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Heiligabend mit Obdachlosen im Saarbrücker E-Werk

Die Heiligabendaktion ist für arme Menschen oft der einzige Lichtblick an den Feiertagen (Archivfoto).

Die Heiligabendaktion ist für arme Menschen oft der einzige Lichtblick an den Feiertagen (Archivfoto).

Saarbrücken. Lang ist die Schlange an der Essensausgabe in der Wärmestube in der Trierer Straße. Etwa 40 Obdachlose und arme Menschen stehen an und warten auf einen Teller Bohneneintopf. Darunter sind auch 20 Jugendliche aus Saarbrücken. Für viele von ihnen ist es der erste Kontakt zu den hilfsbedürftigen Menschen in ihrer Stadt.


„Wir haben zu Hause alle eine intakte Familie"

„Man kennt ja eigentlich nur die Armut aus dem Fernsehen, wo über arme Menschen in Afrika berichtet wird. Dass es Armut auch direkt vor der Haustüre gibt, wissen viele nicht“, sagt die 17-jährige Hannah Reis aus Saarbrücken bevor sie sich zum Essen mit an den Tisch der hilfsbedürftigen Menschen setzt.

„Wir haben zu Hause alle eine intakte Familie, und uns fehlt es an nichts. Aber es gibt auch Menschen, die das alles nicht haben. Ich versuche zumindest, etwas zu geben“, ergänzt der 20-jährige Valentin Köberlein.

Jugendliche können sich freiwillig melden

Bereits zum zweiten Mal organisiert das katholische Dekanat Saarbrücken die Aktion „Weihnachten anders“: Jugendliche können sich freiwillig melden und bei der großen Heiligabend-Aktion im E-Werk in Saarbrücken helfen, rund 500 armen und obdachlosen Menschen ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten.

„Es ist toll, wie die Aktion bei den jungen Menschen auf Interesse stößt. Im vergangenen Jahr haben sich 15 junge Leute gemeldet, und in diesem Jahr sind es schon 20“, berichtet Pastoralreferent Heiner Buchen, der die Aktion „Weihnachten anders“ leitet.

Bei zwei Treffen wird den Jungs und Mädels ein Eindruck davon vermittelt, was Armut überhaupt bedeutet und wie es ist, ohne etwas zu leben. Während beim ersten Treffen Heiner Buchen referierte, um die Jugendlichen zu informieren, war das zweite Treffen in der Wärmestube.

„Wir hatten das im vergangenen Jahr auch schon gemacht. Der Kontakt mit armen Menschen sensibilisiert die jungen Leute für die gesamte Aktion“, erklärt Heiner Buchen.

Zeit,  um mit  armen Menschen zu sprechen

Nach dem Schlangestehen und dem gemeinsamen Essen nehmen sich die Jugendlichen auch die Zeit, um mit den armen Leuten zu sprechen. Und die finden die Aktion klasse. „Es ist toll, dass die Jugendlichen interessiert sind und nicht einfach nur wegschauen. Man merkt, dass es nicht allen Leuten egal ist, wie es anderen Menschen geht“, meint Uwe S. Dabei wollen die hilfsbereiten jungen Leute gar kein Lob für ihr Engagement. „Wir machen das gerne. Wir wollen helfen, weil wir wissen, dass viele Menschen für ihre Situation nichts können und einfach machtlos sind“, versichert die 16-jährige Naomi Ney.

Am 23. Dezember treffen sich die Jugendlichen der Aktion „Weihnachten anders“ mit 80 anderen Freiwilligen im E-Werk zu den Aufbauarbeiten für die Heiligabend-Aktion. Und am 24. Dezember ist es dann soweit. Von 14 bis 19 Uhr steigt das große Weihnachtsfest für Obdachlose, arme und einsame Menschen. Dabei werden die Jugendlichen in der Küche helfen, Essen und Geschenke verteilten und natürlich viele Gespräche mit Menschen führen, denen es nicht so gut geht wie ihnen selbst.

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