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Hochwasser in Sulzbach: Problemzone Lochwiesbach

Hoch standen die Wassermassen auch vor dem Salzbrunnenhaus. Hier entstanden aber kaum Schäden. Archivfoto: Becker&Bredel

Hoch standen die Wassermassen auch vor dem Salzbrunnenhaus. Hier entstanden aber kaum Schäden. Archivfoto: Becker&Bredel

Die Starkregen der vergangenen Monate haben sichtbare Schäden in Sulzbach hinterlassen. Die Stadt reagierte schnell mit einem Fonds, der Betroffene unterstützt, zahlreiche Spenden gingen ein. Am vergangenen Mittwoch war nun ein ganzes Team aus Fachleuten mit Bürgermeister Michael Adam sowie dem Staatssekretär für Umwelt und Verbraucherschutz Roland Krämer zusammen mit betroffenen Bürgerinnen und Bürgern rund um die Sulzbachtalstraße 127 unterwegs, um zu erkunden, welche Maßnahmen für künftige Ereignisse ergriffen werden können.

 

„Die Menschen leben hier wie in einer Badewanne“, fasste Adam die Wohnsituation zusammen. Der Lochwiesbach führt zudem verrohrt unter den Grundstücken hindurch, was die Situation verschärfe. „Die Kanaldeckel hoben sich, das Wasser schoss durch die Gärten, nach 20 bis 30 Minuten stand es 1,40 Meter über dem Belag“, beschrieb Anwohner Sven Lotz die erlebte Situation. Ein Haus ist im Kellergeschoss bereits durch Metallschotts gesichert, eine Maßnahme, die allerdings nur bis zu einem gewissen Wasserstand Schutz bietet. „Eine typische Muldenlage, 100-prozentigen Schutz kann es nicht geben“, attestierte auch Manuela Gretschel vom Umweltministerium. Als erste Maßnahme schlug sie den Geschädigten vor, genutzte Räume im Untergeschoss nach Möglichkeit in obere Stockwerke zu verlagern.

 

Ein weiteres Problem sei die Umrüstung der Stromleitungen in den Häusern. So müssten Stromkästen im Kellergeschoss unbedingt vermieden werden. Gespräche mit den Stadtwerken sollten hierzu möglichst schnell geführt werden. Der Rundgang führte schließlich auch vielen Einwohnern recht unbekannten Wartungsweg zum Lochwiesbachstollen. Ist hier der Hang von den Wassermassen gesättigt, bahnen sie sich ihren Weg durch die Häuserreihe bis zur Stützmauer der Straße Am Grubenpfad, bis sie von dort in Richtung Sulzbach weiterfließen, erklärte Steffen Banuat, Leiter des Bauamtes der Stadt. Das Wasser hier zu stauen, könnte jedoch gefährlich werden. Die Möglichkeit besteht, dass dann der Hang nachrutschen könnte, so Krämer. Zudem seien die Kosten für einen Dammbau hoch, so könnte es im Endeffekt sogar günstiger sein, die betroffenen Grundstücke in diesem Teil der Stadt aufzukaufen und abzureißen, so Karsten Baus, Stellvertreter von Banuat. „Es gilt, zunächst zu prüfen, was zurückgehalten werden kann“, so Marco Hinsberger vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz.

 

Die Stadt will nun beim Ministerium die Bezuschussung eines Gesamtgutachtens für Sulzbach beantragen. „Auf dessen Grundlage muss man sehen, was machbar und was umsetzbar ist“, so Adam. Krämer machte jedoch deutlich: „Solche Hochwasser können derzeit überall auftreten.“ Den Anwohnern empfahl er, keine Wertgegenstände im Keller zu lagern und eine Elementarschadensversicherung abzuschließen.  
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