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Homburg schließt Spiel- und Bolzplätze

Homburg. Sie haben eine richtige Rundreise hinter sich, die Verantwortlichen bei der Stadt. Alle Spielplätze auf Homburger Gebiet haben sie in den vergangenen Monaten besichtigt und bewertet – gemeinsam mit Vertretern aus den Orten. Eigentlich sollten schon längst einige der 67 Anlagen Geschichte sein, denn auch das sehen die Haushaltsbegleitbeschlüsse so vor. Statistisch habe Homburg fast doppelt so viele Plätze wie andere saarländische Kommunen im Durchschnitt, hieß es darin zur Begründung. So wurde beschlossen, den Bedarf kritisch zu überprüfen mit der Vorgabe, „die Anzahl der Einrichtungen in angemessener Form zu reduzieren“.

Das hat man getan, und nun liegt die Liste vor: 14 Spiel- und Bolzplätze werden geschlossen, informierte der städtische Beigeordnete Rüdiger Schneidewind auf Nachfrage unserer Zeitung. Grundsätzlich sei es aber nicht darum gegangen, einen „Kahlschlag“ zu machen, unterstrich er. Es sei vielmehr Ziel gewesen, die wenig genutzten Plätze aufzugeben, um die guten aufzuwerten und zu sichern. Immerhin 460.000 Euro fielen derzeit jährlich an Unterhaltungskosten an, also für Reinigung, Pflege, Kontrollen und kleinere Reparaturen. „Da sind noch keine Spielgeräte drin“, erläuterte er. Neuanschaffungen und größere Reparaturen schlagen also extra zu Buche.

240.000 Euro sollen gespart werde, sagte Schneidewind. Allerdings nicht durch das Schließen der Plätze allein: Bei einigen werde auch in der Unterhaltung etwas geändert. So sollten zum Beispiel Spielplätze, die an Schulen liegen, auch durch die Hausmeister mitbetreut werden. Sie übernehmen bestimmte Aufgaben, welche müsse noch festgelegt werde, bestimmte Kontrollen und die Reinigung könnten dazugehören. Der Baubetriebshof sei dennoch weiter im Einsatz, allerdings reduzierter. Andere Plätze wie der in Jägersburg und der im Stadtpark würden im Rahmen der Naherholungspflege mitbetreut, also von anderem Personal. „Wir haben sonst einen extra Spielplatz-Trupp“, erklärte Schneidewind. „Es geht letztlich auch darum, dass wir im Baubetriebshof Synergien reinbekommen.“ So könnten Kosten gespart werden, ohne Leute zu entlassen.

Außerdem wurde die Idee der Patenschaften entwickelt. Für zwei Plätze sind diese konkret, sagte der Beigeordnete, weitere zwei bis drei seien im Gespräch. Dabei übernehmen die Paten hauptsächlich die Pflege – bei Bolzplätzen geht es vorwiegend ums Rasen mähen – die Reinigung und kleinere Kontrollgänge. Große Kontrollen bleiben bei Technikern aus dem Haus.

Zwei andere Spielplätze, die im Prinzip zu großen Wohnanlagen gehören und de facto nur von Kindern aus diesen Häusern genutzt würden, werden der Eigentümergemeinschaft zu Übernahme angeboten, kündigte er an.
Außerdem soll Geld gespart werden, indem der Pflegeaufwand an manchen Stellen verringert werde. So könnten Hecken entfernt und durch Rasen ersetzt werden. Auch mit dem Jugenddorf in Schwarzenbach werde eine Kooperation angepeilt. Das CJD könne zum Teil die Pflegearbeiten übernehmen.

Grundsätzlich bleiben alle, auch die frei werdenden Flächen, in städtischer Hand, versicherte Schneidewind. So könne reagiert werden, wenn sich im Umfeld etwas ändere, also zum Beispiel mehr junge Familien mit Kindern in ein bestimmtes Gebiet ziehen und ein Spielplatz wieder sinnvoll wird.

Bislang sei das Prozedere ohne größere Diskussionen vonstatten gegangen. „Wir schließen wirklich Plätze, die wenig genutzt werden.“ Zudem habe man darauf geachtet, dass es in der Nähe Alternativen gebe. Sei dies nicht der Fall, würden auch weniger frequentierte Plätze erhalten. Die Spielgeräte der Anlagen, die demnächst Geschichte sind, werden übrigens, soweit sie in Ordnung sind, an anderer Stelle weiter verwendet.

Hintergrund
Folgende Spiel- und Bolzplätze werden geschlossen, oder es sind größere Änderungen geplant:

Homburg-West: Bouleplatz Fichtenweg und Skateanlage Am Forum werden geschlossen, der Spielplatz „Am Steinhübel„ wird der Eigentümergemeinschaft zur Übernahme angeboten, geht diese darauf nicht ein, wird er ebenfalls geschlossen.
Wörschweiler: Der einzige Spielplatz in der Bierbacher Straße bleibt, der Tus Wörschweiler übernimmt eventuelle einige Arbeiten.
Schwarzenbach: Der Platz „Alte Reichsstraße“ wird der Eigentümergemeinschaft angeboten, will diese ihn nicht übernehmen, fällt er weg. Der Bolzplatz Hummelweg wird durch eine Patenschaft betreut, der Bolzplatz Maustauweg geht an den SV Schwarzenbach.
Beeden: Die Spielplätze Kraftwerkstraße und „Unterm Beeder Hof“ werden künftig als eine Anlage in einem Naherholungsgebiet geführt.
Jägersburg: Für den Beachvolleyballplatz „Am Schulberg“ bemüht sich der Ortsrat um eine Patenschaft.
Erbach-West: Der Bolzplatz Charlottenburger Straße wird geschlossen, das Gebiet wird aufgeforstet, auch die Spielanlage Lappentascher Straße wird aufgegeben.
Einöd: Der Bolzplatz Frühlingsstraße wird geschlossen. Der Ortsrat sucht nach einer Patenschaft für den Platz „Schlangenhöhler Weg„, die SPD Einöd übernimmt eine Patenschaft für den Platz Kunzenäcker.
Homburg-Ost: Das Spielgelände am Freibad ist bereits geschlossen, auch die Plätze „Am Hasenhübel“ und Uhlandstraße fallen weg. Defekte Spielgeräte in der Eisenbahnstraße werden nicht mehr ersetzt.
Kirrberg: Der Platz „Am neuen Wasserwerk“ wird geschlossen
Erbach-Ost: Der Spielplatz Eduard-Vollmer-Platz wird geschlossen, der Platz „Am Wasserturm“ wird beobachtet.
Erbach-Nord: Der Bolzplatz Blütenstraße wird geschlossen, der Tartanplatz „Am Wäldchen“ geht zur Unterhaltung ans Sportzentrum.

Zusätzlich gehen noch einige Spielplätze organisatorisch an die Schulen und andere werden organisatorisch und finanziell der Abteilung Naherholung zugeschlagen. ust
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