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Hitze löste viele Trafo-Brände aus

Das Foto zeigt einen abgebrannten Stützisolator aus einem Trafo-Häuschen. Foto: VSE

Das Foto zeigt einen abgebrannten Stützisolator aus einem Trafo-Häuschen. Foto: VSE

Anfang Juli ist es saarlandweit zu Bränden in Transformator-Häuschen (Trafos) gekommen, die zu Ausfällen in der Stromversorgung führten (wir berichteten). In der Gemeinde Rehlingen-Siersburg , in der Ralf Altmeier lebt, habe es solche Vorfälle sogar in mehreren Ortsteilen gegeben. Der Leser-Reporter möchte wissen, „warum dieses Phänomen so geballt aufgetreten ist“ und was die Ursache dafür war. Er habe von verschiedenen Seiten gehört, dass die Stromversorger die Wartung der Trafos gezielt reduziert hätten.

Wolfgang Kerkhoff, Sprecher des Ministeriums für Energie, erklärt, dass die hohen Temperaturen der vergangenen Tage einzelnen Schaltanlagen zugesetzt hätten und in der besagten Nacht Rehlingen sowie ein halbes Dutzend anderer Gemeinden von einem Stromausfall betroffen gewesen seien. In „luftisolierten Mittelspannungs-Anlagen“ sei es zu Kurzschlüssen und teilweise zu Bränden gekommen, bestätigt der Sprecher.

„Ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Wartung ist nicht anzunehmen. Für diese gibt es auch keine besonderen Vorschriften“, sagt Kerkhoff.

Das Energie-Wirtschaftsgesetz verpflichte die Netzbetreiber dazu, ihre Anlagen so einzurichten und zu unterhalten, dass die technische Sicherheit gewährleistet ist. „Im vorliegenden Fall gab es aus Sicht der Energie-Aufsichtsbehörde des Saarlandes keinen Anhaltspunkt dafür, dass Betreiberpflichten nicht erfüllt wurden“, teilt das Ministerium mit. Im Übrigen würden die Netzbetreiber hohe Summen in ihre Anlagen investieren – allein für die Stromnetze sei dies in den vergangenen Jahren eine halbe Milliarde Euro gewesen.

Die beiden Netzgesellschaften der VSE-Gruppe, dem größten saarländischen Energieversorger, würden jährlich zirka 23 Millionen Euro in die Erneuerung und Ausbau der Stromnetze stecken, erklärt Michael L'huillier von der VSE-Unternehmenskommunikation. Die Gesellschaft „Energis“ betreue zur Zeit zirka 4500 Transformatoren-Stationen

Für die Wartung der Anlagen gebe es „knallharte Vorschriften“ der Bundesnetzagentur . Neben vorgeschriebenen Terminen, die eingehalten werden müssten, sei ein gewisser Automatismus vorhanden, der Störungen anzeige. Zudem gebe es im Gegensatz zum Bereich Vertrieb im Netz keinen Wettbewerb, betont L'huillier.

Das „außergewöhnliche Störungsaufkommen“ am besagten Tag, das zum Ausfall von 14 Stromkreisen in der Region geführt hat, habe die „Energis“-Netzgesellschaft selbst überrascht. Inzwischen wurden die Störungen analysiert und deren Ursache eingegrenzt. So seien die Ausfälle ausschließlich in Stationen in „exponierter Lage“ mit ganztägiger Sonneneinstrahlung und ohne Schattenwurf aufgetreten, erklärt L'huillier. Zudem sei bei allen Stationen ein sogenannter „Durchschlag bei Stützisolatoren“ eines bestimmten Typs für die Ausfälle verantwortlich gewesen. „Die ,Energis-Netzgesellschaft hat sich dafür entschieden, ein Austauschprogramm durchzuführen und die störungsanfälligen Stützisolatoren auszutauschen“, so der Sprecher. Dieses „Phänomen“ sei übrigens nicht nur im Saarland, sondern auch bei verschiedenen anderen Netzbetreibern im ganzen Bundesgebiet aufgetaucht.

Bei dem zweitgrößten Stromversorger des Saarlandes, den Saarbrücker Stadtwerken, die im Großraum Saarbrücken etwa 800 Trafo-Stationen betreiben, hat es nach Angaben von Sprecherin Sarah Schmitt dagegen bisher keine derartigen Trafo-Brände und Stromausfälle gegeben.
 
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