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IG-Metall-Streikwelle hat Saarland im Griff

Saarbrücken. Die Warnstreikwelle der IG Metall hat auch gestern wieder das Saarland erfasst. Nach Angaben der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleitung beteiligten sich allein im Saarland rund 10 200 Beschäftigte an den Warnstreik-Aktionen, darunter allein 7800 Beschäftigte im Bereich Homburg- Saarpfalz – unter anderem beim Autozulieferer Bosch –, ferner 1400 im Großraum Saarbrücken und 1000 Frauen und Männer in der Region Neunkirchen. Im gesamten Frankfurter Bezirk, der Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland umfasst, waren es nach Gewerkschafts- Angaben rund 15 800 Mitarbeiter aus 55 Betrieben, die sich an Warnstreiks beteiligten. Heute und am Montag sind weitere Ausstände geplant – allerdings nicht im Saarland. Die nächste Verhandlungsrunde für den Bezirk ist am Mittwoch in Zweibrücken.

Bundesweit waren nach Gewerkschaftsangaben 90 000 Beschäftigte im Ausstand oder beteiligten sich an Kundgebungen. Die IG Metall fordert für die bundesweit rund 3,6 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie 6,5 Prozent mehr Lohn, die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten und mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern. Die Arbeitgeber bieten ein Lohnplus von 3,0 Prozent für eine Vertragslaufzeit von 14 Monaten und lehnen die übrigen Forderungen ab. Nach Ansicht des Hauptgeschäftsführers der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (M+E Saar), Joachim Malter, hat sich die Gewerkschaft IG Metall mit ihrer unnachgiebigen Haltung in der laufenden Tarifrunde „selbst an die Wand gedrängt“. Die Erwartungen der Mitglieder seien inzwischen sehr hoch, so dass es der Gewerkschaft schwer fallen dürfte, die von ihr geschürten Hoffnungen zu enttäuschen.

Dies erschwere auch die bevorstehenden Verhandlungen. Kritik übt der M+EHauptgeschäftsführer auch an der Forderung der IG Metall, dass alle Auszubildenden übernommen werden müssen. „Dies hat zur Folge, dass in vielen Betrieben die Ausbildungsbereitschaft sinkt.“ Da bereits eine einjährige Übernahme- Verpflichtung für die Azubis existiere, müsse der Betrieb bei einer Ausbildungszeit von dreieinhalb Jahren „bei ihrer Personalplanung fast fünf Jahre in die Zukunft schauen“. Dies führe dazu, „dass die Betriebe bei ihrer Ausbildungsplanung lieber am unteren Ende ansetzen“, befürchtet Malter. Er spricht sich auch gegen mehr Mitbestimmung der Betriebsräte bei der Leiharbeit aus. Denn er befürchtet, dass auf diese Weise auch das Entgelt der Zeitarbeiter dem der Stammbelegschaften angepasst würde. Manche Aufträge, die bisher nur durch den Einsatz von Leiharbeitern kalkulierbar seien, würden entweder verloren gehen oder ins Ausland verlagert. „Mehr Mitsprache bei der Zeitarbeit kann auf diese Weise auch Arbeitsplätze bei den Stamm-Beschäftigten kosten“, sagt Malter. low/maa/afp
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