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Hoo! In Saarwellingen lernen Pferde, wie man Bäume aus dem Wald schleppt

Saarwellingen. Nenuphar legt sich mächtig ins Zeug. Der Wallach, ein normannischer Gaul, stemmt sich nach vorne. „Geh vor“, ruft sein Trainer Erich Mußler. Der Baum hackt sich kurz fest, doch plötzlich prescht Nenuphar, was auf Deutsch Seerose heißt, vorwärts, und Erich Mußler stürmt mit ihm durchs Unterholz, hat Mühe, das Pferd zu halten. „Er ist noch unerfahren und bleibt nicht stehen, wenn er soll“, entschuldigt Mußler kurz darauf seinen Wallach. Mußler bildet Nenuphar zum Rückepferd aus. Es soll später unter anderem im Wald eingesetzt werden, wo es dann gefällte Bäume aus dem Gehölz zum Waldrand schleppt.

Der Einsatz von Rückepferden ist ein Bestandteil des Konzepts der Naturnahen Waldwirtschaft. Durch den Einsatz der Tiere anstelle von bis zu 15 Tonnen schweren Erntemaschinen wird der Waldboden geschont, erläutert Mußler. „In Kombination mit Kränen gestaltet sich das auch wirtschaftlich“, meint der Saarwellinger. Im Saarland trainiert Erich Mußler gemeinsam mit Thomas Schöner aus Lebach die Rückepferde. Trainingsort ist das Reitgelände „Auf der Höh“ in Saarwellingen.

Schnupperkurse, Kurse für Anfänger und bald auch für Fortgeschrittene

Die typischen Rückepferde sind massige und gedrungene Ardenner. „Außerdem müssen die Tiere nervenstark sein und nicht bei jedem Geräusch aufschrecken“, ergänzt der Trainer. Sind die Voraussetzungen erfüllt, wird in den Rücke-Kursen das Handwerk beigebracht. Es gibt Schnupperkurse, Kurse für Anfänger und bald auch für Fortgeschrittene. Mußler: „Zu uns kommen Leute, die mit ihrem Pferd arbeiten wollen, als Rücker im Wald oder auch für den Eigenbedarf, um etwa Brennholz zu holen“. Wichtig sei, dass die Kursteilnehmer bereits Erfahrung im Umgang mit Pferden haben.

Das Rücken ist für Tier und Halter anspruchsvoll, deshalb müssen auch die Besitzer geschult werden. Das geht los beim richtigen Zaumzeug. „Ideal für den Wald ist das Krummet-Geschirr. Der Druck geht dann nicht nur an die Brust, sondern auch an die Schulter. Da kann sich das Pferd besser reinstemmen“, beschreibt Mußler. Nenuphars Geschirr ist gerade in Reparatur. Deshalb führt Hengst Wargo das Krummet-Geschirr vor.

Erstes Kursthema: Unfallverhütung


Gefährlich für den Pferdeführer wird es an engen Stellen im Wald. „Unfallverhütung ist deshalb unser erstes Kursthema“, sagt Mußler. So müsse etwa vermieden werden, zwischen die Ladung und das Pferd zu treten.

Geübt wird in einem kleinen Waldstück neben dem Reitgelände. Dort sind einige Übungsbaumstämme vorbereitet. Während Nenuphar noch am Anfang der Ausbildung steht, ist Hengst Wargo schon erfahrener. Routiniert zieht er die Stämme durch das Unterholz auf die angrenzende Wiese. Sein Führer Thomas Schöner hat wenig Mühe, ihn im Zaum zu halten. Mußler: „Wargo war sogar schon mal im Forst im Einsatz.“

Mehr Infos am Donnerstag, 27. Mai, 15 bis 18 Uhr, bei einem Infonachmittag in Saarwellingen, Reitgelände „Auf der Höh“.

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