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Historische Ausstellung: 600 Jahre Herzogtum Pfalz-Zweibrücken

Das barocke Zweibrücker Stadtschloss im 18. Jahrhundert. Heute residieren dort die Juristen des Oberlandesgerichts.

Das barocke Zweibrücker Stadtschloss im 18. Jahrhundert. Heute residieren dort die Juristen des Oberlandesgerichts.

 Zweibrücken. Viele teure Ausstellungsstücke gibt es ab diesem Sonntag im Stadtmuseum Zweibrücken zu sehen, gilt es doch das Jubiläum des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken zu feiern, das am 3. Oktober 2010 auf eine 600-jährige Herrschaftsgeschichte hätte zurückblicken können – wenn nicht die französischen Revolutionsheere im Jahre 1791 die Blaublüter des kleinen, aber sehr feinen Herzogtums verjagt hätten. Und dabei auch das gigantische Barockschloss Karlsberg in Homburg in Schutt und Asche legten, mit dem der letzte Herzog Karl II. August seinen Anspruch auf die wittelsbachischen Lande untermauern wollte. Doch daraus wurde nichts: Karl II. starb 1795 in rechtsrheinischen Exil, sein Bruder Max Joseph begründete 1806, von Frankreichs Gnaden, das Königreich Bayern. Die titelgebende „Wiege der Könige“ stammt übrigens aus Saarbrücken, wie Museumsleiterin Charlotte Glück-Christmann berichtete. Sie gehört dem Saarlandmuseum, in ihr lag einst der später im jungen Alter von acht Jahren verstorbene Sohn von Karl II., der kleine Karl August Friedrich. Wie die Wiege nach Saarbrücken kam, ist unerforscht, so Glück-Christmann, doch sie ziert das Titelblatt des 432 Seiten umfassenden Ausstellungskatalogs und die Werbe-Blätter.

400000 Euro haben sich das Land Rheinland-Pfalz und die Sponsoren die Ausstellung kosten lassen. Von hohem kunsthistorischem Wert ist etwa ein Brief des barocken Superstars Wolfgang Amadeus Mozart, der in Zweibrücken ein Klavier bestellte. „Der Brief kommt aus Sicherheitsgründen erst einen Tag vor der Ausstellungseröffnung bei uns an“, berichtete Glück-Christmann.

Ausstellung noch bis 14. November 2010 geöffnet

So ist auch der Schwerpunkt der Ausstellung in der ersten Etage dem 18. Jahrhundert gewidmet, jenem Jahrhundert, in dem der Herzog Christian IV. die meiste Zeit in Paris und Versailles verbrachte, mit Madame Pompadour, der Mätresse des französischen Königs Ludwig XV., flirtete, und den Pariser Chic in die Westpfalz mitbrachte. Auch dem Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe sei die modische Eleganz der Zweibrücker Damenwelt bei einem Besuch aufgefallen, so Glück-Christmann. Und das alles fast 250 Jahre vor dem Factory Outlet in Zweibrücken.

Der große Hofmaler Johann Christian Mannlich hatte es geschafft, die stattliche Gemäldesammlung des Herzogs unter den Augen der revolutionären Franzosen außer Landes zu schaffen. Ein Großteil davon, vor allem Werke holländischer Landschaftsmaler, befindet sich in der Münchener Pinakothek, etwa 1250 Gemälde. Von denen bekommen die Besucher auch einen Abglanz zu sehen.

Doch wie es dem gemeinen Volk im Herzogtum erging, ist nirgends sichtbar. „Keine Relikte übrig“, bekannte Glück-Christmann unglücklich. Dafür haben die Zweibrücker Ausstellungsmacher neben ihrem sozialdemokratischen Landesvater Kurt Beck noch eine echte Königliche Hoheit als Schirmherrn: Herzog Franz von Bayern, der im Vorwort des Katalogs betont „wie sehr sich meine Familie ihrer pfälzischen Wurzeln bewusst ist“. Die Gegenliebe hält sich heuer zumindest beim Aufeinandertreffen des 1. FC Kaiserslautern und der Bayern in engen Grenzen.

Öffnungszeit: 29. August bis 14. November 2010, Di. 10 bis 18 Uhr, Mi. bis So. 14 bis 18 Uhr. Infos:

www.600jahreherzogtum.zweibruecken.de

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