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Honzrath: Kreuzung jetzt lebensbedrohlich

Warum üben Sie so heftige Kritik an der Umgestaltung der Kreuzung in der Ortsmitte von Honzrath?

Ingrid Lauer: Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) hat es mit dem langersehnten Umbau der Straßenkreuzung in Honzrath fertig gebracht, aus einer gefährlichen eine lebensbedrohliche Straßenkreuzung zu machen. Die Kreuzung ist weiterhin gefährlich, weil die Bordsteine und damit die Haltelinien geblieben sind und sich damit die Sicht für die Verkehrsteilnehmer nach links und rechts in die Honzrather Straße um keinen Deut verbessert hat.


Was ist aus Ihrer Sicht an der Neugestaltung besonders problematisch?

Gerd Lorang: Lebensbedrohlich verschlechtert hat sich die Kreuzung für die Verkehrsteilnehmer, die die Kreuzung aus Richtung Hellwies kommend in Richtung Merchingen überqueren wollen. Für diese Verkehrsteilnehmer kommt zu der schlechten Sicht nach links und rechts noch hinzu, dass sie durch die Verschwenkung der Straße Zur Hellwies nicht mehr rechtwinklig, sondern spitzwinklig an der alt-neuen Haltelinie stoppen und warten müssen, bis sie weiterfahren können.


Warum ist dies besonders problematisch?

Lorang: Durch diesen spitzen Anfahrwinkel müssen die Autofahrer jetzt sehr, sehr weit über die linke Schulter den sehr starken Verkehr aus Richtung Haustadt beobachten.  Und das ist neben der notwendigen Beobachtung des Verkehrs aus Richtung Erbringen und Merchingen für die meisten, aber besonders für die älteren Verkehrsteilnehmer sehr schwierig. Auch die Eltern, die ihre Kinder täglich in den Kindergarten in der Merchinger Straße bringen, können ein Lied von dieser Misere singen.



Betroffen sind aber nach Ihrer Darstellung auch andere Straßen, die nicht direkt in die Kreuzung münden...?

Lorang: Richtig. Die Folge der schwierigen Situation an der Kreuzung ist, dass die Verkehrsteilnehmer total verunsichert sind und die ortskundigen Fahrer die Kreuzung über die schmale Mühlenstraße umfahren, was dort wiederum zu Problemen führt. Besonders problematisch, so lautet Ihre Klage, ist die Situation für den Schwerlastverkehr.


Warum?

Lauer: Die zahlreichen großen Lkw aus dem nahe gelegenen Hartsteinwerk, die Sattelschlepper aus einer ebenfalls nahe liegenden Spedition und die Busfahrer in und aus Richtung Hellwies müssen diese Kreuzung passieren. Neben der zuvor beschriebenen schlechten Sicht kommt für diese Verkehrsteilnehmer noch hinzu, dass sie in der Straße Zur Hellwies direkt vor der Kreuzung eine S-Kurve fahren müssen. Wenn man alleine auf der Straße ist, geht das ja auch. Hat man aber Gegenverkehr, kommt es leicht zu Unfällen. Befindet sich dann noch ein Lkw oder Bus im Gegenverkehr, kommt alles zum Stehen.


Was passiert in einem solchen Fall?

Lauer: Dann kann man beobachten, wie sich die Lkwund Busfahrer durch Hand- oder Hupzeichen verständigen, wer wann und wohin fahren kann. Der LfS wird zwar behaupten, dass bei richtiger Geschwindigkeit und Fahrweise diese Straßenkurven auch mit Gegenverkehr gefahrlos zu befahren sind, aber in der Praxis sieht man das Gegenteil. Der LfS hat im Interview mit der SZ alle untersuchten Planungsvarianten vorgestellt und bewertet.


Was sagen Sie zu den Ausführungen der Verkehrsplaner?

Lorang: Der LfS sagt, dass ein großer Kreisel aus Platzmangel nicht gebaut werden konnte. Das ist richtig, aber die Zweifel der LfSPlaner, dass auch die Variante 5 mit Verschwenkung der Honzrather Straße in Richtung Merchingen und Abbiegespur nach Düppenweiler nicht machbar gewesen wäre, müssen energisch zurückgewiesen werden. Der LfS hat auf die Probleme dieser Lösung hingewiesen: Durch die Aufweitung der Kreuzung würden Autofahrer dazu verleitet, zu schnell zu fahren. Zudem hätte es aus Sicht des LfS Probleme für den Schwerlastverkehr beim Abbiegen aus der Straße Zur Hellwies gegeben.


Lassen Sie diese Einschätzung so nicht stehen?

Lorang: Diese Variante stellt zwar, wie alle übrigen auch, keine Ideallösung dar, aber sie hätte fast alle Probleme an der Kreuzung beseitigt. Zur Erinnerung: Dieser Vorschlag wurde auch in der Bürgerversammlung von fast allen Anwesenden favorisiert. Für die darin geforderte Verschwenkung der Honzrather Straße um etwa 1,50 Meter in Richtung Merchingen wäre auch genug Gelände da gewesen. Die Gemeinde Beckingen hatte das Haus Wächter und das Haus Hewer vor den Umbauarbeiten angekauft und abreißen lassen. Weiter wäre durch die Vorverlegung der Haltelinie um die besagten 1,50 Meter die linke und die rechte Einsicht in die Honzrather Straße optimal gewesen.


