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Hoher Schaden: Unbekannte zerstören Wind-Messanlage

Die Messstation Foto: Polizei

Die Messstation Foto: Polizei

Der Widerstand gegen den geplanten Windpark Primsbogen rund um den Litermont manifestiert sich nun möglicherweise auch in gewalttätiger Form. Diese Vermutung legt ein Vorfall nahe, den die Polizei in Dillingen am Freitag bekannt gab: Im Nalbacher Ortsteil Piesbach, der wie der Beckinger Ortsteil Düppenweiler und der Schmelzer Ortsteil Hüttersdorf an den geplanten Windpark angrenzt, haben unbekannte Täter eine Wind-Messanlage im Wert von rund 160 000 Euro zerstört. Die Tat muss sich nach Mitteilung der Polizei zwischen Donnerstagnachmittag, 17 Uhr, und Freitagnacht, 1.10 Uhr, ereignet haben.

 

Erst am Donnerstagnachmittag wurde die Apparatur im Auftrag des Energieversorgers Energie Baden-Württemberg (EnBW), die als Investor für den Windpark vorgesehen ist, von der Firma „Deutsche WindGuard Consulting GmbH“ in der verlängerten Hildstraße in Piesbach installiert. Diese Messstation befand sich in einem Brennstoffzellen-Trailer (montiert auf einem Tandem-Pkw-Anhänger), der sich über angebaute Solarzellen selbst mit elektrischer Energie speist. Durch diese Anlage sollen mittels modernster Messverfahren optische Abstands- und Geschwindigkeits-Messungen sowie Fernmessungen atmosphärischer Parameter durchgeführt werden. Die Messungen standen im Zusammenhang mit den Plänen von EnBW für den acht Windräder umfassenden Windpark Primsbogen auf Territorium der Gemeinden Nalbach, Schmelz und Beckingen.

 

Die drei Gemeinden hatten das Projekt gemeinsam voranbetrieben, unter anderem hatten die jeweiligen Gremien Vorranggebiete für Windenergie rund um den Litermont ausgewiesen. Allerdings waren zuletzt die Gemeinderäte aus Nalbach und Beckingen auf Distanz zu dem Projekt gegangen und hatten sich gegen dessen Realisierung ausgesprochen – nachdem sich massiver öffentlicher Protest gegen den Windpark artikuliert hatte. Die Gegner des Projektes lehnen den Windpark insbesondere wegen der Höhe der Anlagen (bis zu 240 Meter) und des starken Eingriffs in die naturlandschaft am Litermont ab.

 

Der Widerstand scheint sich möglicherweise nun nicht nur in Worten niederzuschlagen: Nur wenige Stunden nach der Installation der Wind-Messstation in Piesbach, in der Nacht zum Freitag gegen 1.10 Uhr, wurde der zuständige Installateur der Firma per automatischer Mitteilung auf sein Smartphone über einen Spannungsabfall im Messwagen informiert. Daraufhin suchte der Techniker den Ort auf und stellte dort die komplette Zerstörung der Messanlage fest. Die von ihm alarmierten Polizei-Beamten aus Dillingen stellten fest, dass der oder die unbekannten Täter die Scharnierbolzen der Verriegelung des Brennstoffzellen-Anhängers herausgeschraubt hatten, wodurch die Türen aus der Halterung herausfielen. Anschließend entnahmen der oder die Täter gezielt das Windmessgerät aus dem Anhänger und befüllten das Messgerät mit Wasser. Dadurch wurde die Elektronik der Apparatur vollständig zerstört, so dass der enorm hohe Sachschaden von etwa 160 000 Euro entstand. Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen des Verdachtes der Sachbeschädigung eingeleitet.

 

Sachdienliche Hinweise erbittet die Polizeiinspektion Dillingen, Tel. (0 68 31) 97 70.

 

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