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"Holzfasern sind nicht schädlich": Eiweiler Fabrikleitung korrigiert Mutmaßungen

Holzfasern sind der Grundwerkstoff der Laminate-Fabrik (hier bei der Jahreshauptübung der Werksfeuerwehr und der Heusweiler Wehr zusammen mit dem DRK)  in Eiweiler. Bei der Herstellung entweicht ein kleiner Teil.

Holzfasern sind der Grundwerkstoff der Laminate-Fabrik (hier bei der Jahreshauptübung der Werksfeuerwehr und der Heusweiler Wehr zusammen mit dem DRK) in Eiweiler. Bei der Herstellung entweicht ein kleiner Teil.

Zwar produziert die Holzwerkstoff-Fabrik in Eiweiler – der „LaminatePark“ – deutlich weniger und sauberer als noch in den 1980er Jahren, dennoch gibt es immer wieder Klagen über Stoffe, die aus dem Schornstein des Werkes auf die Nachbarschaft rieseln und sich als gelbe klebrige Masse auf die Häuser legen. Nach Auskunft des saarländischen Umweltministeriums erfolgten in diesem Jahr bislang sechs Beschwerden an das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA). Wie Sprecherin Sabine Schorr unserer Zeitung berichtete, fanden am 29. April eine Besichtigung bei einem Beschwerdeführer in der Höhenstraße und eine Betriebsbegehung im Werk statt. Am 27. Mai wurden bei einem weiteren Ortstermin die Betriebstagebücher auf mögliche Betriebsstörungen geprüft. Fazit: „Es konnten keine Auffälligkeiten festgestellt werden.“

Frank Düpre, Geschäftsführer des Werkes, nahm sich in der vorletzten Woche mehrere Stunden Zeit, um interessierten Bewohnern aus dem Ort die Werkstechnik zu erklären und Gerüchte zu zertreuen, dass man „unkontrolliert“ Material ausblase oder andere unerlaubte Dinge tue. Am Zustandekommen des Termins war auch Ortsvorsteher Richard Wachall maßgeblich beteiligt, quasi als neutraler Vermittler. Hinterher hatte er den Eindruck, dass die Menschen im Umkreis „etwas beruhigter“ seien und die Emotionen „herunter gefahren“ werden konnten.

Düpre und der technische Werkleiter Tim Schäfer berichteten, dass die Fabrik nach bestem Stand der Technik und unter Einhaltung, ja sogar Unterbietung der Grenzwerte Holzfaserstoffe produziere. Die Trocknung und Gewinnung der Fasern für die Produktion von Faserplatten geschehe wie bei einem bekannten britischen Staubsauger („Zyklon“) durch Verwirbelung. Bei dieser überall auf der Welt – auch in der Papierherstellung – angewandten Methode gebe es gar keine Filter. Deshalb sei auch das Gerücht abwegig, „nachts“ oder „zum Sparen“ würden Filter umgangen oder zur Vermeidung von Reinugungsintervallen „ausgebaut“.

„Wir sind nicht darauf aus, Holzfasern auszustoßen, sondern möglichst jede einzelne zu behalten, denn sie kosten Geld“, beschreibt Düpre den Anreiz, nur reine Luft auszustoßen und das Holz einzufangen.



In der 2012 abgegebenen Emissionserklärung des Werkes wurde die Betriebszeit der Multizyklone mit 6824 Stunden im Jahr angegeben, genehmigt seien 8400 Stunden. Rechnete man die gemessenen Holzfaseremissionen bei einem Abluftvolumen von etwa 220 000 Kubikmeter pro Stunde auf ein Jahr hoch, so errechneten sich – entsprechend der Angaben des LUA – etwa 21 Tonnen Holzfasern, die pro Jahr ausgestoßen werden, wohl gemerkt genehmigunsgkonform.

Im Flächennutzungsplan, der 2002 vom Gemeindeerat Heusweiler verabschiedet wurde (hier liegt das Neubaugebiet der LEG) heißt es über die Abluft der Fabrik, dass „schädliche Umwelteinwirkungen ...ausgeschlossen“ seien. Bei ungünstigem Wind seien aber „Belästigungen“ nicht auszuschließen.

Wie die Werkleitung versichert, handelt es sich bei den Stoffen um reine Holzfasern ohne Anhaftungen von Kleber oder Chemie. Der Klebeeffekt auf den Dächern ergebe sich durch herkömmliche Umwelteinflüsse wie Regen und Hitze.

Dass die Laminat-Fabrik in den vergangenen Jahren mehrfach Dächer von Anwohnern durch Fachfirmen säubern ließ (trotz Bedenken über die Notwendigkeit), war nach Unternehmensangaben ausschließlich als Zeichen guter Nachbarschaft und nicht als Eingeständnis von Fehlverhalten zu interpretieren. Mit solchen Reinigungsaktionen hat es vorerst aber ein Ende, denn auf die gute Tat folgte eine Art Fluch. Wie unsere Zeitung erfuhr, wuchsen die an das Werk gestellten Forderungen deutlich. Da durch mehrfaches Reinigen Oberflächen von Ziegeln porös wurden, gab es erste Wünsche nach Neueindeckung der Dächern oder gar nach Zahlungen zum Ausgleich von Wertverlusten an Immobilien. Und nachdem eine Führungskraft des Laminate-Parks persönlich bedroht worden sei, wurden die Reinigungen gestoppt – bis die Stimmung sich wieder neutralisiert habe, so Düpre. Wie das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz mitteilte, wurde der Grenzwert für die Abluft aus den „Multizyklonen“ – wie in Eiweiler – 2004 auf 15 Milligramm je Kubikmeter feuchte Abluft festgesetzt. Die letzte Messung des Holzfaserausstoßes in der Abluft der beiden Multizyklone in Eiweiler erfolgte 2012 und werde turnusgemäß im letzten Quartal 2015 wiederholt. Ergebnisse bisher: „Der Grenzwert wurde nach den vorliegenden Messprotokollen eingehalten.“
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