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Hier bringt der Winter im Saarland volle Kassen

Saarbrücken. Staus, glättebedingte Unfälle, verspätete Busse oder ausgefallene Flüge – den meisten Menschen hat der Wintereinbruch in den vergangenen Tagen hauptsächlich Ärger bereitet. Aber so mancher Dienstleister konnte aus Schnee und Glätte seine Vorteile ziehen: eine vollere Kasse bei Ladenschluss und spürbar mehr Kunden als sonst.

Batterieprobleme, zugefrorene Türschlösser oder Frost in der Scheibenwaschanlage

„Richtig was los“ ist derzeit beim ADAC Saarpfalz: Klaus Schlingmann, Leiter der Pannenhilfe Region Mitte, berichtet von 220 bis 280 Einsätzen pro Tag, im November waren es noch 150. Vor allem in den Ballungsräumen brauchten die Autofahrer Hilfe bei typischen Winterfällen: Batterieprobleme, zugefrorene Türschlösser oder Frost in der Scheibenwaschanlage. Teilweise mussten sie Schlingmann zufolge zwei Stunden warten bis die Helfer eintrafen, Nicht-Mitglieder musste der ADAC an Vertragspartner weiterleiten. Etwa an Björn Schleppi, Mitarbeiter des ADAC-Straßendiensts beim Abschleppdienst Gerd Müller GmbH in Saarbrücken, der von 30 Prozent mehr Kunden berichtet. Nicht nur Autos, auch LKWs müssen sie in diesen Tagen aus den Straßengräben ziehen: „Mir macht das Wetter Spaß, wir würden uns über ein bisschen mehr Schnee freuen“, sagt Schleppi.

Über den Schnee freut sich auch Monika Bender, denn die Taxifahrerin hatte am vergangenen Montag „ein absolutes Knaller-Geschäft“. In 22 Stunden fuhr sie 28 Fahrten, in einer normalen Schicht sind es zwischen 12 und 15. „Egal wo ich hingefahren bin, überall standen die Leute und haben nach Taxis gewunken“, sagt die 51-Jährige. Die meisten ihrer Kunden warteten an Bushaltestellen und wollten zur Arbeit, nach Hause, kamen vom Einkaufen oder wollten am Abend noch ausgehen. Rund 200 Euro Umsatz hat die Taxifahrerin an diesem Tag gemacht. Aber es wäre auch mehr Umsatz möglich gewesen: Bender spekuliert, dass die Taxifahrer „doppelt und dreimal“ soviel hätten verdienen können, hätte die Taxi-Gesellschaft mehr Autos gehabt. Dennoch war der vergangene Montag für Bender nichts Außergewöhnliches. In ihren 13 Dienstjahren erlebt sie ein solch gutes Geschäft regelmäßig mit dem Wintereinbruch. „Es ist jedes Jahr das Gleiche, weil die Stadt es nicht hinbekommt, rechtzeitig zu streuen“, sagt Bender.

Winterreifen-Preise steigen

Auch die seit Samstag geltende Winterreifen-Pflicht trägt dazu bei, das Geschäft der Dienstleister zu beleben: Bei Stefanie Jung, Geschäftsführerin von Reifen Jung in Saarbrücken, geht derzeit die doppelte Menge Anfragen ein. Teilweise kommt es bereits zu Lieferenpässen oder längeren Wartezeiten für Winterund Allwetterreifen, weshalb die Kunden tiefer in die Tasche greifen müssen: „Die Reifen, die es noch gibt, sind doppelt bis dreimal so teuer als sonst“, berichtet Jung.

Streusalz wird knapp

Von Kälte, Schnee und Eis profitiert auch Peter Schug, Marktleiter des Hornbach- Baumarktes in der Mainzer Straße. Die Kunden kaufen verstärkt elektrische Heizöfen und Schneeschieber. Knapp wird nur das Streusalz: „So wie wir es morgens geliefert bekommen, ist es auch schon ausverkauft“, sagt Schug. Im Landkreis Neunkirchen kam es vor dem Wochenende zu einen Ansturm auf Schneeschaufeln und Schlitten, teilweise mussten die Kunden das Geschäft mit leeren Händen verlassen, wie eine SZ-Umfrage ergab. Beim Baumarkt Obi waren an zwei Tagen sämtliche Schneeschaufeln ausverkauft. Die Saarbrücker brauchen aber nicht nur Streusalz und Schneeschaufeln, um sich auf den Winter einzustellen, auch warme Kleidung. Der Wintereinbruch macht sich im Jack Wolfskin Geschäft am St. Johanner Markt bemerkbar. „Die Kälte ist gut für das Geschäft“, sagt Ladeninhaber Dieter Klan und ergänzt, „wir verkaufen auf jeden Fall mehr“. Seit einer Woche gehen vor allem Mützen, Schals, Handschuhe und dicke Jacken verstärkt über den Landentisch.
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