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Hitze im Büro: Das muss der Arbeitgeber tun

Saarbrücken. Der Arbeitsschutz legt es fest: Steigen die Temperaturen im Sommer, müssen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter vor großer Hitze am Arbeitsplatz schützen. In der Arbeitsstättenregel steht, welche Maßnahmen der Arbeitgeber ab welcher Temperatur ergreifen muss. Bei Außentemperaturen über 26 Grad wird eine Empfehlung ausgesprochen, ab 30 Grad ist der Arbeitgeber gezwungen zu reagieren. Zu den Maßnahmen gehören Sonnenschutz wie Jalousien, Lockerung der Bekleidungsregeln oder Bereitstellung geeigneter Getränke. Wenn möglich können Gleitzeitregelungen genutzt werden. So kann die Arbeit früher erledigt werden. Wird eine Raumtemperatur von 35 Grad überschritten, ist der Raum laut Arbeitsstättenregel nicht mehr zum Arbeiten geeignet. Es sei denn, es kommen Luftduschen oder Wasserschleier zum Einsatz.



Das klingt für ein Büro abenteuerlich. Jörg Feldmann, Sprecher der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) bestätigt auch: „Da hat man eher an die Produktion gedacht.“ Im Büro müsse die Arbeit bei solchen Temperaturen in andere Räume verlegt werden. Die BauA war es auch, die im Juli eine Studie zum Thema „Hitzebeanspruchung und Leistungsfähigkeit in Büroräumen bei erhöhten Außentemperaturen“ veröffentlicht hat. Mit einem auf den ersten Blick überraschenden Ergebnis: Bei steigenden Temperaturen sinkt nicht zwingend die Arbeitsqualität. Allerdings heißt das nicht, dass zwischen dem Arbeiten bei gemäßigten und bei hohen Temperaturen kein Unterschied bestehe. Die 20 Versuchspersonen, die stundenlang Büroarbeiten in aufgeheizten Räumen erledigen mussten, berichteten, dass sie sich bei 30 Grad deutlich angestrengter fühlten als bei 22 Grad. Sie litten zunehmend unter Erschöpfung und Schläfrigkeit.

Dieses Ergebnis lässt die Forscher annehmen, dass der Mensch in der Lage ist, Hitze für eine gewisse Zeit im Interesse seiner geistigen Leistungen zu kompensieren. Da die Untersuchung nur vier Stunden dauerte, lässt sich nicht sagen, wie die Arbeitsqualität nach acht Stunden aussieht – also, nach einem Arbeitstag. Der Zeitrahmen der Untersuchung wurde aus pragmatischen Gründen so gewählt: Die Versuchspersonen müssen noch eingewiesen werden, Bewertungsbögen und ähnliches ausfüllen.

„Würde man acht Stunden testen, wären die Probanden fast zehn Stunde hier.“ Die Aussage der Studie, dass Hitze die Arbeitsleistung nicht mindert, sei fatal, sagt Christoph Ecker, Referatsleiter Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeitskammer des Saarlandes: „Ein Arbeitgeber, der ein schlechtes Raumklima vorzuweisen hat, wird rauslesen: Das ist doch gar nicht so schlimm.“ Ecker kenne zudem Studien mit konträrem Ergebnis. Zudem hält er es für schwierig, den normalen Büroalltag nachzustellen: „Bürotätigkeiten unterscheiden sich sehr stark – es gibt leichtere und schwierigere Arbeiten. Außerdem gibt es in der Realität auch Arbeitnehmer, die vielleicht Herz-Kreislauf-Probleme haben und in dieser Situation anders reagieren.“

Bei Hitze nicht einfach nach Hause gehen

Hitzefrei auch für Erwachsene? SZ-Redaktionsmitglied Nadine Klees sprach mit Christoph Ecker, Referatsleiter Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeitskammer.

Herr Ecker, die Arbeitsstättenregel besagt, ab 35 Grad ist es nicht mehr zumutbar, in einem Raum zu arbeiten. Darf der Mitarbeiter dann nach Hause gehen?
Ecker: Nein, das könnte als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden. Wird es im Büro unerträglich und der Arbeitgeber unternimmt nichts, können sich die Mitarbeiter an den Betriebsrat und den Betriebsarzt wenden – in kleineren Unternehmen an Berufsgenossenschaft oder Gewerbeaufsicht.

Was passiert, wenn die Temperatur im Raum 35 Grad übersteigt?
Ecker: Dann ist erst einmal Schluss. Bereits bei Temperaturen über 30 Grad Celsius hat der Arbeitgeber Maßnahmen zu ergreifen. Der Körper wird durch das Schwitzen zum Kühler des Raumes. Physische und psychische Leistungen lassen nach. Auch der gesunde Mensch nimmt Schaden.

Bei Hitze nicht einfach nach Hause gehen

Hitzefrei auch für Erwachsene?  Redaktionsmitglied Nadine Klees sprach mit Christoph Ecker, Referatsleiter Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Arbeitskammer.

Herr Ecker, die Arbeitsstättenregel besagt, ab 35 Grad ist es nicht mehr zumutbar, in einem Raum zu arbeiten. Darf der Mitarbeiter dann nach Hause gehen? Ecker: Nein, das könnte als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden. Wird es im Büro unerträglich und der Arbeitgeber unternimmt nichts, können sich die Mitarbeiter an den Betriebsrat und den Betriebsarzt wenden – in kleineren Unternehmen an Berufsgenossenschaft oder Gewerbeaufsicht.

Was passiert, wenn die Temperatur im Raum 35 Grad übersteigt? Ecker: Dann ist erst einmal Schluss. Bereits bei Temperaturen über 30 Grad Celsius hat der Arbeitgeber Maßnahmen zu ergreifen. Der Körper wird durch das Schwitzen zum Kühler des Raumes. Physische und psychische Leistungen lassen nach. Auch der gesunde Mensch nimmt Schaden.

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