Und was sagen Sie zu der Befürchtung des LfS, die Vergrößerung der Kreuzung hätte Autofahrer zu schnellerem Fahren verleiten können?

Lorang: Der Einbau einer „grünen Verkehrsinsel“ zwischen Honzrather Straße und Abbiegespur hätte die Kreuzung verkehrstechnisch gegliedert und damit langsamer und sicherer gemacht. Durch das Anlegen einer Abbiegespur wäre der starke Verkehr im direkten Kreuzungsbereich entzerrt worden.


Welche weiteren Vorteile hätte diese Lösung aus Ihrer Sicht geboten?

Lorang: Nach diesem Vorschlag wäre auch die Straße Zur Hellwies nicht in Richtung Haustadt verschwenkt worden. Die Verkehrsteilnehmer aus Richtung Hellwies könnten weiterhin rechtwinklig die Haltelinie anfahren, stoppen und mit optimaler Sicht die Honzrather Straße in Richtung Merchingen überqueren. Sie kritisieren, dass nicht nur Autofahrer und Lkw-Kapitäne Probleme an der neuen Kreuzung haben, sondern auch Fußgänger.


Worauf gründet sich diese Kritik?

Lauer: Es ist doch selbstverständlich, dass eine solch viel befahrene Straßenkreuzung auch für die Fußgänger lebensbedrohlich ist. Wie sollen denn Kinder oder ältere Personen mit Gehhilfe das einzige Geschäft für Backwaren und Lebensmittel in Honzrath gefahrlos erreichen? Ein einziger Zebrastreifen reicht nicht. Unabhängig von der fachlichen Einschätzung der LfS-Planer stören Sie sich auch massiv am Gebaren des Landesbetriebs allgemein in dieser Angelegenheit.


Was bringt Sie dabei auf die Palme?

Lorang: Nicht nur die Zweifel der LfS-Verantwortlichen an der „Variante 5“ sind zurückzuweisen, sondern auch deren Hinweis, dass die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat der jetzigen Ausführung zugestimmt hätten und dass sie damit den besten Kompromiss für alle Beteiligten darstellt. Es ist schon sehr ärgerlich, wenn man sieht, wie sich die oberste Landesbehörde für Straßenbau hinter einer Gemeindeverwaltung und einem Gemeinderat versteckt, um von ihrer vollen Verantwortung abzulenken.


Warum nehmen Sie die Gemeinde in Schutz?

Es gab im Dezember 2008 einen mehrheitlichen Beschluss des Beckinger Gemeinderates, in dem dieser für den Bau der Variante 4 mit dem überfahrbaren Minikreisel votierte – die später wegen Bedenken der Kreisverkehrsbehörde zwar nicht umgesetzt wurde.


Aber dennoch war die Gemeinde offenkundig in die Planungen mit eingebunden, oder nicht?

Lorang: Um es nochmals klarzumachen: Bei der Straßenkreuzung handelt es sich um Landesstraßen, der Besitzer ist das Land. Der Landesbetrieb für Straßenbau ist dafür verantwortlich und nicht die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat in Beckingen. Desweiteren sind die keine Fachleute für Straßenbau. Vermutlich haben sie dieser Fachbehörde vertraut und deshalb zugestimmt. Auch der Hinweis des LfS, dass andere Lösungen wegen höherer Kosten oder einer nicht machbaren zeitnahen Umsetzung nicht in Frage kommen, muss zurückgewiesen werden. Es ist doch bestimmt in diesem Lande noch Konsens, dass die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer über höheren Kosten und zeitnaher Durchführung steht!


Sie haben angekündigt, in dieser Angelegenheit nicht locker zu lassen. Was sind Ihre weiteren Schritte beziehungsweise Erwartungen?

Lauer: Wir als Steuerzahler erwarten von der obersten Landesbehörde für Straßenbau, dass sie sorgfältiger mit der Straßenkreuzung in Honzrath und mit ihrem Geld umgeht, und dass sie diese Kreuzung, sicherheitstechnisch gesehen, umgehend weiterentwickelt. Wir wollen in die weitere Planung eingebunden werden und sind gesprächsbereit. Sie haben rund 1500 Unterschriften gesammelt.


Denken Sie darüber nach, Ihrem Anliegen durch Gründung einer Bürgerinitiative mehr Nachdruck zu verleihen?

Lauer: Die Vielzahl der Unterschriften dokumentiert ja schon in eindrucksvoller Form den Bürgerwillen. Zu den Unterzeichnern zählen etwa die Honzrather Bürger Annelie Lorang, Gerhard Buschbacher, Rudolf und Hannelore Weiß, der Agrarwirt Matthias Schwinn oder Willi Meiers und Michael Fuchs von ortsansässigen Busunternehmen. Auf dieser Grundlage erwarten wir in nächster Zeit Lösungsvorschläge des LfS. Sollte es wider Erwarten von dieser Seite keine konstruktiven Vorschläge geben, erwägen wir ernsthaft auch die Gründung einer Bürgerinitiative.
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