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IG Metall: Warnstreik-Welle rollt ins Saarland

Saarlouis/St. Ingbert. Wenn die IG Metall zum Warnstreik trommelt, dann wird es richtig laut. Bundesweit sind gestern nach Angaben der Gewerkschaft 30?000 Metaller in den Ausstand getreten. Auch im Saarland ging man auf die Straße. Allein in Saarlouis ließen rund 5000 Beschäftigte aus 13 Betrieben, darunter 1500 Mitarbeiter der Ford-Werke, die Frühschicht ruhen. Im St. Ingberter Stadtteil Rohrbach demonstrierten 1000 Beschäftigte aus fünf Betrieben. Die IG-Metall-eigene Trommel-Gruppe „Samba Balawaa“ sorgte vor den Ford-Werken in Saarlouis für den richtigen Rhythmus und machte mächtig Krawall. Die dort Streikenden verliehen ihren Forderungen lautstark pfeifend Nachdruck: 6,5 Prozent mehr Lohn, mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern und die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten hat sich die IG Metall auf die Fahnen geschrieben. Doch das Angebot der Arbeitgeber beim letzten Verhandlungstag am 19. April gefiel der Gewerkschaft ganz und gar nicht: Sie bieten ein Lohnplus von 3,0 Prozent für eine Vertragslaufzeit von 14 Monaten, die übrigen Forderungen lehnen sie ab.

Robert Hiry, erster Bevollmächtigter der IG-Metall-Verwaltungsstelle Völklingen, nannte das Angebot der Arbeitgeber eine „Provokation“. Mit den „Almosen der Arbeitgeber“, wolle man sich nicht abspeisen lassen. „Dieses Angebot berücksichtigt weder das außerordentlich erfolgreiche Jahr 2011 noch die stabilen Aussichten im Jahr 2012. Es nimmt keine Rücksicht auf eure Leistungen im Betrieb. Die wollen uns von dem Kuchen, den wir gemeinsam erwirtschaftet haben, nicht oder nur sehr wenig abgeben. Das haben wir nicht verdient“, richtete er das Wort an die Streikenden. Der Betriebsratsvorsitzende der Ford-Werke Saarlouis, Gilbert Hess, verurteilte die Leiharbeit als „Sklavenarbeit“: „Wer gute Mitarbeiter, gute Produkte und gute Qualität will, der muss doch einsehen, dass er diese Beschäftigten auch gut behandeln, gut bezahlen und übernehmen muss.“ Eine gute Nachricht konnte Hess den 183 Leiharbeitern bei den Saarlouiser Ford-Werken dennoch verkünden: „Die Verträge wurden heute Morgen bis zum 31. Dezember verlängert.“

Für die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten machte sich Ford-Jugendsprecher Sven Zappel stark. Angesichts dessen, dass „es bis 2030 einen Rückgang der Schulabgänger von über 30 Prozent geben werde“, was zugleich auch „weniger Bewerber bedeute“, sei es „faktisch einfach falsch, wenn Betriebe sagen, dass ihnen eine unbefristete Übernahme nicht möglich ist“.

Der Präsident von Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, wies die Forderungen der Gewerkschaft gestern erneut zurück. Die bislang angebotene Erhöhung der Löhne um drei Prozent entspreche dem Verteilungsspielraum der Unternehmen. „Alles, was darüber hinausgeht, wird zur Schwächung der Betriebe führen und bei einigen dazu, dass sie es einfach nicht leisten können“, warnte er. Für heute hat die IG Metall in unserer Region Warnstreiks in Neunkirchen, St. Wendel, Homburg, Bexbach, Blieskastel und Zweibrücken angekündigt.

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