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Hochwald: Milchpreise bleiben im Keller

Thalfang. Milchprodukte werden in den nächsten Monaten für die Verbraucher nicht teurer. „Bis November tut sich kaum etwas“, ist Karl-Heinz Engel, Hauptgeschäftsführer der Hochwald-Nahrungsmittel-Werke, überzeugt. Der Chef der drittgrößten deutschen Molkereigruppe gibt daher auch für die rund 5000 Milchlieferanten von Hochwald – darunter 230 Bauern aus dem Saarland – keine Entwarnung. „Obwohl wir den höchsten Milchauszahlungs-Preis in Deutschland haben, sind wir nicht in der Lage, mehr als 22 Cent pro Kilo Milch zu zahlen“, machte Engel am Freitag bei der Vorstellung der Bilanzzahlen 2008 deutlich. „Bei diesen Preisen schreiben alle Bauern tiefrote Zahlen“, ist Hochwald-Aufsichtsrats-Chef Hans-Jürgen Sehn, selbst aktiver Landwirt, überzeugt. „Sogar bei gut geführten Betrieben ist bei einem Preis von weniger als 25 Cent der Gewinn weg“.

Im vergangenen Jahr seien im Durchschnitt noch 35,6 Cent je Kilogramm Milch gezahlt worden. Die Molkerei-Experten rechnen damit, dass in absehbarer Zeit etliche Bauern aufgeben werden, so dass das Milchangebot sich reduziert. Schon bei der nächsten Preisrunde mit dem Einzelhandel sieht Marketingchef Andreas Schneider die Position der Milchwirtschaft „ein wenig gestärkt“. Er rechnet damit, dann auch leichte Preis-Erhöhungen durchdrücken zu können. Beim künftigen Absatz setzt Hochwald auf den Export. Die Ausfuhrquote von 33 Prozent soll auf 40 Prozent gesteigert werden. Ein interessanter Markt sei beispielsweise der Nahe Osten. Im bundesdeutschen Einzelhandel wollen die Hunsrücker ihre zugkräftige Marken („Bärenmarke“, „Glücksklee“ und „Lünebest“) weiter aufpolieren.

Im regionalen Handel sei man mit der Marke „Hochwald“ gut positioniert. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 5,4 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Für dieses Jahr wird wegen der niedrigen Preise allerdings mit einem Umsatz-Rückgang auf 1,08 Milliarden Euro gerechnet. Das Milchaufkommen erreichte im Jahr 2008 rund 1,92 Milliarden Kilogramm. Davon lieferten die Saar-Bauern etwa 90 Millionen Kilogramm. Der Jahresüberschuss lag bei einer Million Euro (Vorjahr 1,18 Millionen Euro). Im Konzern sind rund 1580 Mitarbeiter beschäftigt. Das Gelände der früheren Hochwald-Molkerei in Saarbrücken (Milchhof, nahe dem Messegelände) steht nach wie vor zum Verkauf. Es gebe Gespräche mit „mehreren Interessenten“, so Engel – unter anderem mit der Stadt Saarbrücken.

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