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Heute wollen tausende Krankenhausbeschäftigte gegen große Koalition protestieren

. Die Beschäftigten an den saarländischen Kliniken haben bereits mannigfaltige Demostrations-Erfahrung. So gingen im Oktober 2013 mehr als 4000 von ihnen in Saarbrücken auf die Straße, um auf den eklatanten Personalnotstand in ihren Häusern aufmerksam zu machen. Dort muss sich etwa eine Pflegekraft in der Nachtschicht um bis zu 40 Patienten gleichzeitig kümmern. Die vor dem Saarbrücker Rathaus erschienenen Bundestagsabgeordneten aus dem Saarland wurden lautstark ausgepfiffen, die damals frisch gewählte CDU/SPD-Bundesregierung dringend aufgefordert, den Kliniken die Finanzausstattung zu geben, um die Aufgaben personell stemmen zu können. Was ist seitdem passiert? „Es hat sich nichts verändert“, sagte gestern der Saar-Verdi-Krankenhausexperte Michael Quetting der SZ. Die Personalnot in den Kliniken sei weiter gestiegen. Das jetzt von der Bundesregierung vorgelegte Pflegeförderprogramm sei nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein. „Mit den 660 Millionen Euro bundesweit können sie gerade mal zwei bis drei neue Pflegekräfte in einer Klinik zusätzlich einstellen über drei Jahre verteilt“, erklärte Quetting. Mehr als 50 Prozent der öffentlichen Krankenhäuser in Deutschland befänden sich in den roten Zahlen. „Das ist ein enormer ökonomischer Druck“, sagte der Gewerkschafter .

Deshalb will Verdi mit der Aktion „162 000 für 162 000“ bundesweit ein großes Echo auslösen. Die Zahl 162 000 steht für die fehlenden Mitarbeiter in den Kliniken . Von Flensburg bis Saarbrücken werden am Mittwoch Krankenhausbeschäftigte in ebenso großer Zahl die Zahlen 1 bis 162 000 bei den Demonstrationen mit sich tragen und hochhalten. „Im Saarland sind 2454 Nummern für die fehlenden Pflegekräfte an Krankenhausbeschäftigte vergeben worden. Doch es nehmen viel mehr Demonstranten teil. Ich rechne wieder mit 4000 Teilnehmern“, erklärte der Verdi-Gewerkschafter. Auf die Frage, ob der Protest angesichts der neoliberalen Politik der Bundesregierung nicht wieder verpuffen könnte, verwies Quetting auf den gestern begonnen Streik am größten deutschen Klinikum, der Charité in Berlin. Quetting schloss nicht aus, dass es auch bundesweit eine politische Streikbewegung in Deutschland geben könnte. Allein im Saarland stünden da acht Krankenhäuser Gewehr bei Fuß. Ob dies allerdings angesichts der finanziellen Notlage der Kliniken sinnvoll sei, stehe auf einem anderen Blatt. „Die Wut bei den Beschäftigten ist jedenfalls enorm. Es gilt jetzt, die ebenfalls betroffenen Patienten auf unsere Seite zu bekommen“, betonte Quetting.

An der Seite von Verdi gehen morgen auch viele Krankenhaus-Arbeitgeber mit. Wie bereits im Oktober 2013, als der damalige Vorsitzende der Saarländischen Krankenhausgesellschaft Alfons Vogtel einer der Redner vor dem Saarbrücker Rathaus war, der der CDU/SPD-Koalition in Bund und Land die Leviten las, erhebt nun sein Nachfolger Manfred Klein, geschäftsführender Direktor des St. Nikolaus Hospitals Wallerfangen, seine Stimme gegen den Personalnotstand. Die SKG sei vom Gesetzentwurf der Bundesregierung enttäuscht, sagte Klein der SZ. Die Verdi-Aktion „162 000 für 162 000“ sei richtig und wichtig. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser versorgen immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit und sie erwarten zu Recht, dass die Politik diese Leistung sieht und honoriert“, so Klein. Das Gegenteil sei der Fall.
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