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Homburger Fans gelangten nur mit Polizeihilfe zum Bahnhof

Homburg/Saarbrücken . Unbeteiligte Passanten müssen sich am Samstag in der Saarbrücker Innenstadt wie Zuschauer bei Straßenkrawallen gefühlt haben, nachdem das Fußball-Oberligaspiel des 1. FC Saarbrücken gegen den FC Homburg zu Ende gegangen war. Über 1000 Fußballfans marschierten vom Stadion zum Hauptbahnhof, eskortiert von Polizeiautos mit Blaulicht, von Polizeibeamten mit Schlagstöcken, Helmen und schwerer Schutzkleidung.

Hundertschaften waren aufmarschiert: von der saarländischen Polizei, von der Bundespolizei und sogar eine aus Rheinland-Pfalz angeforderte Verstärkung. Nach dem Spiel, das 1:1 endete, war die Stimmung aufgeheizt. „Die Polizei will auf jeden Fall ein Aufeinandertreffen der Fangruppen verhindern“, erklärte Polizeisprecher Klaus Siegler das Einsatzkonzept. Mit einer Wagenburg aus Polizeifahrzeugen trennte die Polizei Saarbrücker und Homburger Fans, die sich über die Autos hinweg Schimpfwörter zuriefen, sich bedrohten oder mit Gegenständen bewarfen.

Teilweise flogen gar Steine. Wer über Drohgebärden hinausging, bekam Ärger mit der Polizei, die jede Form von Randale sofort mit Festnahmen quittierte. Ein junger Saarbrücker, der einen Bierbecher aus Plastik in die Homburger Menge schleuderte, wurde direkt von drei Beamten in Arrest genommen. Ein anderer Fan ließ es ebenfalls drauf ankommen: „Bitte gehen Sie weiter - ich zähle bis fünf“, sagte der Beamte. Bei „sechs“ klickten die Handschellen - auch dieser Fan wurde festgenommen.

Auf Diskussionen konnten sich die Polizisten nicht einlassen, denn schon in der Camphauser Straße drohte die Eskalation. Immer wieder gab es Handgemenge. Unter dem Viadukt am Ludwigskreisel errichteten FCS-Fans schließlich aus Baustellenabsperrungen eine Straßenblockade. Als Steine gegen einen Gefangenenbus flogen, drängte die Polizei die Fans mit Gewalt ab. Saarbrückens Polizeichef Peter Becker war am Ende zufrieden mit dem Einsatz, denn die Homburger Fans konnten die Landeshauptstadt gefahrlos verlassen. „Die Anzahl der Festnahmen müssen wir erst noch addieren“, sagte Becker nach dem Einsatz.

Verletzte gab es dennoch. Schon vor dem Spiel wurde bei einer Festnahme ein Polizeibeamter verletzt, nach dem Spiel meldeten sich mehrere Personen mit Augenreizungen nach Pfefferspray-Einsatz oder mit Prellungen, Schürfungen und Platzwunden. Ein Mann brach vor dem Stadion mit einer blutenden Kopfwunde zusammen, die Ursache war im Tumult nicht zu erkennen. Der Fan wurde notärztlich versorgt. DRK-Einsatzleiter Markus Litz meldete kurz nach 18 Uhr zwölf medizinische Notfälle, darunter auch eine Schlägerei zwischen Punks und Fußballfans. In der Saarbrücker Innenstadt gab es während der Polizeieinsätze ein Verkehrschaos, denn der Abmarsch der Fans bedingte umfangreiche Verkehrssperrungen mit langen Staus. bub

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