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Hier ist Saarbrücken nicht behindertenfreundlich

Saarbrücken. Rathaus, Staatstheater und die Europa-Galerie in Saarbrücken sind für behinderte Menschen mit Stolpersteinen gespickt. Zu diesem Ergebnis kommen acht Architektur-Studenten der Hochschule für Wirtschaft und Technik des Saarlandes (HTW). Sie haben während eines Seminars von Professorin Stefanie Eberding die Stadt Saarbrücken auf die Normen für barrierefreies Planen und Bauen des Deutschen Institut für Normung (DIN) hin überprüft.

Die Studenten begleiteten behinderte und beeinträchtigte Personen durch die Saarbrücker Innenstadt, um ihren Alltag zu dokumentieren. Im Fokus standen Rollstuhlfahrer, Geh- und Sehbehinderte und auch Familien, die mit Kinderwagen in der Stadt unterwegs waren.

Markante Punkte besucht

Die Studenten besuchten mit ihren Testpersonen markante Punkte der Stadt wie die Europa- Galerie, das Staatstheater, das Rathaus, den St. Johanner Markt oder die Saarbahnhaltestelle am Saarbrücker Hauptbahnhof. Mit keinem der getesteten Plätze und Gebäude waren die Studenten zufrieden. Besonders schlecht schnitten das Rathaus, das Staatstheater und die Europa-Galerie ab.


"Besuch der Europa-Galerie ohne Hilfsbegleitung bsolut unmöglich"

„Die Zustände an und in diesen Gebäuden sind katastrophal“, sagte Studentin Kathrin Haas. „Für Blinde und Sehbehinderte ist der Besuch der Europa-Galerie ohne eine Hilfsbegleitung absolut unmöglich“, fasst HTWStudentin Cornelia Löw die Ergebnisse zusammen. Zur Orientierung nutzen Sehbehinderte Farbunterschiede auf Böden oder Wänden. Diese seien in der Europa- Galerie nicht vorhanden, führte ihre Kommilitonin Tsonka Tsonkova aus. Auch die Aufzüge für Rollstuhlfahrer seien nur unzureichend ausgeschildert. Galerie: Vorgaben umgesetzt Manfred Hahn, der technische Leiter der Europa-Galerie, sagte auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung, dass alle Baumaßnahmen entsprechend den DIN-Forderungen umgesetzt worden seien. „Während der Bauphase und nach Centereröffnung gab es Begehungen mit Vertretern der Stadt Saarbrücken, unter anderem mit Manfred Leinenbach, Referent für Behindertenpolitik, und der Gesamtbehindertenbeauftragten von Saarbrücken, Dunja Fuhrmann.“

Zugang zum Rathaus  für Rollstuhlfahrer eine Belastung

Schlecht fällt auch die Bewertung der Studenten für das Staatstheater aus. „Das Staatstheater hat zwar einen Aufzug für Gehbehinderte, den Schlüssel dafür gibt es aber nur im Gebäude. Ein Rollstuhlfahrer ohne Begleitperson kommt so nicht rein“, bemängelt Studentin Kathrin Haas. Auch der Zugang zum Rathaus sei für Rollstuhlfahrer eine Belastung. „Es gibt auch hier einen Aufzug, allerdings ist der nicht gekennzeichnet und befindet sich hinter einem Imbiss“, sagte HTW-Student Nils Schommer. Bei der Saarbahn wurden die einfachen Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten gelobt, gleichzeitig aber fehlende Ansagen der Abfahrtszeiten für Sehbehinderte negativ bewertet.

Laut Saarbahn- Sprecherin Sarah Schmitt sei dieses Problem bekannt. Eine Analyse zur Umsetzbarkeit von Anzeigetafeln, die die Abfahrtszeiten vorlesen, laufe bereits.

Monika Kunz, Leiterin des Stadtplanungsamts, wies die Studenten in einer Diskussionsrunde im Anschluss an die Präsentation ihrer Ergebnisse darauf hin, dass es oft die begrenzten Mittel sind, die bestimmen, ob ein öffentliches Gebäude barrierefrei gebaut werden kann oder nicht. Desweiteren sei auch die Lage, das Alter der Bauten und die Beschaffenheit des Ortes entscheidend. Gleichzeitig betonte sie aber: „Bei Neubauten darf man über Geld und Barrierefreiheit nicht diskutieren.“

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