L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Hoteliers und Großstädte kritisieren Vermittlungs-Plattformen für Privatunterkünfte

Alle, die gerne verreisen, tun es inzwischen – auch Gerd Billen (Grüne), Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz von Heiko Maas ( SPD ). Er bekannte bei den Innovationstagen des Verbands Internet Reisevertrieb (VIR) in Berlin, dass er seine jüngsten fünf Urlaube allesamt über Airbnb gebucht habe. Internetplattformen wie Airbnb und Wimdu vermittlen private Unterkünfte und haben gewaltige Zuwachsraten zu verbuchen. Die Berliner Wimdu GmbH schreibt: „Mit vielen tausenden, qualitätsgeprüften City Apartments ist Wimdu heute eine der weltweit führenden Plattformen für urbane Unterkünfte und die Alternative zu unpersönlichen und überteuerten Hotels. Für private Vermieter ist Wimdu eine ideale Plattform, um nebenbei mit ungenutzten Quadratmetern Geld zu verdienen und so vielleicht den eigenen nächsten Urlaub zu finanzieren.“

Doch den Hoteliers und vor allem den Großstädten in Deutschland sind die rasant steigenden Zahlen privater Übernachtungsanbieter nicht geheuer, da sie nicht kontrollierbar und rechtlich zu greifen sind. „Es ist an der Zeit, dass diese Plattformen Verantwortung übernehmen und sich als Unternehmer über die Folgen und Risiken ihres Geschäftes bewusst sind und in einem klaren und fairen Rechtsrahmen agieren“, fordert etwa der Hotelverband Deutschland (IHA), der von einer „Schatten-Wirtschaft“ spricht. Großstädte wie Berlin, wo allein Airbnb inzwischen 16 000 Privatunterkünfte gelistet hat, oder Frankfurt und Hamburg kämpfen inzwischen mit harten Bandagen gegen den Boom. Erst kürzlich habe sich die Bauaufsicht Zutritt zu ihrer Wohnung verschafft – obwohl nur ihre aus dem Ausland angereisten Gäste anwesend waren, behauptete jetzt eine Anbieterin gegenüber der „Frankfurter Rundschau“. „Meine Gäste mussten Dokumente ausfüllen und die Handynummer unseres Hausmädchens rausrücken“, berichtete sie. Dieser habe man noch unterstellt, sie sei illegal beschäftigt. „Sehr verschreckt“ hätten sich die Frau und die Gäste bei ihr gemeldet.

Das Saarland befindet sich dagegen noch außerhalb der Hauptkampfzone um Übernachtungsgäste. Wie der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Saarland, Frank Hohrath, der SZ auf Anfrage sagte, gehe es seinem Verband nicht um eine „Verfolgung“ privater Vermieter , die ab und zu Wohnung/Zimmer/Haus für Gäste zur Verfügung stellten. „Es geht uns um diejenigen Anbieter, die gewerblich, also mit Gewinnerzielungsabsicht, regelmäßig Gäste beherbergen“, erklärte Hohrath. Hier sollte „gleiches Recht für alle“ gelten. Leider sei es für den Dehoga Saar sehr schwer, hier zu recherchieren, denn dann müsste man akribisch alle Einträge, die auf Airbnb oder Wimdu für das Saarland stehen, regelmäßig beobachten und stichprobenweise auf ihre dauernde Verfügbarkeit prüfen, so Hohrath. „Dies geschieht zur Zeit noch nicht“, räumte er ein. Der Dehoga Saarland habe bisher mangels Hinweisen durch Mitgliedsbetriebe noch keine Schritte gegenüber Kommunen unternommen, die darauf abzielten, bestimmte Anbieter zu überprüfen. Auch seien dem Verband keine diesbezüglichen Schritte von Hotels bekannt, die dies unternommen hätten, sagte Hohrath.

Der Dehoga Saarland versuche zur Zeit bei Kommunen und Landespolitik die private kommerzielle Vermietung von Wohnraum über soziale Netze oder Plattformen wie Airbnb oder Wimdu als ein ernsthaftes Problem, nicht nur für die Hotellerie, sondern auch für Verbraucher und Kommunen, darzustellen. Allzu häufig noch werde dieses Phänomen als „Gastfreundschaftsnetzwerk“ eingestuft, das keiner Beachtung oder Reglementierung bedürfe, klagte Hohrath.

Thomas Blug, Sprecher der Saarbrücker Stadtverwaltung, bestätigte, dass der Stadt noch keine Klagen von Hoteliers oder des Dehoga „wegen unzulässiger Nutzung von Privatwohnungen als Ferienwohnung“ bekannt geworden seien. „Privatunterkünfte und Ferienwohnungen werden in der offiziellen Übernachtungsstatistik der Bundesländer nicht geführt, da diese Übernachtungsmöglichkeiten erst ab zehn Betten aufführt“, sagte Blug. Der Stadt sei nicht bekannt, dass diese Unterkünfte eine Meldepflicht über ihre Gäste einhalten müssten. „Daher verfügen wir in diesem Segment über keine Tourismusstatistiken“, betonte der Sprecher von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ( SPD ).
 

Angebote im Saarland

Wie die SZ bei einer Recherche über Airbnb und Wimdu herausfand, gibt es für den Zeitraum 23. Dezember bis 27. Dezember für vier Personen bei Wimdu sieben Angebote von Privatvermietern in Saarbrücken , die von 264 bis 412 Euro reichten. Bei Airbnb waren es im ganzen Saarland sogar 35 Angebote, wobei ein Anbieter alleine fünf Wohnungen feilbot. Der teuerste Anbieter sitzt für diesen Zeitraum in Hornbach bei Zweibrücken. Er berechnet 6401 Euro pro Nacht – allerdings mit Raum für 16 Gäste und zehn Schlafzimmern.

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