L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Homburger Tierheim hofft auf eine Lösung

Barry (links) und Cleo wurden beide im Tierheim abgegeben. Sie hoffen wie viele andere Hunde, Katzen und weitere Kleintiere auf ein neues Zuhause. Fotos: Ulrike Stumm/SZ-Redaktion

Barry (links) und Cleo wurden beide im Tierheim abgegeben. Sie hoffen wie viele andere Hunde, Katzen und weitere Kleintiere auf ein neues Zuhause. Fotos: Ulrike Stumm/SZ-Redaktion

Meistens handeln Tierheim-Geschichten kurz vor oder in den Sommerferien von den traurigen Schicksalen ausgesetzter Tiere. Die gibt es zwar auch im Homburger Tierheim, seltener jedoch als früher, weil es sich eher „über das ganze Jahr verteilt“. Es geht hier um noch Grundsätzlicheres, um die bloße Existenz. Marion Schinkmann-Heppekausen hatte kürzlich Zahlen auf den Tisch gelegt: 300 000 Euro brauche das Tierheim durchschnittlich pro Jahr, Tendenz steigend. Jährlich fehlten 40 000 Euro, es drohe die Insolvenz (wir berichteten).

 

Heute sitzt die ehrenamtliche Vorsitzende im Ria-Nickel-Tierheim und hofft, dass es doch noch eine Lösung geben kann. Sie hat an die Kommunen appelliert, für die das Tierheim Fundtiere betreut. Betroffen sind neben Homburg , Bexbach und Kirkel, zum Beispiel auch St. Ingbert, die Stadt Neunkirchen und Blieskastel.

 

Die Gemeinde Kirkel habe nun als erste Kommune fest zugesagt, dass sie das Konzept zu einem Konsortialvertrag begleiten wolle, sagt Schinkmann-Heppekausen. Auch im Homburger Stadtrat wird die prekäre Situation um das Tierheim Thema sein. Der Rat kommt am Donnerstag, 14. Juli, 17.30 Uhr, im Rathaus, Am Forum, zu seiner Sitzung zusammen.

 

Auf dem Gelände, in den Käfigen und Zwingern in Erbach machen sich derweil diejenigen bemerkbar, um die es geht. Lautes Bellen und zartes Miauen ist zu hören. Läuft man an den Käfigen vorbei, ist Luxus nirgends auszumachen. Etwa 30 Hunde sind im Tierheim derzeit untergebracht, durchschnittlich findet man eher um die 40 hier. Dazu kommen zirka 80 Katzen , 120 sind es zu Spitzenzeiten und etwa 30 Kleintiere vom Kaninchen bis zum Frettchen. Für den ein oder anderen sei es leider die Endstation, sagt Schinkmann-Heppekausen. „Wir schaffen es nicht, für jedes Tier ein endgültiges Zuhause zu finden.“ Grundsätzlich sei die Vermittlungsquote jedoch ganz gut. Neben den Fundtieren gibt es Tiere, die abgegeben werden, wenn etwa der Besitzer stirbt oder ins Pflegeheim muss oder es gibt eben die Fundtiere.

 

Seit ihrem Hilferuf habe sich bis jetzt noch nicht viel verändert, sagt Marion Schinkmann-Heppekausen, es komme allerdings die ein oder andere Spende mehr – „und die werden wir auch weiter brauchen“. Die Tierschützer haben eine vierwöchige Online-Petition gestartet, die bis 15. Juli läuft. Für den Erhalt des Tierheims hatten gestern mehr als 7000 Menschen unterschrieben, für Niederlinxweiler, das ebenfalls vor dem Aus stehe, seien es deutlich weniger, wie Schinkmann-Heppekausen weiter erzählt.

 

Sie setzt sehr auf die bessere finanzielle Ausstattung, denn neben den laufenden Kosten gebe es im Tierheim noch jede Menge zu verbessern, einige „große Brocken“ zählt sie auf: Die Katzenquarantäne müsste gefliest werden, es gebe keine Krankenstation für Katzen und keine Quarantäne für Hunde. Auch das Hundehaus sei nicht mehr zeitgemäß und müsste grundlegend saniert werden.

 

Und dann wartet auf sie und die Tierpfleger wieder die tägliche Arbeit, wie zum Beispiel manchmal ein Tier abholen, Hunde auf die Ausläufe bringen, Gassi gehen, füttern, Tiere pflegen, Zwinger und Käfige säubern, sich freuen, wenn es für einen Hund, eine Katze oder andere klappt mit dem neuen Zuhause und eben auch mit den traurigen Seiten fertig werden.

 

Zum Thema:

 

Hintergrund Einen Konsortialvertrag schlägt der Tierschutzbeauftrage Hans-Friedrich Willimzik als Lösung auch für die von Insolvenz bedrohten Tierheime Homburg und Niederlinxweiler vor (wir berichteten). Das Konzept: Ein Tierheim habe einen bestimmten finanziellen Bedarf. Dieser soll auf die Personenzahl in den beteiligten Kommunen umgerechnet werden – einen Teil des Geldes bringe das Tierheim selbst auf. Das Homburger Tierheim übernimmt bekanntlich für diverse Kommunen die Unterbringung von Fundtieren. Dazu sind Städte und Gemeinden verpflichtet. Bislang wird eine Tagespauschale für Fundtiere bezahlt, gemeinsam finanzieren einige Kommunen gemeinsam mit dem Saarpfalz-Kreis eine Stelle; Homburg zahlt zudem einen Jahresmitgliedsbeitrag und einen Zuschuss. Infos zum Tierheim unter www.tierheimhomburg.de ust  
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