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Hier trifft sich Saarbrückens Hacker-Szene - ganz legal

Saarbrücken. Fast immer, wenn in den Medien der Begriff „Hacker“ auftaucht, ist von einer kriminellen Handlung die Rede. Die Vorstellung, ein „Hacker“ sei ein Eigenbrötler, der nächtelang Datenmengen durchforstet und sich über ein Netzwerk illegalen Zugang zu Computersystemen verschafft, hat sich längst in den Köpfen festgesetzt. Das wissen auch die Mitglieder des Saarbrücker „Hackerspace“ nur zu gut und werden daher nicht müde, Aufklärung zu betreiben.

„Im Grunde genommen ist ein Hacker jemand, der hinterfragt, warum technische Dinge so funktionieren, wie sie funktionieren und diese gegebenenfalls verbessern oder so nutzen möchte, wie er es will“, erklärt Holger Hewener vom „Hackerspace“ und schildert ein anschauliches Beispiel: „Wer mit einem Lötkolben Kaffee kocht, ist quasi schon ein Hacker“, sagt der 32-jährige Informatiker und muss lachen. Allzu ernst geht es ohnehin nicht zu, wenn sich die Hackerszene jeden Mittwoch in den Räumen des Jugendklubs „Label M“ am Malstatter Markt trifft. Spaß, betonen sie, sei gefragt in ihrer Runde, vor allem Spaß an technischem Interesse. Denn egal ob in Berlin, Saarbrücken oder Michelstadt im Odenwald, in jedem „Hackerspace“ steht der kreative und kritische Umgang mit Technik im Mittelpunkt.

Daher ist die deutsche Übersetzung des englischen Begriffs „Space“, also Raum, durchaus wörtlich zu nehmen. „Wir wollen hier Raum schaffen und auch Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, damit in einem kreativen Rahmen gemeinsam Ideen entstehen und entwickelt werden können“, so Steffen Weber. Und das ist natürlich legal. Der 30-jährige Software-Entwickler ist der Vorsitzende des Vereins „Technik, Kultur, Saar, e.V.“ (TKS), den er im November 2011 mit 15 Gleichgesinnten gegründet hat. „Der Verein bildet quasi den rechtlichen Rahmen für unseren ‚Hackerspace’.

Uns ist es wichtig, dass wir von niemandem abhängig sind oder finanziert werden. Wir sind zudem nicht kommerziell. Das heißt, wir programmieren hier keine Apps für Android- Handys, und wir reparieren auch keine Satellitenschüsseln“, sagt Weber. Es sind die Begriffe „legal“, „frei“ und „offen“, die immer wieder fallen, wenn die TKS-Mitglieder über ihr Tun berichten. Man wolle einen offenen Raum bieten, den auch Nicht-Mitglieder nutzen können, solange sie nach den Grundsätzen des Vereins handeln. Einen Platz, an dem diskutiert und informiert wird. Sei es bei Fachvorträgen oder anderen Veranstaltungen. „Wir hoffen, mit dem Verein im Saarland Know-how in Technikfragen vermitteln zu können. Wir möchten Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, jeden Alters und beiderlei Geschlechts zusammenbringen“, betont Steffen Weber. Hier verfolge man die Idee von „freier“, also für jedermann nutzbarer Software, die auch von jedem modifiziert werden könne. Von dieser Idee haben die Saarbrücker Hacker bereits selbst Gebrauch gemacht, und zwar beim Bau eines „Light- Painting-Sticks“, eines Licht- Malstabes, mit dem sich Bilder quasi in der Luft erschaffen lassen, die erst durch Langzeitbelichtung auf einem Foto sichtbar gemacht werden können. „Wir haben alle Teile für den Stick gekauft und diesen selbst zusammengebaut. Grundlage war ein komplett offengelegter Zugang zu den Ursprungsdokumenten der benötigten Hard- und Software“, sagt Holger Hewener.

Das zum Teil spektakuläre Treiben im „Hackerspace“ bleibt nicht unbemerkt. So kam der Kamerahersteller Olympus kürzlich auf die Hacker zu, um sich den „Light- Painting-Stick“ mal auszuleihen. Und auch dem Konzern gegenüber blieben die Hacker ihrem Credo treu, zeigten sich offen – und stellten den „Stick“ zur Verfügung.

AUF EINEN BLICK

Der Verein Technik, Kultur, Saar sucht Räume im Stadtgebiet, in denen er den „Hackerspace“ betreiben kann. Derzeit finden die Treffen, zu denen jeder eingeladen ist, mittwochs um 19.30 Uhr im Jugendklub „Label M“ am Malstatter Markt 3 statt. Am Samstag, 25. August, gibt es dort von 12 bis 21 Uhr den ersten „Hackathon“, einen für jeden offenen Hacking-Marathon. pra

Kontakt per Email:

vorstand@hacksaar.de

:: www.hacksaar.de

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