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Hoch hinaus: Bei Saarländern liegt Klettern im Trend

Saarbrücken. Scheinbar mühelos zieht sich Dominik Winkler an der Kletterwand empor. Er klettert an der „Welle“, die ihrer Form wegen zu den anspruchsvollen Routen im „Kletterzentrum Saarbrücken“ zählt. Der 18-Jährige aus Saarbrücken ist deutscher Jugend-Vizemeister im Sportklettern und geht fast täglich in die Saarbrücker Kletterhalle. Viele der Routen in der Halle werden von ihm „geschraubt“ und je nach Schwierigkeit bewertet. Zudem leitet er ein Mal pro Woche das Schnupperklettern für Kinder. Dominik Winkler sucht die Herausforderung neuer Routen und den Kontakt zu Gleichgesinnten.



Hallen-Nutzung   im Winter häufiger

Im Oktober 2009 eröffnete das Kletterzentrum im Johannishof in der Mainzer Straße – es ist eine von landesweit zwei kommerziell betriebenen Kletterhallen. Während der Wintermonate ist der Zuspruch der Kletter-Fans größer als in der Sommerzeit, sagt die Geschäftsführerin Christina Rückel. Viele Stamm-Kletterer kommen aber auch in den Sommermonaten in die Halle, um unabhängig von Wetter und Jahreszeit zu trainieren. Das Kletterzentrum bietet für Anfänger und Kletter-Profis gleichermaßen Touren. An einer kindgerechten Kletterwand – ohne Überhänge und mit extra großen Griffen – können Sechsjährige erste Versuche starten. Einsteiger, die Sicherungstechniken beherrschen, finden einfache Routen an den senkrechten Wänden. Den Kletter-Fans stehen zwischen 150 und 200 Routen mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad zur Verfügung.

1000 Quadratmeter Wandfläche mit rund 280 Routen

Die zweite Kletterhalle ist das vor knapp fünf Monaten eröffnete „Rocklands Kletterzentrum“ in St. Wendel. In dem ehemaligen Stadthallenbad kann man auf 1000 Quadratmetern Wandfläche rund 280 Routen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgraden klettern – mit Seil, Spezialschuhen, Gurt und Sicherungsgerät versteht sich. Die passende Ausrüstung wird gegen Gebühr verliehen. Kletter-Einsteiger, die fürs Erste nicht an einer zwölf Meter hohen Wand hängen wollen, können sich im „Bouldern“ versuchen. Das ist die ungesicherte Variante des Kletterns an bis zu drei Meter hohen Wänden – doch dank weicher Spezialmatten fallen die Kletterer sanft.

150 Kletterern über den Tag verteilt

„An den Wochenenden sind wir mit im Schnitt 150 Kletterern über den Tag verteilt gut ausgelastet“, sagt der 24-jährige Geschäftsführer der St. Wendeler Kletterhalle, Jochen Kraushaar. Zusammen mit Achim Persch betreibt er das Kletterzentrum – und ist wie auch Persch seit Jahren aktiver Freizeitkletterer. An den übrigen Tagen käme das Gros der Hallenkraxler am Spätnachmittag. „Zwar sind wir werktags bei weitem nicht voll ausgelastet, doch bisher stellt das für uns kein wirtschaftliches Problem dar“, sagt Kraushaar. Die jüngsten Kletterer sind vier, die ältesten sind über 60 Jahre alt, so Kraushaar.

Dass hier zu Lande das Klettern im Trend liegt, kann auch der Leiter des sportwissenschaftlichen Institutes an der Uni des Saarlandes, Georg Wydra, bestätigen. Allerdings profitieren von diesem Boom nicht allein die Betreiber kommerzieller Kletterhallen. „Einige Kindergärten und Grundschulen, der Landessportverband und der saarländische Turnerbund haben Kletterwände errichten lassen. Zurzeit wird auch an der Saar-Uni überlegt für den Hochschulsport eine solche Wand anzuschaffen“, erläutert Wydra. Warum klettern Menschen aber überhaupt meterhohe Wände hoch? „Für einen Kletterer ist es Glück pur, wenn er an der Wand hängt und eine Kletter-Route meistert.“ Das Faszinierende beim Klettern sei, dass man rasch „kleine Erfolgserlebnisse“ erfährt. „Man fasst nach dem Griff, findet Halt und zieht sich ein Stück weiter höher – das ist wie ein Erfolgserlebnis. Danach kommt die nächste Aufgabe“, sagt Wydra.

Dominik Winkler hat sich derweil abgeseilt und liegt auf der Weichturnmatte. Ein Moment der Ruhe, doch die nächste Herausforderung wartet längst.

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