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IDS Scheer wird bald Geschichte

Saarbrücken. Seit gestern ist es beschlossene Sache, dass das Saarbrücker Beratungs- und Software-Unternehmen IDS Scheer Teil der Darmstädter Software AG (SAG) ist. Mehr als 99 Prozent der Aktionäre stimmten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Saarbrücken diesen Anträgen zu. Formal wurde über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag gestimmt. Damit untersteht die Führung von IDS Scheer offiziell der SAG Beteiligungs GmbH, die wiederum eine 100prozentige SAG-Tochter ist. Außerdem muss IDS Scheer seinen Gewinn vollständig abführen, die Beteiligungsgesellschaft steht allerdings auch für die Verluste ein.

In trockenen Tüchern ist die Sache allerdings erst, wenn die Beschlüsse im Handelsregister eingetragen sind. Die Vertreter der Kleinaktionäre machten gestern deutlich, dass sie den Vorständen hier noch einige Steine in den Weg legen wollen. Denn Gerhard Roh von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) und Horst Schlüchter von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sind mit dem ganzen Übernahme-Verfahren nicht einverstanden. Die 15,10 Euro, die den verbliebenen IDS-Aktionären noch angeboten werden, „sind viel zu wenig“, sagte Schlüchter. Ihm schwebt ein Angebot von knapp 20 Euro vor. Das Unternehmen sei von der Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft Ernst& Young viel zu niedrig bewertet worden. Juristisch müssten sie ein Spruchverfahren vor dem Amtsgericht Saarbrücken in die Wege leiten, das dann unter Umständen in einer Anfechtungsklage münden könnte. Für den Eintrag ins Handelsregister hat dies allerdings keine aufschiebende Wirkung.

Trotzdem wollen viele Altaktionäre von IDS Scheer ihre Papiere nicht verkaufen. Sie halten noch knapp zehn Prozent. Um sie mit Hilfe eines „Squeeze-out-Verfahrens“ aus dem Eigentümerkreis zu drängen, müssten ihr Anteil auf unter fünf Prozent rutschen. Bis dahin erhalten sie jedes Jahr pro Aktie eine Brutto-Dividende von 1,02 Euro. „Das ist eine Verzinsung von immerhin sieben Prozent“, rechnete Aktionär Gerd Verdion vor. „Deswegen werde ich meine Aktien behalten“. Somit bleibt IDS Scheer eine normale Aktiengesellschaft. Auch an der Börse wird das Papier noch gehandelt – zum Preis von 16,60 Euro. Mit Rudolf Keul und Josef Bommersbach wurden zu Beginn des Jahres noch zwei neue Vorstände in die IDS Scheer AG berufen. Ihr Vertrag läuft jeweils über ein Jahr. Sie lösten Jörg Vandreier und Dirk Oevermann ab. Vandreier, dessen Vertrag bis Ende 2011 lief, verließ das Unternehmen mit einer Abfindung von 1,2 Millionen Euro, wie der Vorsitzende des IDS-Aufsichtsrats, Helmut Mader, einräumte. Oevermann ging ohne „goldenen Handschlag“. Neu im Aufsichtsrat von IDS Scheer sind künftig die SAG-Vorstände Karl-Heinz Streibich (Foto: SZ) und Arnd Zinnhardt. Vorstandsvorsitzender von IDS Scheer bleibt Peter Gérard (Foto: SZ) – ebenfalls bis Jahresende.

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