameras hat der Haustadter seinem Maschinchen mit an Bord gegeben: eine HD-Videokamera sowie eine Funk-Videokamera, die nach dem Prinzip eines Babyfone funktioniert, wie Peter Detzen erzählt.
„Diese Funk-Videokamera hat die Bilder auf einen Laptop übertragen.“ Damit die Bilder nicht verwackeln, hat Detzen auf eine kreiselunterstützte Kamera-Aufhängung gesetzt. „Die Kameras waren immer horizontal ausgerichtet.“ Trotz aller Technik: keine Spur von Tanja Gräff. Jetzt hofft die Polizei mit einer Sonder-Sendung von „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ im ZDF am 30. März, 20.15 Uhr, auf Hinweise.



Auf einen Blick
 
Drohne wird ein unbemanntes Luftfahrzeug genannt. Dieses Fluggerät kommt ohne Pilot an Bord aus und wird entweder über Funk gesteuert oder hat ein automatisiertes Programm an Bord. Der passionierte Modellflieger Peter Detzen aus Haustadt hat die Maschine, die jetzt bei der Suche nach Tanja Gräff im Einsatz war, entwickelt und gebaut. „Zunächst als Modellfluggerät konzipiert und geflogen, wurden bald weitere Einsatzmöglichkeiten entdeckt, mit Kamera bestückt sind Luftaufnahmen im Freien als auch zum Beispiel in Gebäuden möglich“, sagt er. „Die Mini-Flugzeuge müssen in Sichtweiten bleiben.“
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