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Heute Abend startet die Völklinger Sommer-Reihe „Hütten Jazz“

»Double Trouble«, Jazz mit Bart und doppeltem Boden: die beiden Bassisten Andreas Lang und Robert Landfermann, Saxofonist Peter Ehwald und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel (v.l.).

»Double Trouble«, Jazz mit Bart und doppeltem Boden: die beiden Bassisten Andreas Lang und Robert Landfermann, Saxofonist Peter Ehwald und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel (v.l.).

Nein, gegen König Fußball hätte wohl selbst eine Jazz-Koryphäe wie Uli Beckerhoff wenig Chancen gehabt. Zumindest, wenn es darum geht, konzertant mit dem WM-Viertelfinalspiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich zu konkurrieren. So war es schlicht ein Gebot der Vernunft, den Start des diesjährigen „Hütten Jazz“ kurzerhand vom 4. Juli um eine Woche auf heute zu verschieben – und den Auftritt des Bremer Trompeters, der die Sommermusik- Reihe hätte eröffnen sollen, nächstes Jahr nachzuholen.

Nun also geht die Umsonstund- draußen-Reihe heute Abend, 18 Uhr, ganz fußballfrei mit dem Maxime Bender Quartett los. Einer Formation, die musterhaft in das Hütten-Jazz- Konzept passt, das der künstlerische Leiter Oliver Strauch so umschreibt: „ein Querschnitt durch den aktuellen internationalen, aber vor allem deutschen Jazz“. Strauch, der die Reihe mittlerweile zum vierten Mal kuratiert, setzt auch dieses Jahr auf stilistische Bandbreite: vom swingenden Vocalese-Jazz des Anne Czichowsky Quintetts über die polyglotten Akkordeon- Klänge von Tango Transit, den Singer-Songwriter-Jazz der Mannheimerin Stephanie Neigel bis hin zum eigenwillig raubeinigen Saarbrücker Avantgarde- Trio Uhl ist alles dabei. „Ich habe nur Gruppen ausgewählt, die ich selbst schon live gesehen habe, die ein Publikum mit ihrer Musik, aber auch mit Charisma begeistern können“, sagt Strauch, der den Konzertreigen bewusst nicht unter ein Motto stellen wollte. Es gehe ihm schlicht um gute Musik, nicht um ein vielleicht werbewirksames, aber letztlich überkonstruiertes „Thema“.

Für Modern-Jazz-Liebhaber besonders vielversprechend sind – neben dem Konzert des Schlagzeugers und Gastgebers Oliver Strauch und seinem Duende- Trio – sicherlich die Auftritte der Saxonisten Peter Ehwald (8. August) und Maxime Bender heute Abend. Bender kommt mit seinem Quartett mit Pianist Sebastian Sternal, Bassist Markus Braun und Schlagzeuger Silvio Morger. Ähnlich dem Wayne Shorter Quartett konzipieren die vier ihre Auftritte als fließende Gesamtkunstwerke.

Da werden aus einfachen Skizzen melodische Kleinode, entstehen und zerfließen rhythmische Strukturen, setzt das Saxofon zu improvisatorischen Höhenflügen an, um schließlich wieder sanft im Bett der Rhythmusgruppe zu landen. Sehr hörenswert. Peter Ehwald und seine Quartett- Mitstreiter gehören zu den talentiertesten und wagemutigsten Protagonisten der jungen deutschen Jazzszene. Das verrät schon die Besetzung: Saxofon, zwei Kontrabässe (Robert Landfermann, Andreas Land) und Schlagzeug (Jonas Burgwinkel) – das ist wohl einzigartig. 2013 haben die vier ihr Album „Double Trouble“ aufgenommen.

Wie sich hier Bassund Saxofonlinien ineinanderschlingen, wie Ehwald sein Instrument – ohne harmonische Federung – singen, flöten, knarzen lässt, Burgwinkel die Felle mit den Besen streichelt, dann wieder draufdrischt – das hat schon auf CD etwas ungeheur Kraftvolles – und verspricht, live ein Erlebnis zu werden.

AUF EINEN BLICK

In den kommenden Wochen gibt’s jeweils Freitags auf der Freilichtbühne des Weltkulturerbes Völklinger Hütte „Hütten Jazz“. Alle Konzerte beginnen um 18 Uhr, der Eintritt ist immer frei.

Heute: Maxime Bender Quartet (Luxemburg);

18. Juli: Oliver Strauchs Trio Duende (Paris/Saarbrücken/ Stuttgart);

25. Juli: Anne Czichowsky Quintett (Stuttgart);

1. August: Stephanie Neigel (Mannheim/Stuttgart);

8. August: Peter Ehwald – Double Trouble (Köln);

15. August: Trio Uhl (Saarbrücken/Köln);

22. August: Tango Transit (Frankfurt/Mannheim). jkl

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