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Holocaust-Gedenkveranstaltung im Landtag: Warnungen vor Rechtsextremismus und AfD

Schüler des Wendalinum in St. Wendel stellen ihr Projekt „Wider das Vergessen“ im Landtag vor. Foto: bub</p>

Schüler des Wendalinum in St. Wendel stellen ihr Projekt „Wider das Vergessen“ im Landtag vor. Foto: bub

Gedenken ist immer auch eine Mahnung an Gegenwart und Zukunft. Welche aktuelle Brisanz diese Mahnung hat, machen alle Redner im Saarländischen Landtag am Freitag bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus deutlich. Denn früher oder später kommen sie alle auf „besorgniserregende Tendenzen“, auf Nationalismus und auf die AfD zu sprechen – auch wenn die Akteure nicht immer explizit beim Namen genannt werden. Er wolle keine Namen nennen, „um niemanden prominent zu machen, der es nicht sein soll“, erklärt Landtagspräsident Klaus Meiser ( CDU ) in seiner Eröffnungsansprache. Auch Richard Bermann, Vorsitzender der Synagogengemeinde Saar, warnt anlässlich des 72. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor „alten Dämonen , die in ganz Europa wieder zu erwachen drohen“. Eine Rat- und Sprachlosigkeit angesichts dessen dürfe man aber nicht erlauben. „Die Erinnerung schützt uns vor Wiederholung“, so Bermann. Und: „Jetzt ist die Stunde, unsere Demokratie und Freiheit zu bewahren.“ Allerdings mahnt Bermann auch davor, Probleme zu beschwichtigen. Vielen Flüchtlingen sei die Demokratie unbekannt, in ihren Heimatländern Antisemitismus Staatsräson. Sie dürften aber nicht abgewiesen werden. Viele Menschen hätten das Dritte Reich nicht überlebt, „wenn sie an den Grenzen zu anderen Ländern abgewiesen worden wären“, erinnert Bermann. Vielmehr gelte es, „unsere Werte, Demokratie und Freiheit zu verteidigen“. Diese Werte müssten vermittelt werden. Wer Deutschland zu seiner Heimat wähle, müsse sich zudem mit dem Holocaust beschäftigen. „Eine falsch verstandene Toleranz führt zu Parallelgesellschaften“, warnt Bermann. Pegida nennt er „keine Patrioten, sondern Scharfmacher“, und die AfD bringe „zu viele Thesen und Gestalten hervor, die rechts und gefährlich sind“.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ) nennt den Holocaust „eine Schande, zu der wir uns immer bekennen müssen“. Mit Bezug auf den AfD-Politiker Björn Höcke, der das Holocaust-Mahnmal in Berlin kürzlich als „Mahnmal der Schande“ bezeichnet hatte, warnt sie: „Wenn wir zulassen, dass das Erinnern und Gedenken nachlässt, ist das eine Schande, die wir zu tragen haben.“

Schüler des Wendalinum-Gymnasiums in St. Wendel stellen anschließend das Projekt „Wider das Vergessen“ vor. Es arbeitet die Geschichte des Juden Fritz Berl auf, der 1935 auf eben dieses Gymnasium in St. Wendel geht, wenig später dem Tod in Auschwitz nur knapp entrinnt und schließlich ins Ausland fliehen kann. Das Schülerprojekt zeigt anschaulich, wie man für heutige Generationen erfahrbar macht, was es zu vermeiden gilt, oder wie Gedenken zur zukunftsweisenden Mahnung wird.

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