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Homburger Uniklinik hält an Transplantationen fest

Die Empfehlung des Wissenschaftsrates, die Zahl der Transplantationen im Uniklinikum Homburg zu reduzieren, hat unter Ärzten und Patienten große Verunsicherung ausgelöst. Nach der Berichterstattung der SZ über die Vorschläge im Gutachten des Wissenschaftsrates hätten besorgte Ärzte aus dem ganzen Land nachgefragt, ob sie ihre Patienten in Homburg überhaupt noch für eine Transplantation anmelden könnten oder ob sie dies bereits in einer anderen Uniklinik tun müssten, berichtet Dr. Urban Sester, Leiter des Homburger Transplantationszentrums. In einer Mitteilung erklärte die Uniklinik zudem, der Ruf nach bundesweit weniger Transplantationszentren sei „nicht im Interesse der auf ein Spenderorgan hoffenden Patienten“. Die Transplantations- Experten des Uniklinikums teilten die Einschätzung des Wissenschaftsrates daher „eindeutig“ nicht.

Worum geht es? Der Wissenschaftsrat hatte empfohlen, in Homburg künftig auf Leber- und Lungentransplantationen zu verzichten. Angesichts der Nähe zu den größeren Zentren in Mainz und Heidelberg sei zu hinterfragen, ob man in Homburg ein Zentrum für Leber- und Lungentransplantationen „langfristig erfolgreich und unter Sicherung der entsprechenden Qualitätsstandards“ betreiben könne, heißt es in dem Gutachten. Bei Nierentransplantationen solle Homburg stärker mit dem Westpfalzklinikum in Kaiserslautern zusammenarbeiten.

Die Ergebnisse der Transplantationsmedizin hielten „jeder Qualitätsprüfung stand und stehen in nichts den Ergebnissen größerer universitärer Zentren nach“, entgegnete umgehend die Uniklinik. In einer Mitteilung listet sie eine ganze Reihe von Argumenten auf, die das Gutachten des Wissenschaftsrates entkräften sollen. So heißt es beispielsweise, die Transplantationsmedizin sei ein wissenschaftlicher Schwerpunkt der Universitätsmedizin im Saarland. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft habe erst kürzlich ein gemeinsames Forschungsprojekt mit der Universität Luxemburg zum Leberkrebs bewilligt. 2009 sei eigens ein Lehrstuhl für Transplantations- und Infektionsimmunologie eingerichtet worden. Am Uniklinikum seien ausgewiesene Transplantationsmediziner tätig. „Die in Homburg bestehende enge klinische Zusammenarbeit aller transplantierenden Fachdisziplinen bei der Nieren-, Lungen- und Lebertransplantation ist eine Besonderheit des Standortes und hat die Herausbildung von wissenschaftlichen Schwerpunkten ermöglicht“, heißt es in der Stellungnahme. Von „kurzen Wegen“ in der täglichen Arbeit berichtet auch Oberarzt Sester.

Das Land, seine Bevölkerung und auch die Krankenkassen profitierten davon, dass die Transplantationsmedizin für die Patientenversorgung und als wichtige Einrichtung für Forschung und Lehre auf hohem Niveau vorgehalten werde, erklärte die Uniklinik.

Sie verweist auch auf die Vorund Nachsorge. Weniger transplantierende Kliniken bedeuteten für die Patienten bei einer stationären Behandlung eine größere Entfernung zur Heimat, längere Fahrten zu Nachsorgeterminen und damit eine zusätzliche Belastung. Weder eine adäquate und schnelle Reaktion im Falle auftretender Komplikationen, noch die Zusammenarbeit mit dem Hausarzt könne aus der Ferne geleistet werden. Nicht zuletzt sei bei der Transplantation auch die Transportzeit vom Spenderkrankenhaus zum Transplantationszentrum und die Anfahrtszeit des Patienten ein „erfolgskritischer Parameter“.
 

AUF EINEN BLICK

Das Transplantationszentrum des Uniklinikums in Homburg ist das einzige im Saarland und eines von 47 Zentren dieser Art in Deutschland. Seit 1984 werden in Homburg Nieren (zunehmend Lebendorganspende mit minimal-invasiven OP-Techniken), Lebern und Lungen transplantiert. Zuständig dafür sind sechs Transplantations-Oberärzte sowie eine gleiche Anzahl von Lehrstuhlinhabern. Die Zahl der Nierentransplantationen liegt in Homburg konstant zwischen 25 und 37 Eingriffen pro Jahr. Auch bei Leber- (im vergangenen Jahr 16) und Lungentransplantationen (17) gibt es nach Angaben des Klinikums seit Jahren stabile Fallzahlen. Die OP-Techniken verbesserten sich ständig. kir

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