A6 Metz/Saarbrücken Richtung Kaiserslautern AS Rohrbach Bauarbeiten, Ausfahrt gesperrt, Einfahrt gesperrt bis 16.10.2017 06:00 Uhr (18.09.2017, 06:59)

A6

Priorität: Dringend

12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
12°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Holzklotzwerfer auch im Saarland?

Saarbrücken. Zwei Meter Metallgitter an dem Fußweg in Alt-Saarbrücken fehlen einfach. Grünes Absperrband zittert stattdessen im Wind. Ein 100-Kilo-Holzklotz hat das Gitter weggerissen, als ihn am Sonntag gegen 19 Uhr Unbekannte etwa sieben Meter weiter oben in die Tiefe stürzten. Das hat die Polizei gestern berichtet. Der Klotz durchschlug das Gitter, fiel noch einmal etwa acht Meter nach unten auf den Grünstreifen, rollte über das Trottoir auf die Moltkestraße – ein Autofahrer konnte gerade noch rechtzeitig ausweichen und einen Unfall verhindern.

Die Schreckensnachricht über den Tod einer Beifahrerin bei Oldenburg durch einen Holzklotz, prägt die Wahrnehmung dieses Beinaheunfalls: Ein SR-Kamerateam begeht den mutmaßlichen Tatort an einer Friedhofsmauer in Alt-Saarbrücken, ein Fotograf ist vor Ort. Ein Stück eines Holzstammes, über einen Meter hoch und von einem Mann nicht zu umfassen, steht dort auf einem schmalen Grünstreifen. Der Abdruck im Boden zeugt von einem zweiten mit ähnlichem Ausmaß, der mittlerweile nach Polizeiangaben beim Bauhof lagert. Die Spur, die der Stamm bei seinem Absturz im Waldboden hinterlassen hat, ist deutlich sichtbar. Oben sind grüne Scherben zerbrochener Weinflaschen teilweise in den weichen Boden getreten, andere liegen offensichtlich erst seit kurzem hier. Ein großer Haufen mit Sandsteinen ist in unmittelbarer Nähe – einige größere Sandsteine wurden nach Bericht der Polizei ebenfalls unten, nahe der Einschlagstelle auf der Fahrbahn gefunden. Eine Bierflasche und eine Zigarettenkippe haben die alarmierten Polizisten sichergestellt, erklärt Polizeisprecher Klaus Ruffing.

Der Kriminaldienst ermittele wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und wegen Sachbeschädigung, sagt Ruffing. Ein Zeuge habe aus einiger Entfernung einen Mann und eine Frau gesehen, die sich in der Nähe des Tatorts aufgehalten haben sollen, berichtet er. Eine Beschreibung gebe es nicht. Wieso der Holzklotz in die Tiefe gestürzt wurde, sei unklar. „Wir rätseln“, sagt der Sprecher zu möglichen Motiven. Die Schreckensnachricht aus Oldenburg hallt auch bei diesen Worten nach. Auf einen Blick Tödlich endete eine Attacke an Ostern bei Oldenburg, als ein sechs Kilo schwerer Holzklotz von einer Autobahnbrücke geworfen worden war. Das Wurfgeschoss hatte die Windschutzscheibe eines Autos durchschlagen und dabei eine zweifache Mutter vor den Augen ihrer Familie getötet. Die Fahnder konzentrieren sich bei ihrer Suche auf eine vier- bis fünfköpfige Gruppe junger Leute im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Zeugen hatten die Jugendlichen auf der Brücke gesehen. Auch in Luxemburg kam es in jüngster Zeit zu Wurfattacken von Autobahnbrücken. Bei einem Angriff Mitte April wurde eine Fahrerin von einem Stück Schlacke verletzt, als es die Windschutzscheibe ihres Wagens durchschlug. red
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein