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Hier sind Wild-West-Fans unter sich

Lauterbach. Sobald die Trommel und der Indianergesang erklingen, kommen sie aus allen Richtungen zum großen Pow-Wow im Rundzelt. Pow-Wow, so nannten die Indianer ihre Feste, die es selbstverständlich auch beim historischen Lager des Vorsitzenden des Landesverbandes für nordamerikanische Kulturgeschichte (LVNAK) auf der Lauterbacher Scherf-Ranch gibt.

Zu den Lauterbacher Indianerfesten sind sie alle eingeladen: Die Freizeit-Rothäute, die sich zu den verschiedensten Stämmen bekennen; Walter Hild, der als britischer Botschafter von King George im Wilden Westen unterwegs ist; zahlreiche Trapper ebenso wie Soldaten aus den Nord- und Südstaaten. Am Wochenende waren am Tag der offenen Tür sogar einige hundert Gäste aus dem 21. Jahrhundert willkommen.

Nur einer durfte nicht ins Pow-Wow-Rundzelt, dessen Eingang sich traditionell an der Ostseite, wo die Sonne aufgeht, befindet: „Der Alkohol muss draußen bleiben“, informierte der Oberindianer auf der Scherf-Ranch, Exaame hohehe, was in der Sprache der Cheyenne Schreiender Wolf bedeutet. Außerhalb des Lagers heißt er Wolfgang Freitag. Die besiegte Südstaatenarmee hat ein eigenes Lager. Dessen spektakulärer Mittelpunkt ist das Zelt des „Surgeant“, des Chirurgen James P. Garvin, den der Berliner Polizist Peter Garms verkörpert. Wenn der Medical Doctor (MD) operiert – meist mit Skalpell, Kugelzange und Knochensäge – dann schreien die Verwundeten laut vor Schmerz. „Denn Betäubungsmittel gab es vor allem zum Ende des Krieges bei den Südstaatlern kaum noch, dann litten die Soldaten unvorstellbare Schmerzen.“

Richtig romantisch wirkt dagegen der echte Indianer im Camp: Wouyrda Nelson, der Sohn des Windes, den im Lager nur alle Nelson nennen. Oft spielt er auf seinen Flöten. So ist er morgens meist als Erster auf den Beinen und weckt die Menschen im Camp mit seinem Flötenspiel auf. Genau so oft sitzt ihm aber auch der Schalk im Nacken: „Dann gehe ich ins Fort und schaue mal, was ich stehlen kann.“ Das macht er natürlich nur zum Spaß, um die Fortbewohner, unter ihnen Dieter Wolf, der Präsident des LVNAK, ein bisschen zu necken. Die revanchieren sich auf ihre Art. Soldat Sven Wagner ist dabei, „Jail“ auf ein Holzschild zu schnitzen, das letzte Detail des Gefängnisses, in das Nelson eingesperrt wird, falls er sich erwischen lässt.

Das Regiment im Fort führen der Präsident des Landesverbandes, Dieter Wolf, und General Sheridan, das ist Manfred Wiegand aus Frankfurt, er wurde von den „Sons of Union Veterans“ in den USA zum General ernannt. Präsident Wolf, der das erste Zelt im Fort bewohnt, schätzt die Zahl der Teilnehmer auf etwa 300: „Indianer, Trapper, Süd- und Nordstaatler.“ Ralf Coassin ist Pressesprecher des LVNAK und Nordstaaten-Corporal, im richtigen Leben arbeitet er bei Ford in Saarlouis. Er sagt: „Freunde haben mich mal zum Camp eingeladen. Und es war eine tolle Stimmung, Gemeinsamkeit pur, bis hin zum Musizieren am abendlichen Lagerfeuer.“ Deshalb ist Coassin dabeigeblieben. Andreas Lang 
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