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Höhere Kosten: Gas wird teurer

Merzig. Die Nachrichten über steigende Gaspreise treiben so manchem Wohnungsinhaberkurz vor Beginn der kalten Jahreszeit die Schweißperlen auf die Stirn. Da ist in einigen Regionen der Republik von Teuerungsraten bis zu 25 Prozent die Rede. Den Versorgern gehen vielerorts die Argumente aus. Kunden verlieren das Vertrauen und wechseln zu preiswerteren Anbietern. Verbraucher nutzen die Situation, um auf alternative Energien umzustellen. In den Baumärkten boomt der Verkauf von Wohnzimmeröfen, und in den Wäldern wird „Holz gemacht“, was das Zeug hält. Die Gasversorger des Grünen Kreises scheinen bemüht, die Gaspreise vor der kommenden Heizperiode so moderat wie irgend möglich zu gestalten. „Wir geben die uns auferlegten Preissteigerungen eins zu eins an unsere Kunden weiter“, betont Christian Brachmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Wadern. Es seien gestiegene Bezugskosten, die derzeit eine Kalkulationsanpassung erforderten. „Unser Lieferverträge laufen über zwei Jahre, die der Vorlieferanten noch länger“, erläutert Brachmann. Noch müsse man mit der Ölpreisbindung leben. Danach bewege sich der Gaspreis immer dann, wenn sich der Heizölpreis ändere, allerdings zeitversetzt. Das solle sich über kurz oder lang ändern, meint der Waderner Stadtwerke-Chef. „Der Markt wird langsam aufgeweicht, aber es wird noch dauern.“ Bundesweit, weiß Brachmann, gehe der Bezug an Erdgas stetig zurück.



„Die Leute dämmen ihre Häuser oder steigen zumindest teilweise auf nachwachsende Energieträger um.“ Die Preissteigerung für einen durchschnittlichen Haushalt schätzt Brachmann in der kommenden Heizperiode auf rund 140 Euro. Merzigs Stadtwerke-Chef Daniel Barth bestätigt: „Steigende Bezugskosten werden uns von unseren Lieferanten auferlegt“. Man habe eine Versorgungspflicht und müsse deshalb Verträge mit Laufzeiten von durchschnittlich zwei Jahren eingehen. Eine flexiblere Kalkulation könne sich ergeben, wenn man am so genannten Spotmarkt frei gehandelte Mengen dazu kaufen könne, sagt Barth. Noch gelte die Ölpreisbindung. Daher spiegele sich die Entwicklung auf den Großhandelsplätzen im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Ölmengen nicht unbedingt im Gaspreis wieder. Barth weiter: „Was die steigenden Kosten angeht, so müssen auch wir unternehmerisch denken, aber daraus ein Geschäft zu machen – diese Frage stellt sich nicht“.


Losheimer zahlen künftig zehn Prozent mehr

Losheim. „Unseren Kunden müssen wir fürs Gas leider einen Preisaufschlag in Höhe von zehn Prozent berechnen“, erklärte Josef Theil, Geschäftsführer der Technischen Werke Losheim. Damit liege man hart an der äußersten unteren Kalkulationsgrenze. Wenn man bedenke, dass in anderen Teilen Deutschlands von bis zu 25 Prozent Preisaufschlag die Rede sei, liege man damit in einem sehr moderaten Rahmen.  „Wir hatten unsere Kunden sechs Wochen vor Inkrafttreten der Verteuerung persönlich angeschrieben, dazu sind wir gesetzlich verpflichtet“, so Theil. Zusätzlich sei die Information im Internet veröffentlicht worden. Die Kunden waren auf diese Nachricht, so glaubt Theil, bereits vorbereitet. „Die Leute sehen ja schon an der Entwicklung der Spritpreise, wenn sich was auf dem Energiesektor bewegt. Unsere Preiserhöhungen kommen nicht deshalb, weil wir mehr Geld verdienen wollen“, meint Theil. Wenn man die Steigerungen des letzten dreiviertel Jahres unter einen Hut brächte, verbuchte man insgesamt 38 Prozent Bezugspreiserhöhung in diesem Zeitraum. „Alle drei Monate bekommen die Gasversorger von ihren Vorlieferanten einen neuen Preis“, sagte Theil. Ob es nach Wegfall der Ölpreisbindung zu Preissenkungen komme, könne man nicht sagen. „Das hängt von der Situation auf dem Weltmarkt ab.“ Wenn mehrere energiehungrige Staaten in die Krise kämen, könnte es sein, dass schnell ein Überangebot bestünde. Theil: „Aber da gibt es noch den großen chinesischen Markt, der schon sehr bald riesige Energiemengen beanspruchen wird“. owa
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