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Homburg und Bexbach: Bürgermeister wollen Bad gemeinsam bauen

Was wird aus den Schwimmbad-Plänen in Homburg?

Was wird aus den Schwimmbad-Plänen in Homburg?



Homburg/Bexbach. Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner (CDU) hat seinem Bexbacher Amtskollegen Bürgermeister Thomas Leis (SPD) gestern eine interkommunale Zusammenarbeit beim geplanten Kombibad vorgeschlagen. In einem persönlichen Schreiben Schöners heißt es: „Nachdem wir innerhalb unserer Verwaltungsspitzen schon mehrfach über die interkommunale Kooperation im Bereich unserer Schwimmbäder gesprochen haben, darf ich Dir nunmehr konkret die Zusammenarbeit zwischen unseren Städten anbieten.“ Schöner erinnerte daran, dass seine früheren Bemühungen aus dem Jahr 2002, ein attraktives „Saarpfalz-Bad“ zu bauen, wegen der bekannten eigenen Investitionen in St. Ingbert und Neunkirchen gescheitert seien. Er habe damals alle Kreis-Kommunen und gegebenenfalls Neunkirchen einbinden wollen, gemeinsam ein Bad an zentraler Stelle im Bereich der Autobahnen A6/A8 zu errichten und alle anderen Bäder zu schließen. Der OB weiter: „Es versteht sich von selbst, dass ich mich erst jetzt schriftlich an Dich wende, nachdem aus der Presse zu entnehmen war, dass sich der Stadtrat Bexbach derzeit intensiv mit der zukünftigen Ausrichtung der Bexbacher Bäder beschäftigt“. Eine frühere diesbezügliche Offerte hätte möglicherweise in Bexbach zu Irritationen führen können, so Schöner.

Homburg habe sein Freibad bereits vor zwei Jahren ersatzlos geschlossen. Die Schließung des derzeitigen Hallenbades sei ebenfalls geplant. Die nicht mehr zu vertretenden jährlichen Betriebsdefizite und der latent anstehende und nicht zu finanzierende Sanierungsstau seien für diese Entscheidungen ausschlaggebend gewesen. „Dass solche Einschnitte nicht von allen Bürgern positiv begleitet werden, ist durchaus nachvollziehbar. Allerdings haben wir uns im Stadtrat mit der großen Mehrheit weitsichtiger Stadtratsmitglieder für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Ausgleichsmaßnahme dergestalt entschieden, dass wir nun unmittelbar vor der Vergabe eines neuen und auf Wirtschaftlichkeit geprüften Kombibades stehen, das im Rahmen eines PPP-(ÖPP)-Modells realisiert werden soll.“ Dazu sei bereits eine Bäder-GmbH gegründet worden.

Schöner schlägt unterschiedliche Möglichkeiten für die interkommunale Kooperation vor: So könne sich die Stadt Bexbach an der Bäder-GmbH Homburg beteiligen. Bexbacher Schulen und Vereine, wie die DLRG, könnten das künftige Kombibad nutzen, was vertraglich geklärt werden soll. Für den Fall der Schließung des Bexbacher Hallenbades könne auch über eine übergangsweise Mitnutzung des noch aktiven Hallenbads Homburg verhandelt werden.

Auf Nachfrage bestätigte der OB, dass man am Standort „Hinkelsbix“ festhalten werde. Eine Alternative zum Beispiel am Zunderbaum sei ausgeschlossen, da es sich hier um ein Industriegebiet handele. Auch der Zeitplan für den Neubau soll eingehalten werden, ob Bexbach das Angebot nun annehme oder nicht. Schöner ist zuversichtlich, dass eine interkommunale Kooperation vom Land mit einer finanziellen Unterstützung belohnt werden könne. Das könne bedeuten, dass Bexbacher Schulen und Vereine einen Fahrkostenzuschlag bekämen.

Bexbachs Bürgermeister Leis steht einer interkommunalen Zusammenarbeit positiv gegenüber und sieht sie als „logische Konsequenz“. Er könne sich sehr wohl vorstellen, einen Nutzungsvertrag mit Homburg für die Bexbacher Schulen und die DLRG zu unterzeichnen. Den Vorschlag Schöners findet er gut, „ich werde ihn mit dem Stadtrat diskutieren. Ob eine Mehrheit dabei herauskommt, weiß ich im Moment nicht, weil die Überlegungen noch brandaktuell sind“. Wichtig sei, dass sich die Bürger nun über diese Option unterhalten können.

Meinung: Weg mit Kirchturmdenken

Von Peter Neuheisel

Nahezu jede Kommune kämpft mit alten, hoch defizitären Schwimmbädern, die sie sich wegen immens großer Haushaltslöcher eigentlich gar nicht mehr leisten können. Was liegt da näher, dass Nachbarstädte beim Schwimmbad-Neubau beziehungsweise bei der Unterhaltung eines neuen Bades endlich gemeinsame Sache machen? Die Zusammenarbeit zwischen Homburg und Bexbach wäre vernünftig und möglicherweise für andere Landstriche richtungsweisend. Also: Ein neues Bad ersetzt mehrere alte. Wenn nicht mehr jede kleine Gemeinde ein Bad allein betreiben muss, wird Geld eingespart, sowohl bei den Betriebs-, als auch bei den Personalkosten. Dieses Geld kann man zum Beispiel in eine vernünftige verkehrstechnische Anbindung der vorhandenen Bäder einsetzen. Oder es bleibt für andere wichtige Maßnahmen übrig. Schwimmen gehen soll möglich sein, wenn auch nicht direkt vor jeder Haustür. Und was noch wichtiger ist: Künftige Generationen können vielleicht besser atmen, weil ihnen die Kehle finanziell nicht zugeschnürt wird. Das sollten die heutigen Politiker – bei allem Kirchturmdenken – beachten.

Das ist die eine Seite. Die andere ist hoffentlich nicht, dass Homburg nach zwei Jahren der Diskussion erkannt hat, dass es allein ein solches Projekt gar nicht stemmen kann und nur deshalb Kooperationspartner benötigt.


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