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„Horrortage“ in der Winterberg- Klinik

Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Was Klinikbetten angehe, „leiden wir eher an einer Über- als an einer Unterversorgung“, sagt der saarländische Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP). Patienten haben mitunter einen anderen Eindruck. H. Blum zum Beispiel, eine Frau aus Püttlingen, die zu einer Knieoperation ins Klinikum Saarbrücken kam.

Bevor sie auf dem Winterberg eine Termin bekam, musste sie erstmal warten. Vor Weihnachten hat sie wegen der Operation nachgefragt, in der ersten Februarwoche sollte es dann soweit sein. Frau Blum ist allerdings bis heute nicht operiert – und sie will auch nicht mehr auf den Winterberg. Denn was dort passiert ist, sei einfach zu viel gewesen. Wie vereinbart habe sie sich in der Klinik eingefunden, berichtet Frau Blum. Am nächsten Morgen werde sie operiert, hieß es. Doch erstmal gab es eine „Horrornacht“. Aus dem Dreibettzimmer wurde gegen Mittag ein Vierbettzimmer gemacht. Es gab keinen Tisch mehr, keinen Stuhl mehr, am Waschbecken sei nichtmal mehr genug Platz gewesen, sich die Zähne zu putzen. Die Toiletten auf dem Flur seien in einem schlechten Zustand gewesen.

Bei zwei der Mitpatientinnen habe es sich um „verwirrte ältere Damen“ gehandelt. Die haben nicht nur die Nachtschwester auf Trab, sondern auch die anderen Patientinnen wach gehalten. „Das Personal war völlig am Ende“, erinnert sich Frau Blum.

Am nächsten Morgen hieß es, sie werde erst am Mittag operiert. Am Mittag wurde die Operation auf den Nachmittag verschoben.  Am Nachmittag durfte sie dann zum ersten Mal an diesem Tag etwas essen, weil die Operation auf den nächsten Tag verschoben wurde. So ging das die ganze Woche. Die Operation wurde immer wieder verschoben. Mit dem Arzt, der sie operieren sollte, habe sie nicht sprechen können.


Dadurch, dass in das Dreibettzimmer immer mal wieder ein zusätzliches Bett rein und wieder raus geschoben wurde, sei das Warten noch unangenehmer gewesen, sagt Frau Blum. Als sie am Wochenende immer noch nicht operiert war, durfte sie erstmal nach Hause. Am Dienstag solle sie wiederkommen, hieß es. Da klappe es ganz bestimmt. Aber am Dienstag wurde die Operation wieder auf Dienstag geschoben. Dann bekam Frau Blum eine Erkältung und legte sich zu Hause ins Bett.

Das aus Dreibettzimmern kurzfristig Vierbettzimmer werden, liege daran, dass das Klinikum Stationen renoviere, erklärt Professor Dr. Ulrich Harland, der Chefarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie auf dem Winterberg. Außerdem gebe es Stationen, die am Wochenende nicht gebraucht und deshalb aus Kostengründen geschlossen werden. So könne es dann zu „Umbelegungen und vorübergehenden Engpässen“ kommen.

Dass die Operation von Frau Blum immer wieder verschoben wurde, habe an den vielen Notfällen gelegen. Wegen des winterlichen Wetters habe es besonders viele Patienten mit Brüchen, Handgelenks- und Schenkelhalsbrüchen etwa, gegeben, die man sofort habe operieren müssen. „So etwas kann man nicht einplanen“, sagt Professor Harland. Frau Blum formuliert einen Eindruck, den auch andere Patienten immer wieder schildern: Der Druck in Kliniken, nicht nur auf dem Winterberg, ist enorm. Und das geht zu Lasten der Patienten und des Personals.

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