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Hochwasser: Saarland will bessere Prognosen

Hochwasser-Prognosen sind von Vorteil - sie müssen allerdings zuverlässig sein.

Hochwasser-Prognosen sind von Vorteil - sie müssen allerdings zuverlässig sein.

Saarbrücken. Nachdem die saarländischen Behörden sich in der vergangenen Woche mit ihren Hochwasser-Prognosen verschätzt hatten, will man nun eine Verbesserung des Vorhersage-Modells prüfen. Das hat Umweltministerin Simone Peter (Grüne) gestern gegenüber der Saarbrücker Zeitung versichert.

Von wesentlich stärkeren Niederschlägen ausgegangen

Wörtlich sagte die Ministerin: „Wir überlegen, in Zukunft andere Prognosen mit hinzuzunehmen, um das Modell zu optimieren.“ In der vergangenen Woche, so die Ministerin weiter, habe sich das zuständige Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) auf die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes gestützt, der von wesentlich stärkeren Niederschlägen ausgegangen sei, als man sie schließlich verzeichnete. So sei zu klären, ob man auch die Wetterdaten von Lothringen sowie die Niederschlagssituation in Frankreich überhaupt zur Grundlage nehmen solle.

Hochwasserscheitel war an keiner Stelle auf ursprünglich erwartete Höhen geklettert

Wie bereits mehrfach berichtet, waren die saarländischen Behörden am vergangenen Donnerstag von schweren Überflutungen an Blies und Saar ausgegangen. So hatte man erwartet, dass am Freitag die Innenstadt von Blieskastel unter Wasser stehen würde. Ferner wurde am Donnerstagabend die Stadtautobahn gesperrt, weil das Hochwasser über Nacht die Fahrbahnen überspülen sollte. Doch am Wochenende stellte sich heraus, dass die Hochwasserscheitel an keiner Stelle auf die ursprünglich erwarteten Höhen geklettert waren. Auch wurde klar, dass man die Stadtautobahn nur für einen Tag hätte sperren müssen.

Rechnung mit drei Unbekannten 

Dazu sagte Simone Peter, dass man gerade bei diesem Hochwasser vor einer schwierigen Situation gestanden habe, weil drei Unbekannte zu berücksichtigen gewesen seien: wie hoch die Temperaturen klettern, mit welchem Tempo der Schnee abschmilzt und wie viel Regen herunterkommt. Im Übrigen habe sich bei den beiden vorangegangen Hochwasser-Ereignissen in der Woche vor Weihnachten und Anfang Dezember gezeigt, dass man Überflutungen auch exakt vorhersagen kann. Ähnlich äußerte sich LUA-Chefin Helga May-Didion, die darauf hinwies, dass das derzeitige Hochwassermodell, mit dem die Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg auch arbeiteten, möglicherweise noch „Schwächen bei der Schnee-Komponente“ habe. Dazu müsse man aber auch sagen, dass man bei bisherigen Hochwasser-Vorhersagen „diese Schneemassen noch nicht gehabt“ habe.

Fehleinschätzungen vermeiden

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) forderte dessen Landesvorsitzender Christoph Hassel, dass das Land es in Zukunft vermeiden solle, solche Fehleinschätzungen zu produzieren. Sonst laufe man Gefahr, dass die Warnungen nicht mehr ernst genommen werden. Nun gelte es, die Vorhersagemodelle im Hinblick darauf zu prüfen, „was schief gelaufen ist“. Dieser Kritik müsse sich das Land stellen, meinte der BUND-Chef.

Hintergrund

Das Hochwasser aus der vergangenen Woche ist kaum abgelaufen, da wird vor erneut steigenden Pegeln an Rhein und Mosel gewarnt. Vor allem neue Niederschläge könnten für weitere Überflutungen sorgen. Dagegen war die Lage gestern im Saarland noch entspannt. Im Hochwasserlagebericht hieß es: „Alle Pegel im Saarland zeigen noch leicht fallende Tendenz. Die vorhergesagten Niederschläge werden voraussichtlich in der Nacht zum Donnerstag die Pegel erneut steigen lassen.“ Doch für Blies und Saar wurden bis Freitag keine Hochwasser-relevanten Werte gesehen. gf

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