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Heirat: Schwerverbrecher und Ex-Mitarbeiterin der Lerchesflur

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann

Saarbrücken. Hinter den Gittern des Hochsicherheitsgefängnisses auf der Saarbrücker „Lerchesflur“ hat es gefunkt! Die pikante Affäre von „Susi und Strolch“ beschäftigt sogar das Justizministerium und macht auch bei der Saarbrücker Staatsanwaltschaft die Runde. Ein 54 Jahre alter Schwerverbrecher, gegen den das Saarbrücker Landgericht (Aktenzeichen LG 2-1/05) Ende Dezember 2005 wegen räuberischer Erpressung eine Haftstrafe von neun Jahren sowie anschließende Sicherheitsverwahrung verhängt hat, will mit einer Regierungsoberrätin den Bund fürs Leben eingehen.

Die Verlobung hat, so Informationen unserer Zeitung, der Bräutigam der Anstaltsleitung Ende letzten Jahres angezeigt und gleichzeitig seine Verlegung in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen beantragt. „Susi und Strolch“ haben sich wohl im Gefängnis kennen und lieben gelernt. Die Braut war über Jahre als Mitarbeiterin in der Leitung der Vollzugsanstalt. Ein Justizsprecher bestätigte der SZ gestern auf Anfrage, dass sie in dieser Funktion für den Gefangenenbereich und damit auch für den 54-Jährigen zuständig war. Der war bereits seit 2003 in Saarbrücken inhaftiert.

Wie es heißt, soll JVA-Mitarbeitern, Gefangenen und Hausspitze bereits Ende 2008 eine „erstaunliche Nähe“ zwischen der Oberrätin mit Schlüsselgewalt und dem Häftling aufgefallen sein. Sie soll ihn „erstaunlich lange und immer wieder“ in seiner Zelle besucht haben. Dies war wohl ein Grund dafür, dass die Juristin im März 2009 zur Staatsanwaltschaft versetzt wurde. Dort arbeitete sie nach SZ-Informationen sechs Monate, wurde dann erneut versetzt. Ihre neue Wirkungsstätte ist im Innenministerium. Staatsanwaltschaft und Justizministerium machten zu der Beamtin mit Hinweis auf „datenschutzrechtliche Aspekte“ keine konkreten Angaben.

Der Kontakt zwischen „Susi und Strolch“ scheint aber durch die räumliche Trennung nicht abgerissen. Der Schwerverbrecher wurde im Dezember 2010 nach seiner „Verlobungsanzeige“ im Gefängnis offenbar wunschgemäß verlegt. Dem Vernehmen nach erfolgte der Umzug so schnell, dass eine beantragte standesamtliche Trauung hinter Saarbrücker Gittern nicht mehr stattfinden konnte. Vielleicht gaben sich „Susi und Strolch“ zwischenzeitlich in Aachen das Ja-Wort. Ein Justizsprecher teilt dazu nur mit: „Es entzieht sich unserer Kenntnis“, ob die frühere Mitarbeiterin der JVA und der frühere Gefangene der JVA Saarbrücken „den Stand der Ehe eingegangen sind“.

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