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Homburger Kunstwerk ist Ziel von Vandalen

Seit 1972 steht am Verbindungsweg zwischen dem Homburger Forum und dem Stadtbad ein Edelstahl-Kunstwerk der Homburger Künstlers Gernot Waldner. Es erinnert mit seiner geschwungenen und einen Flusslauf aufgreifenden Form an das wechselhafte Schicksal der Donau-Deutschen.

In der Vergangenheit wurde die Plastik immer wieder auch Ziel von Graffiti-Sprayereien. Und auch Aufkleber jedweden Inhalts „zierten“ immer wieder Waldners Arbeit. In den zurückliegenden fünf bis sechs Jahren habe diese Form des Vandalismus allerdings überhandgenommen, ohne eine für ihn angemessene Reaktion der Stadt, erklärte Waldner im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch gerade die Stadt, so der Künstler, stehe hier in der Pflicht. Denn Homburg habe in den 70er Jahren sowohl die Patenschaft für das Kunstwerk an sich, als auch für die Erinnerung an das Schicksal der Donau-Deutschen übernommen. „Dieses Denkmal ist den Donau-Deutschen ein Anliegen. Und die Stadt hat sich damals verpflichtet, die Kultur dieser Menschen zu integrieren.“ Was Waldner zudem umtreibt: „Schon vor einigen Jahren wurde die erläuternde Tafel am Kunstwerk entwendet.“ Damit stehe das Werk für den unkundigen Betrachter unerklärt im Raum. „Vielleicht ist es möglich, über Spenden einen Ersatz zu beschaffen.“ Mit Blick auf den jetzigen, versprayten und verklebten Zustand sprach Waldner von einer „optischen Vermüllung“.

Eben diese zu entfernen ist Aufgabe der Homburger Stadtverwaltung, für Kunst im öffentlichen Raum zeichnet das Amt für Kultur und Tourismus verantwortlich. Dessen Leiter Klaus Kell räumte am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung anhand der Schilderungen ein, dass beim Kunstwerk Waldners in der Tat wohl Handlungsbedarf bestehe. Allerdings: „Ich höre zum ersten Mal davon, dass gerade dieses Kunstwerk so von Graffitis und Aufklebern betroffen ist.“ Kell zeigte sich dankbar für den Hinweis, „denn wir können nicht überall immer ein Auge auf diese Kunstwerke haben“. Zwar stehe Waldners Arbeit recht nahe am Forum, „doch an einer Strecke, die nicht sehr stark begangen wird“.

Generell habe der Vandalismus zugenommen, davon seien zwangsläufig auch öffentliche Kunstwerke betroffen. Dem Hinweis von Gernot Waldner werde er nun direkt nachgehen und eine entsprechende Reinigung des Kunstwerkes veranlassen. Dabei sei zu beachten, so Kell, dass gerade bei Kunstwerken aus Metall, wie im Fall der Arbeit von Waldner, genau geprüft werden müsse, wie Aufkleber und Graffitis materialverträglich entfernt werden können.

Das Waldner'sche Kunstwerk könnte aber nicht nur hinsichtlich der dringend gebotenen Reinigung in den kommenden Monaten in den Blickpunkt rücken, denn: Die Plastik steht in einem Bereich, der mit dem geplanten Neubau der Kindertagesstätte St. Michael und dem möglichen Abriss des Stadtbades nach dessen Aufgabe wohl neu gestaltet wird. Und das könnte für die Plastik einen Umzug bedeuten. Für Gernot Waldner wäre dabei ein Ort noch näher am Forum ein durchaus denkbarer Platz.
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