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Historischer Tag im Rathaus Saarbrücken: Vor 15 Jahren gaben sich zwei Männer das Ja-Wort

tephan Wolsdorfer (links) und Hasso Müller-Kittnau tauschten 2001 „mit Schmetterlingen im Bauch“ die Ringe.

tephan Wolsdorfer (links) und Hasso Müller-Kittnau tauschten 2001 „mit Schmetterlingen im Bauch“ die Ringe.

Die Einladungen sind gedruckt und eingetütet. Ein rauschendes Fest mit 150 Gästen ist geplant. Hasso Müller-Kittnau und Stephan Wolsdorfer wollen am 1. August 2001 eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen – so wie es ein neues Gesetz erlaubt. Doch bis kurz vor dem großen Tag wissen sie nicht, ob es klappen wird. Mehrere Bundesländer laufen vor dem Bundesverfassungsgericht Sturm dagegen, dass gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben eingehen dürfen. Am 17. Juli schmettern die Richter den Protest ab. Müller-Kittnau kann endlich die Briefmarken auf die Einladungen kleben. Zwei Wochen später sind er und Wolsdorfer das erste Paar, das auf dem Saarbrücker Standesamt seine Partnerschaft besiegelt. Hunderte folgen ihnen im ganzen Saarland, 2014 zum Beispiel waren es 76.

„Das war damals ein riesen Medien-Ereignis“, erinnert sich Müller-Kittnau und lacht. „Wir haben schon geunkt, dass wir uns scheiden lassen müssten, um noch einmal so einen Rummel auszulösen.“ Aber das kommt nicht in Frage. Das Paar ist nach insgesamt 25 gemeinsamen Jahren immer noch glücklich. Zusammen kämpfen Müller-Kittnau, der Vorsitzender des Lesben- und Schwulenverbandes Saar (LSVD) ist, und sein Mann für die weitere Gleichstellung homosexueller Paare. Elf Jahre lang prozessierten sie, um das Ehegatten-Splitting auch für eingetragene Partnerschaften durchzusetzen. Mitte 2013 war es endlich so weit. „Peu à peu haben sich die Dinge entwickelt“, sagt Müller-Kittnau. Viel sei erreicht worden, aber eine große Hürde gebe es noch zu nehmen. „Bei aller Freude über die eingetragene Lebenspartnerschaft, wir pochen auf die Öffnung der Ehe.“ Das sei gerade für die Jüngeren wichtig. „Wir haben lange gekämpft, um den 1. August 2001 erleben zu können. Für uns war das ein großer Erfolg. Aber die Jungen sagen: Ich will meine Beziehung nicht mit einer Diskriminierung beginnen.“ Sollte es die Ehe für Homosexuelle irgendwann geben, wollen auch Müller-Kittnau und Wolsdorfer noch einmal Ja sagen. Ihre Gläserne oder Kristallhochzeit feiern sie in diesem Jahr mit einem Gartenfest mit Freunden. „Es kommen etwa 50 Gäste“, sagt der 63-Jährige. Und diesmal konnte er die Einladungen beruhigt schon lange im Voraus abschicken. Zum Thema:

Wo die Homo-Ehe in Europa möglich ist, Auswahl: Niederlande: Im Rathaus von Amsterdam wurden 2001 die weltweit ersten homosexuellen Ehen standesamtlich geschlossen. Seit 1998 konnten gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft bereits bei den Ämtern registrieren lassen. Belgien: Nach den Niederlanden weltweit das zweite Land, das homosexuelle Paare 2003 gleichstellte. Dänemark: Ließ 1989 als erster Staat der Welt eine registrierte Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare zu. Seit 2009 haben homosexuelle Dänen dasselbe Recht auf die Adoption von Kindern. Seit 2012 ist die Homo-Ehe erlaubt. Frankreich: Trotz heftiger Proteste von Konservativen trat das Gesetz zur Homo-Ehe im Mai 2013 in Kraft. Schwule und Lesben haben zudem ein Adoptionsrecht. Luxemburg: Homosexuelle Paare können sich im Großherzogtum seit Anfang 2015 das Ja-Wort geben. Im Mai heiratete Premier Xavier Bettel seinen langjährigen Partner. dpa

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