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Heute schon gejodelt? Eine App bietet anonyme Kommunikation für jedermann

Jodeln, das ist eine alpenländische Tradition, bei der melodisch aus voller Kehle gesungen wird. Dafür steht das Verb zumindest für Liebhaber der musikalischen Volkskultur. Jüngere Vertreter der Internet-Generationen meinen mit „jodeln“ hingegen eine neue Form der digitalen Kommunikation. Jodel ist der Name einer neuen Internet-Plattform, die sich vor allem unter Schülern und Studenten zunehmender Beliebtheit erfreut. Sie ersetzt an den Hochschulen Schwarze Bretter, Wandmalereien und Kritzeleien an Toilettenwänden.

Diskutiert, philosophiert und getratscht wird nicht mehr auf dem Schulhof oder Campus, sondern direkt in der Jodel-App. Die ist vor allem eins: lokal. So werden bei Jodel nur Nachrichten aus dem Umfeld des Nutzers, einem Umkreis von maximal zehn Kilometern, angezeigt. Die Jodel-App wird unter Studenten hauptsächlich für Fragen, Diskussionen und Lästereien genutzt. Da hier jeder Nutzer anonym mitschreiben kann, geht es nicht seltenheftig zur Sache.

Die Anwendung, die kostenlos für iOS und Android erhältlich ist, erfordert keine Registrierung und Anmeldung. Das Einzige, das Jodel benötigt, ist der Standort des Nutzers. Werden diese Daten per GPS übermittelt, erscheint eine digitale Pinnwand, die nur Beiträge aus der nächsten Umgebung anzeigt. Damit soll gewährleistet sein, dass die Nutzer unter sich bleiben und umgehend erfahren, was in ihrer direkten Umgebung passiert. Ob Geheimnisse, Gefühle oder Sorgen – in der App kann alles per kurzer Nachricht ausgeplaudert oder verfolgt werden. So lautet etwa ein Jodel: „Würdet ihr einem anderen Studi eure Mitschriften geben, wenn der fast nie bei der Vorlesung war? Ich hab nein gesagt und fühl mich jetzt schuldig.“ Schnell folgen die ersten Reaktionen, die von „Faulheit sollte nicht unterstützt werden“ bis zu „Klar, würde ich das. Wie bist du denn drauf?“ reichen.

Fühlen sich Nutzer durch einen Kommentar besonders bestätigt oder angegriffen, können sie diesen positiv oder negativ bewerten. Wenngleich die Entwickler der App vor allem Studenten umwerben, handeln die Text- oder Fotobeiträge nicht nur vom universitären Alltag. Auch Verkehrsmeldungen, Ausgehtipps oder Insiderwitze stehen hoch im Kurs.

Auf dem Campus der Saar-Uni sei die App Gesprächsthema unter den Studenten , wie Hannah Meyer berichtet. Mittlerweile nutze sogar jeder Zweite in ihrem Freundeskreis Jodel, um sich über universitäre Veranstaltungen zu informieren oder um seine Erfahrungen mit unterschiedlichen Dozenten mitzuteilen. Für die wachsende Popularität der App sei dabei vor allem die Anonymitätsfunktion verantwortlich, wie Studentin Caterina Malter erklärt: „Jodel ermöglicht eine Kommunikation ohne Vorurteile, niemand muss sich aus Höflichkeit verstellen.“ Allerdings beunruhige sie der Gedanke, dass die App auch von manchen Professoren genutzt werden könne.

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